Manager wollen mehr Transparenz: Unternehmen, macht Schluss mit Geheimnissen!

Manager wollen mehr Transparenz: Unternehmen, macht Schluss mit Geheimnissen!

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Nachwuchsführungskräfte fordern mehr Transparenz in Unternehmen.

Junge Manager haben keine Lust mehr auf Geheimniskrämerei: Ob Erfolg oder Fehler - Unternehmen sollten nichts mehr verschweigen, zeigt eine Umfrage. Nur zwei Dinge behandeln sie lieber vertraulich.

Gehalt, Karrierechancen, Arbeitsalltag: 82 Prozent der Deutschen haben keine Ahnung, was Unternehmen ihnen als Arbeitnehmer bieten. Das zeigt eine Umfrage des Personalvermittlers ManpowerGroup aus der vergangenen Woche. Damit belegt Deutschland weltweit den letzten Platz in punkto Transparenz. Im globalen Durchschnitt wissen 41 Prozent nicht, was ihnen potenzielle Arbeitgeber zahlen würden. "Das Thema Vergütung ist in Deutschland traditionell schwierig", sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

Dieser Zustand ist jedoch nicht in Stein gemeißelt. Denn junge Führungskräfte haben keine Lust mehr auf Intransparenz und Geheimniskrämerei. Das zeigt das "Global Perspectives Barometer 2017" der Marktforscher von der Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung und dem Symposium der Universität St. Gallen, der am 2. Mai veröffentlicht wird. Mehr als 1000 Nachwuchsführungskräfte wurden dafür befragt.

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Informationen teilen, Zusammenarbeit verbessern

77 Prozent von ihnen sind überzeugt, dass Unternehmen, die Informationen und ihr Wissen grundsätzlich intern offen teilen, langfristig erfolgreicher sind. Dabei geht es jedoch nicht um Transparenz um jeden Preis. Den Befragten ist es besonders wichtig, Informationen zu teilen, die die Zusammenarbeit verbessern. Vier Dinge wollen sie vorrangig transparent machen:

  1. Forschungs- und Entwicklungsergebnisse: 85 Prozent wollen, dass alle Mitarbeiter immer wissen, wo das Unternehmen steht.
  2. Ergebnisse von Besprechungen: 78 Prozent sagen, dass die Ergebnisse von Besprechungen allen zugängig gemacht werden sollten und nicht nur den Teilnehmern des Meetings.
  3. Leistungen einzelner Teams: Warum das Licht der Mitarbeiter unter den Scheffel stellen? 75 Prozent würden die Organisation auch über die Leistung ihres Teams informieren.
  4. Fehler der Teams: Aus Schaden wird man klug. 65 Prozent würden auch die Fehler einzelner Teams transparent machen, damit die sich nicht wiederholen.

"Eine nach innen und außen verschlossene Organisation behindert nach Meinung der jungen Top-Talente den Unternehmenserfolg. Damit ein Unternehmen attraktiv bleibt, sollte das Management Mittel und Wege finden, um Silo-Denken aufzuheben. Transparenz spielt dabei eine wichtige Rolle", erklärt Rolf Bachmann, Vice President des St. Gallen Symposiums.

Unethisches Verhalten ist ein internes Problem

Als Whistleblower sehen sich die Nachwuchsmanager allerdings nicht: unethisches Verhalten von Mitarbeitern und Kollegen würden 59 Prozent der Befragten lieber intern klären, als es an die große Glocke zu hängen. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) ist aber durchaus bereit, Informationen über ein selbst erlebtes schlechtes Arbeitsumfeld zumindest anonym zu veröffentlichen. Das Mittel der Wahl wären hier Arbeitgeberbewertungsplattformen wie Glassdoor oder kununu.

Womit die jungen Führungskräfte allerdings sehr zurückhaltend sind, sind Informationen über sich selbst: Zwar teilt und verbreitet fast jeder der Befragten persönliche Informationen online. Allerdings entscheiden die Digital Natives sehr bewusst, welche Details sie veröffentlichen und welche nicht. "Der Führungsnachwuchs geht also keineswegs naiv mit persönlichen Informationen um. Vielmehr sehen Sie einen professionellen Online-Auftritt ihrer Person als wichtige Voraussetzung für beruflichen Erfolg", sagt Bachmann.

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