Margot Käßmann: "Begeisterung setzt Energie frei"

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Margot Käßmann: "Den ehrbaren Kaufmann gibt es immer seltener"

"Begeisterung setzt Energie frei"

Geben Sie dazu ein Beispiel?
Volkswagen. Wer hat denn da jemals Verantwortung übernommen? Herr Piëch? Herr Winterkorn? Es ist enttäuschend, dass diese Werteorientierung noch nicht in den Chefetagen angekommen ist. Das tut mir vor allem für die Mitarbeiter leid, die sich bis zum Abgasskandal ja sehr stark mit VW identifiziert haben.

Hat sich das Ansehen von VW tatsächlich so deutlich verschlechtert? VW gilt unter Studenten immer noch als extrem beliebter Arbeitgeber und bleibt trotz Absatzeinbrüchen weiterhin Marktführer.
Eigentlich müsste es allen Beteiligten noch mehr schmerzen, weil sich das Ansehen eines Unternehmens ja auch an seiner gesamtgesellschaftlichen Verantwortung bemisst. Und die hat VW sicherlich nicht angemessen erfüllt. Im Übrigen genauso wenig wie die Banken in der Finanzkrise.

Inwiefern ist es für Mitarbeiter wichtig, dass die eigenen Werte mit denen des Arbeitgebers übereinstimmen?
Mitarbeitende wollen sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren. Dann sind sie belastbarer und arbeiten kreativer. Begeisterung setzt Energie frei.

Unternehmenskultur "Für einen Kulturwandel muss man niemanden absägen"

Im April tauschen sich bei der Future-Konferenz am Chiemsee Manager über den richtigen Führungsstil aus. Wir haben im Vorfeld mit Redner Pater Anselm Grün und der Initiatorin Birgit Schuler gesprochen.

Kündigen? Absägen? - Eigentlich geht das nicht, meint Anselm Grün. Ein Streitgespräch mit Birgit Schuler. Quelle: Getty Images

Was sollten Mitarbeiter tun, die bemerken, dass ihre Überzeugungen nicht im Einklang mit ihrer Arbeit stehen?
Natürlich ist der Mitarbeiter immer in der schwächeren Position. Aber er kann versuchen sich einzubringen für Veränderungen. Denn wenn er Missstände über Jahre einfach hinnimmt, kann ihn das sehr unglücklich machen. Wir sind bei der Arbeit ja immer noch Menschen mit Werten und Überzeugungen. Das können wir nicht abstellen.

Wie können sich die Mitarbeiter einbringen?
Wir haben in Deutschland Betriebsräte und Gewerkschaften. In den Jahresgesprächen können sie ihrem Chef sagen, was sie gerne ändern würden und was sie stört.

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Der Chef ist in der stärkeren Position. Er kann die Wünsche und Anmerkungen seiner Mitarbeiter im Zweifel einfach ignorieren.
Die Führungskräfte täten gut daran, ihre Mitarbeiter ernst zu nehmen. Denn schließlich lebt ein Unternehmen von engagierten Mitarbeitern und nicht von Dividenden. Außerdem beschädigt er das Image, wenn durchsickert, dass die glanzvolle Außendarstellung und das Innenleben eines Unternehmens nicht zusammenpassen.

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