Nach von der Leyens Bundeswehr-Debakel: Wie Manager mit Krisen umgehen sollten und was von der Leyen jetzt tun muss

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Nach von der Leyens Bundeswehr-Debakel: So übersteht man als Chef einen Skandal

Wie Manager mit Krisen umgehen sollten und was von der Leyen jetzt tun muss



Die Bundeswehr ist natürlich kein Unternehmen mit Managern und Angestellten im klassischen Sinne. Doch nicht nur Unternehmensberater sagen: von der Leyen hat hier als Chef versagt. Auch Frank Roselieb, Direktor am Institut für Krisenforschung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, bestätigt: „Falsch war der Pauschalverdacht gegen die Truppe. Dies kann ihr im Wahlkampf noch gewaltig auf die Füße fallen.“

Aufklärung sollte Sache der Polizei bleiben

Dass sie als Politikerin grundsätzlich „die politische Verantwortung für Fehler in der Behörde oder für Fehltritte von Untergebenen“ habe, sei ebenfalls unstrittig. Doch zur Chefaufklärerin hochstilisieren sollte sie sich dem Wissenschaftler zufolge besser nicht. „Das können Dritte besser - zum Beispiel die Staatsanwaltschaft, Experten einer Polizeihochschule und dergleichen“, so seine Einschätzung. Hinzu komme, dass ihre Reputation als erfolgreiche Verteidigungsministerin wegen des G36 und anderen Vorfällen in der Truppe bereits leicht angeschlagen sei, sagt der Krisenforscher.
Unabhängig von von der Leyens Rolle rät er Managern, die sich im Mittelpunkt eines Skandals wiederfinden, sich stets diese drei Fragen zu stellen:

  1. „Ist eine Kernkompetenz oder nur ein Nebenkriegsschauplatz meines Unternehmens beziehungsweise meiner Institution betroffen?“
  2. „Liegt ein Skandalfall oder ein Compliancefall vor?“
  3. „Habe ich ein starkes oder ein schwaches Reputationspolster?“

Entsprechend müsse die Kommunikation und Aufarbeitung ausfallen. Für den aktuellen Fall stellt er die Diagnose: Compliancefall, Nebenkriegsschauplatz, mittleres Reputationspolster.

Steuerverschwendung Hüpf-Kurse für Soldaten kosten Millionen

Die Bundeswehr will ein attraktiver Arbeitgeber werden. Doch mit teurem Gesundheitstraining und aufgeblähten Karrierecentern verschleudert sie laut Bundesrechnungshof Millionen.

Steuergeldverschwendung: Karrierecenter für Soldaten kosten Millionen. Quelle: imago

Die Gesinnung Franco A.s an sich sei zwar nicht justiziabel, der geplante Anschlag aber sehr wohl. Insofern sei es richtig, eine eingehende Untersuchung - auch durch externe Dritte - anzukündigen, um zu ermitteln, wie es trotz mehrfacher Warnmeldungen so weit kommen konnte, so Roselieb. Die Kernkompetenz des Unternehmens Bundeswehr als solches sei dadurch nicht in Frage gestellt. „Es geht hier nicht um mangelhafte Ausrüstung oder ein gefährliches Gewehr, das im Einsatz versagen und möglicherweise Menschenleben kosten könnte.“

Mit anderen Worten: „Die Öffentlichkeit fordert zwar Aufklärung, aber nicht so hart und kompromisslos wie beispielsweise nach der Silvesternacht in Köln.“

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Für von der Leyen bleiben laut Roselieb zwei Aufgaben: Sie müsse die Öffentlichkeit kontinuierlich über die Aufklärungsarbeit der Polizei informieren und aus dem abschließenden Bericht die richtigen Schlüsse ziehen. „Auf Milde kann sie dabei weder vom politischen Gegner noch von der Öffentlichkeit hoffen - einerseits wegen des Wahlkampfs andererseits wegen ihrer Historie im Amt“, so der Wissenschaftler. Dabei hatte von der Leyen seit drei Jahren versucht, mittels familienfreundlichen Arbeitszeiten, Teilzeit, besserer Bezahlung, Kitas, Karrierecentren und Gesundheitskursen die Truppe zu Deutschlands bestem Arbeitgeber zu machen. Diese Bemühungen hat sie mit nur einem Satz ruiniert – egal, wie letztlich der Verteidigungsausschuss über sie urteilt.



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