Personalberater: "Neue Stufe der Globalisierung"

Personalberater: "Neue Stufe der Globalisierung"

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Personalberater Peter Felix

von Manfred Engeser

Personalberater Peter Felix erklärt, warum Boomregionen wie Brasilien, China oder Indien auch für Manager aus Deutschland lukrative Jobs bieten.

WirtschaftsWoche Online: Mr. Felix, Unternehmen aus Brasilien, Indien, China setzten zuletzt schon mal auf Manager aus klassischen Industriestaaten wie USA, Großbritannien oder Deutschland. Sind das exotische Ausnahmen oder der Beginn eines neuen Trends?

Felix: Das ist ohne Frage Teil eines umfassenden Trends. Unternehmen in den genannten Ländern, die wir fälschlicherweise immer noch gern als Schwellenländer bezeichnen, suchen gestandene Manager aus westlichen Industrienationen. Gleichzeitig denken immer mehr erfahrene Manager inzwischen ernsthaft darüber nach, in Ländern zu arbeiten, die sie bis vor kurzem nicht mal im Traum auf ihrer Agenda hatten.

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Deutsche, amerikanische, britische Manager, die im Ausland arbeiten – ganz so neu ist das nun auch wieder nicht ...

Was wir gerade erleben, ist Ausdruck einer neuen Stufe der Globalisierung. Länder wie Brasilien, Indien, China, auch Russland, haben ihr Bruttoinlandsprodukt gewaltig und substanziell gesteigert. In diesen Märkten sind neue, große globale Wettbewerber entstanden, die man vor ein paar Jahren außerhalb ihrer Heimatmärkte noch gar nicht kannte. Diese Konzerne – etwa Tata in Indien, Embraer in Brasilien oder Huawei in China  beschränken sich nun nicht länger auf ihre angestammten Heimatmärkte, die ja schon riesig sind – denken Sie nur an die den gewaltigen chinesischen oder indischen Binnenmarkt. Sie expandieren nun immer stärker nach Europa, USA, Asien.

Aber über Globalisierung reden wir schon seit 20 Jahren ...

Richtig, reden. Aber jetzt erleben wir die Auswirkungen noch deutlicher als bisher. Wir sehen gerade den Beginn einer ganz neuen Dimension des weltweiten Wirtschaftens, die letztlich nur eine logische Folge der vergangenen Jahrzehnte ist: Warum sollten die auf ihren jeweiligen Heimatmärkten erfolgreichen indischen, chinesischen, brasilianischen Unternehmen nicht tun, was amerikanische, britische, deutsche Unternehmen ihnen vor Jahrzehnten vorgelebt haben – nämlich ins Ausland zu expandieren?

Und dafür brauchen diese Konzerne klassisches westliches Managementwissen?

Der Bedarf an dieser Expertise ist groß. Ich war vor kurzem in Indien, habe dort mit vielen Unternehmen gesprochen. ‚Wir haben riesige Lücken, überall’, hieß es ständig. Wir brauchen dringend erfahrene Manager.

Aber die Dominanz des klassischen westlichen weißen Managers, der anderen die Welt erklärt, ist doch längst passé. Gibt es in diesen aufstrebenden Ländern nicht längst genügend topqualifizierte Manager, die die Herausforderungen der beabsichtigten Expansion übernehmen könnten?

Oh, unterschätzen Sie das nicht. Die Nachfrage nach qualifizierten Managern war in diesen Regionen bisher schon riesig und wird jetzt nochmals vervielfacht. Tempo und Umfang der Nachfrage beschleunigen sich gerade unheimlich.

Auch über den War for Talents reden wir schon seit 15 Jahren ...

Schon, aber auch der tritt in eine neue Dimension. Wir sprechen hier nicht mehr nur von einem Mangel an Talenten in den Arbeitsmärkten klassischer westlicher Industriestaaten, wie er Mitte der 1990er Jahre aufgrund demographischer Entwicklungen prognostiziert wurde und sich ja zu bewahrheiten beginnt. Heute suchen Personalberater auf der ganzen Welt nach geeigneten Führungskräften. Die Globalisierung des Arbeitsmarkts nimmt nun erstmals wirklich konkrete Formen an.

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