Personalsuche: Bürokratie ist im Mittelstand ein Jobkiller

Personalsuche: Bürokratie ist im Mittelstand ein Jobkiller

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Mehr als jedes dritte Unternehmen sieht in der Bürokratie schwerwiegende Hindernisse für Neueinstellungen.

Mehr als jeder dritte Mittelständler hat Schwierigkeiten, neue Mitarbeiter einzustellen. Schuld sind aber nicht nur fehlende oder ungeeignete Kandidaten, sondern die Bürokratie. Der Mindestlohn macht es noch schlimmer.

Der Mittelstand ächzt unter der Bürokratie. Während sich große Konzerne ganze Abteilungen halten können, die sich um die Erfüllung von Richtlinien kümmern und eifrig dokumentieren, wie viele Büroklammern verbraucht wurden und wie groß die Abstände zwischen den Schreibtischen der Mitarbeiter sind, macht in mittelständischen Unternehmen häufig der Chef den Papierkram selbst. Da müssen die Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern (GoBD) beachtet und selbstverständlich dokumentiert werden. Dann müssen beispielsweise Handwerksbetriebe Buch darüber führen, wie viele Kilometer sie verfahren. Geregelt wird das in der Tachographen-Verordnung der EU. Und natürlich ändern sich ab bestimmten Mitarbeiterzahlen die Anforderungen an das Unternehmen. Seit Kurzem kommen das Elterngeld Plus und der Mindestlohn nebst Dokumentationspflicht noch hinzu.

Bürokratische Belastungen für mittelständische Unternehmen

  • Bürokratie in breiten Bahnen

    Es wurden 400 Manager gefragt: Als wie hoch bewerten Sie gegenwärtig die bürokratische Belastung für Ihr Unternehmen in den folgenden Bereichen?

    Quelle: Sage Software GmbH

  • Bürokratiebelastung insgesamt

    "Hoch" oder "sehr hoch": 92%

    "Niedrig" oder "sehr niedrig": 7%

  • Steuern

    "Hoch" oder "sehr hoch": 88%

    "Niedrig" oder "sehr niedrig": 10%

  • Sozialversicherung

    "Hoch" oder "sehr hoch": 80%

    "Niedrig" oder "sehr niedrig": 18%

  • Arbeitsschutz

    "Hoch" oder "sehr hoch": 78%

    "Niedrig" oder "sehr niedrig": 17%

  • Statistik- und Dokumentationspflicht

    "Hoch" oder "sehr hoch": 73%

    "Niedrig" oder "sehr niedrig": 20%

  • Arbeits- und Sozialrecht

    "Hoch" oder "sehr hoch": 70%

    "Niedrig" oder "sehr niedrig": 23%

Das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat außerdem nachgewisen, dass die Bürokratiebelastung schlimmer wird, je mehr Mitarbeiter ein Betrieb einstellt. Denn für die kleine Klitsche gelten selbstverständlich andere Regeln als für den Global Player. "Die Vermutung liegt nahe, dass ab dem zehnten Mitarbeiter mehr Auflagen zu beachten sind, aber die kleinen Firmen im Vergleich noch nicht genügend Personal haben, um diese Maßnahmen auch umzusetzen", sagt Peter Dewald, Geschäftsführer der Sage Software GmbH. Das Unternehmen Sage hat zusammen mit dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn die Belastungen des Mittelstandes durch die Bürokratiewut untersucht.

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Das Ergebnis: 92 Prozent der befragten Geschäftsführer empfanden sie Belastung als „hoch“ oder „sehr hoch“. Und: Mehr als jedes dritte Unternehmen nennt die Bürokratie ein schwerwiegendes Hindernis für Neueinstellungen. 37 Prozent sagen, dass ihnen Regeln und Verodnungen das Einstellen neuer Leute erschweren.

Wovon Unternehmer durch Bürokratie abgehalten werden

  • Kraftakte

    Quelle: Sage Software GmbH; Studie zur "Bürokratie im Mittelstand"

  • Von der Einstellung neuer Mitarbeiter

    37 %

  • Von der Realisierung neuer Bauvorhaben

    35 %

  • Von der Tätigung von Investitionen

    29 %

  • Von dem Zugang zu neuen, bislang regulierten Märkten

    25 %

  • Von der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen

    22 %

"Wenn rund jeder dritte Unternehmer angibt, dass er sich durch Bürokratie und staatliche Regulierung an der Einstellung neuer Mitarbeiter gehindert fühle, dann ist die deutsche Gesetzgebung ein wahrer Jobkiller", so Dewald.

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