Planspiel: Krasser Außenseiter siegt beim Management Cup

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Planspiel: Krasser Außenseiter siegt beim Management Cup

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Verdienter Sieger Olaf Reinhold (2. von links) gewinnt den WirtschaftsWoche-ManagementCup – und sein erstes Auto: einen Volvo V40 R-Design, überreicht im Berliner Olympiastadion

von Tim Rahmann

Der 26-jährige Lagerist Olaf Reinhold setzt sich beim Planspiel von WirtschaftsWoche und KPMG gegen hochkarätige Konkurrenz durch und gewinnt einen Volvo V40 R-Design.

Anfangs sah es gar nicht gut für ihn aus: Nicht einmal unter die ersten 1200 Plätze hatte es Olaf Reinhold geschafft nach den ersten beiden Wochen des ManagementCups von WirtschaftsWoche und KPMG.

Die knifflige Aufgabe für den 26-Jährigen und seine rund 6500 Mitbewerber: Die Geschicke eines Startups zu lenken, das die Vermarktungsrechte an einer neuen Technologie hält – organische Solarzellen. Diese sind preiswert, erzeugen auch bei Bewölkung Energie. Sie lassen sich als biegsame Folie herstellen und können so unter anderem auf Tablets und Smartphones geklebt werden. Das Ziel: den Schritt vom Labor ins Massengeschäft zu schaffen, das Unternehmen über einen virtuellen Zeitraum von drei Geschäftsjahren gegen starke Mitbewerber aus Asien, kritische Kunden und Zweifel an der Qualität des neu entwickelten Produkts verteidigen.

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"Ich habe viel ausprobiert", erinnert sich Reinhold, der sich regelmäßig auf WirtschaftsWoche Online über politische und wirtschaftliche Entwicklungen informiert. Er habe kein starres Konzept gehabt, sondern seine Entscheidungen meist ziemlich zügig getroffen, diese aber "bei Misserfolgen auch schnell wieder revidiert". Sein Credo: "Je mehr Leistung ich biete, desto mehr kann ich für meine Produkte verlangen", bringt Reinhold sein Erfolgsrezept auf den Punkt.

Guter Service hält die Kundschaft

In der Endphase verlangte der virtuelle Unternehmenslenker konsequent überdurchschnittlich hohe Preise für sein innovatives, aber dennoch wettbewerbsintensives Produkt. Doch weil er gleichzeitig auf überdurchschnittlich hohen Service setzte, war die Kundenzufriedenheit so groß, dass die Konsumenten die höheren Kosten bereitwillig akzeptierten. Und ihm – anders als bei vielen anderen ManagementCup-Spielern – treu blieben, statt zur preisgünstigeren, aber weniger serviceorientierten Konkurrenz aus Asien zu wechseln.

Mit seiner auf den ersten Blick unkonventionellen Methode aber schaffte es Reinhold besser als jeder Konkurrent, sich anbahnende Schäden in Grenzen zu halten, aus seinen Fehlern zu lernen. Es gelang ihm von Spielrunde zu Spielrunde immer besser, sein Startup Zug um Zug an die Marktbedingungen anzupassen und sich gegen hochkarätige Konkurrenz durchzusetzen – in der virtuellen Szenerie der Solarbranche wie im realen, neun Wochen dauernden Kampf um die Krone beim ManagementCup. Am Ende hatten weder BWL-Professoren noch Wirtschaftsinformatiker oder Unternehmensberater eine Chance gegen den jungen Lageristen aus Tessin bei Rostock, der das Planspiel mit deutlichem Vorsprung gewann.

Glück entscheidet nicht

"Der ManagementCup ist ein komplexes Spiel mit vielen Variablen", erklärt Saurabh Mittal von Tata Interactive Systems, die das Simulationsspiel programmiert haben. Man brauche viel Zeit und müsse mehr als ein Mal die richtige Entscheidung treffen. "Glück ist in diesem Wettbewerb kein entscheidender Faktor", sagt Mittal. Reinhold sei schlicht der beste Spieler gewesen.

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Der Lohn seiner Mühen: ein neuer Volvo V40 R-Design im Wert von rund 40 000 Euro, den er im Berliner Olympiastadion überreicht bekam. Dass der Wagen Reinholds erstes eigenes Auto ist, hat nicht nur finanzielle Gründe: "Ich habe ja nicht mal einen Führerschein."

Den will er nun schleunigst nachholen, schließlich könnte der neue Wagen ihm gute Dienste erweisen – Reinhold pendelt berufsbedingt zwischen den Hansestädten Rostock und Hamburg: Beim Hamburger Mittelständler Fantec, der Mediaplayer und -recorder, Netzwerkspeicher, externe Festplatten und Festplattengehäuse sowie Streaming-Lösungen anbietet, formatiert der Lagerist Festplatten, sortiert eingehende Elektrogeräte und schiebt Produktpaletten durch die Lagerhalle. Nach getaner Arbeit kehrt er zurück in seine 6er-WG, in der er unter der Woche lebt. Freitagnachmittags fährt er dann die rund 200 Kilometer zurück in sein Heimatstädtchen Tessin. Drei Stunden dauert die Fahrt mit der Bahn – "mit dem neuen Auto", sagt Reinhold, "sollte das künftig deutlich schneller gehen".

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