Produktpiraterie: Kämpfen Sie gegen Online-Betrüger!

GastbeitragProduktpiraterie: Kämpfen Sie gegen Online-Betrüger!

Produktpiraterie kann schwerwiegende Folgen haben: Steht bei gefälschten Arzneimitteln, Elektro-Artikeln, Spirituosen oder Autoteilen die Gesundheit des Kunden auf dem Spiel, wird es für Manager gefährlich.

Betrüger haben Konjunktur: Fake-CEOs weisen Mitarbeiter über gefälschte E-Mail-Adresse an, Mondsummen auf irgendwelche Konten zu überweisen. Angeblich, um eine Übernahme zu garantieren, eine Maschine zu kaufen oder den Hauptsitz zu retten. Mit Erfolg: Laut dem FBI sind so von Oktober 2013 bis Februar 2016 mehr als 2,3 Milliarden Dollar verloren gegangen. Es seien mehr als 17.600 Firmen in mindestens 79 Ländern betroffen gewesen, darunter auch deutsche Betriebe.

Die Betrüger würden keine Mühen scheuen, um Firmenmails täuschend echt nachzubauen. Zudem nutzten sie andere Möglichkeiten, um potenzielle Opfer in die Irre zu führen. Das zeige, dass selbst das Hacken des E-Mail-Kontos große finanzielle Verluste nach sich ziehen könne.

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CEO hat „seine Pflichten massiv vernachlässigt“

Stefan Moritz. Quelle: PR

Stefan Moritz ist bei dem Unternehmen MarkMonitor für den deutschsprachigen Raum zuständig. MarkMonitor bietet Tools für Unternehmen an, mit denen sich Markenmissbrauch im Internet feststellen lässt.

Bild: PR

Fällt ein Manager auf so eine Mail herein, kann ihn das den Job kosten, wie der Fall des österreichischen Flugzeugkomponentenherstellers FACC AG zeigt: ein Cyber-Krimineller hatte dem Unternehmen auf diese Weise einen Schaden von rund 42 Millionen Euro zugefügt. Die Führungskraft ging nicht rechtzeitig dagegen vor, der Mitarbeiter überwies. Der Aufsichtsrat des Flugzeugbauers sah daraufhin die Vertrauensgrundlage gefährdet, da der CEO „seine Pflichten massiv vernachlässigt“ habe. Identitätsklau ist allerdings nur eine Art, wie Cyber-Kriminelle Führungskräften gefährlich werden können.

So können Markenpiraten einem Unternehmen derart großen Schaden zufügen, dass am Ende der Manager seinen Kopf hinhalten muss. Denn es ist die Aufgabe der Unternehmensführung, die Firma mit all ihren Marken zu schützen.

Produktpiraterie im Maschinen- und Anlagebau

  • Herkunft der Plagiate

    China: 72 %
    Deutschland: 23 %
    Türkei: 20 %
    Indien: 19 %
    Italien: 15 %
    Taiwan: 10 %

    Quelle: VDMA

  • Wirtschaftlicher Schaden

    2006: 5 Milliarden Euro
    2007: 7 Milliarden Euro
    2009: 6,4 Milliarden Euro
    2011: 7,9 Milliarden Euro
    2013: 7,9 Milliarden Euro

    Quelle: VDMA

  • Was wird plagiiert?

    Komponenten: 64 %
    Design: 56 %
    Komplette Maschinen: 51 %
    Ersatzteile: 44 %
    Kataloge, Broschüren: 35 %
    Bedienungsanleitungen: 16 %
    Verpackungen: 12 %

    Quelle: VDMA

Dass viele Entscheider nach wie vor lieber den Kopf in den Sand stecken und das Problem ignorieren, zeigen Zahlen des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM): Demnach machen Verkäufe von gefälschter Markenware mittlerweile zwischen fünf und sieben Prozent des gesamten Welthandels aus.

Angebote und Werbung überwachen

Um diese Zahlen zu reduzieren, müssen nicht nur die Zollbehörden, sondern auch die Unternehmen selbst aktiv werden: Bevor Unternehmen das ganze Ausmaß der Bedrohung durch online Markenfälscher verstehen können, müssen sie erst einmal innehalten und das Problem quantifizieren. Markenfälscher agieren über ein weit verzweigtes Netz an Online-Kanälen, die alle von den Markenunternehmen überwacht und analysiert werden müssen. Dazu gehören unter anderem Online-Marktplätze, E-Commerce-Websites, Social Media Profile und Foren. Dabei betrifft Markenmissbrauch keineswegs nur Online-Anbieter – das Risiko besteht auch für Unternehmen, die ihre Produkte gar nicht über das Netz vermarkten. Denn Kriminelle können trotzdem Billigkopien von Markenprodukten online bewerben und in Web-Shops oder auf eigenen Websites zum Verkauf anbieten.

Wer es schafft, die Vertriebskanäle der Fälscher zu identifizieren und zu schließen, wird jedoch erleben, dass sich die Markenpiraten schnell neue Verkaufsmöglichkeiten suchen. Deswegen ist es ebenso wichtig, die Online-Werbekanäle der Fälscher zu überwachen. Markenpiraten verwenden die gleichen Werbemethoden, wie Markeninhaber und bedienen sich dabei deren mühsam aufgebauten Markennamen. Durch bezahlte Werbung in Suchmaschinen, Links in sozialen Medien, zwielichtige SEO-Taktiken, Cybersquatting und Spams leiten sie erfolgreich Traffic zu ihren illegalen Angeboten und verringern so die Marketing-Effizienz der Markeninhaber.

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