Rupert Stadler: Das Management-ABC des Audi-Chefs

Rupert Stadler: Das Management-ABC des Audi-Chefs

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Audi-Chef Rupert Stadler möchte die Zahl der Frauen in Führungspositionen in seinem Konzern erhöhen

von Manfred Engeser und Franz W. Rother

Audi ist eines der erfolgreichsten deutschen Unternehmen und der Chef des Autobauers CEO des Jahres. Im Interview erklärt Rupert Stadler, wie er Entscheidungen trifft, seine Mitarbeiter auf Trab hält und wo für ihn der Erfolg anfängt.

WirtschaftsWoche: Herr Stadler, der Kabarettist Django Asül hat den Managementstil von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch einmal ironisch als „kooperativ“ bezeichnet. Ist das auch Ihr Stil?

Stadler: Ironie hin oder her, bedeutsame Themen hat man in einem Unternehmen auszudiskutieren. Am Schluss steht immer eine klare, für alle Beteiligten nachvollziehbare Entscheidung. Das war vor 30 Jahren so, daran hat sich bis heute nichts geändert, und daran wird sich nichts ändern. Konstruktive Diskussion und Akzeptanz einer Entscheidung gehören zum kleinen Management-ABC.

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Sie haben viele Jahre Piëchs Generalsekretariat geleitet. Was haben Sie von ihm gelernt?

In der Phase habe ich gewissermaßen meinen MBA unter Livebedingungen gemacht. Und gelernt, welche Themen relevant sind, wie man in einem Unternehmen agiert, wie viel Emotion in einem Auto steckt. Aber auch, dass es darauf ankommt, die richtigen Menschen in die richtige Position zu bringen, genau hinzuhören und hinzuschauen. Und nach reiflicher Überlegung dem Bauchgefühl zu vertrauen.

Sie sind Betriebswirt – mit Bauchgefühl allein werden Sie ja wohl kein Milliardenunternehmen führen.

Natürlich schaue ich akribisch auf Umsatz und Ergebnis. Doch ohne entsprechende Produkte können wir nicht erfolgreich sein. Hier brauchen wir, neben Analysen, Mut und Bauchgefühl. Nur eine ordentliche Rendite zu erzielen wäre mir viel zu kurz gesprungen. Fortschritt zu antizipieren und Innovation zu treiben ist für einen Autohersteller überlebenswichtig. Wir sind für die Herausforderungen der Zukunft bestens gerüstet.

Dennoch wollen Sie Ihren Vorstand angeblich umbauen. Was ist da dran?

Gäbe es etwas zu verkünden, würde ich es tun. Aber es gibt keine Entscheidungen. Mit meinen Vorstandskollegen habe ich einen Strategieplan bis 2020 erarbeitet, da diskutiert man natürlich auch Organisation und Struktur. Wir wollen in China unseren Output mittelfristig auf 700.000 Autos pro Jahr ausbauen, die geplante Fabrik in Mexiko an unser System andocken, in den USA und Lateinamerika massiv wachsen. Wir haben Übernahmen getätigt, die wir jetzt an Audi heranführen, und mit Ducati eine Premiummarke erworben, die eine wichtige Rolle spielen wird bei der Entwicklung zukunftsweisender Mobilitätskonzepte. Vor diesem Hintergrund wäre es fahrlässig, sich keine Gedanken über die Teamaufstellung zu machen.

Gerade haben Sie Christine Hawighorst, Leiterin der Niedersächsischen Staatskanzlei, in Ihren Aufsichtsrat berufen. Wann sitzt die erste Frau im Vorstand?

Die Besetzung eines Vorstandspostens ist keine Frage des Geschlechts, sondern der Kompetenz. Aber wir stellen dieses Thema nicht hinten an. Wir werden mit klaren Zielen die Zahl der Frauen in Führungspositionen erhöhen und sind da schon ein gutes Stück vorangekommen.

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