Selbstständigkeit: Für die Arbeit wird schon mal eine Hochzeit abgesagt

Selbstständigkeit: Für die Arbeit wird schon mal eine Hochzeit abgesagt

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Statistisch gesehen fallen in Deutschland jährlich mehr als eine Milliarde bezahlte Überstunden an - und wahrscheinlich genauso viele unbezahlte.

"Selbstständig kommt von selbst und ständig", heißt es oft. Und Digitalisierung sei Dank kann auch im Zug oder im Café noch gearbeitet werden. Viele verwechseln Leidenschaft mit Selbstausbeutung. Die Wirtschaft freut es.

Wer sich selbstständig macht, hat besonders in der Anfangszeit alle Hände voll zu tun: Für Mitarbeiter fehlt das Geld, also macht der Jungunternehmer von der Werbung über die Buchhaltung bis zum fertigen Produkt oftmals alles selbst - und wenn Liefertermine näher rücken ist auch mal die ein oder andere Nachtschicht drin.

Doch auch, wenn das Unternehmen dann aus dem Gröbsten raus ist und es Angestellte gibt, die einen Teil der Arbeit schultern, kann so mancher Chef nicht aufhören. Die technischen Möglichkeiten machen es dem Unternehmer leicht, auch nach Feierabend noch zuhause, in der Bahn oder beim Restaurantbesuch "nur mal eben schnell" zu arbeiten.

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Überstunden: Hier profitiert das BIP am meisten von der Extra-Arbeit

  • Weltweit

    Die Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen engagieren sich auch über die normalen Arbeitszeiten hinaus massiv für ihre Betriebe. So steuern sie weltweit rund 7,8 Billionen Euro in Form geleisteter Überstunden zur Weltwirtschaft bei. Das hat eine Umfrage des Software-Herstellers Sage unter rund 2.600 Unternehmern aus elf Ländern ergeben.

  • Großbritannien

    In Großbritannien sorgen die unbezahlten Überstunden der Kleinunternehmer für ein Plus in Höhe von 3,4 Milliarden Euro.

  • USA

    Der US-Wirtschaft kommen die Überstunden der Inhaber mit 2,7 Billionen Euro zugute.

  • Frankreich

    5,6 Milliarden Euro steuern Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen in Frankreich zum BIP bei - nur durch Überstunden.

  • Deutschland

    Die Inhaber deutscher kleiner und mittelständischer Betriebe vergrößern durch Überstunden das BIP um 9,6 Milliarden Euro.

  • Spanien

    1,5 Milliarden Euro steuern die Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen in Spanien durch Überstunden zum BIP bei.

  • Portugal

    In Portugal steuern Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen 3,3 Millionen Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei.

  • Kanada

    Das BIP von Kanada wird durch Überstunden kleiner und mittelständischer Unternehmen um 2,9 Milliarden Euro erhöht.

  • Brasilien

    4,1 Milliarden Euro tragen die Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen in Brasilien durch Überstunden zum BIP bei.

  • Irland

    2,8 Millionen Euro werden in Irland durch Überstunden der Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen dem BIP hinzugefügt.

  • Australien

    Das BIP in Australien vergrößert sich durch die Überstunden von Inhabern kleiner und mittelständischer Unternehmen um 1,9 Milliarden Euro.

  • Südafrika

    Das südafrikanische BIP vergrößert sich durch die Überstunden der Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen um 5,4 Millionen Euro.

Dadurch steuern die Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen weltweit rund 7,8 Billionen Euro in Form geleisteter Überstunden zur Weltwirtschaft bei. Das hat eine Umfrage des Software-Herstellers Sageunter rund 2.600 Unternehmern aus elf Ländern ergeben. "Die Erhebung zeigt, wie viel Leidenschaft Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen für ihr Geschäft besitzen. Und sie zeigt auch, wie sehr sich Arbeits- und Privatleben mittels neuer Technologien immer weiter vermengen", sagt Rainer Downar, Executive Vice President Central Europe bei Sage.

Digitalisierung Jobs der Zukunft

Die nächste Generation der Industrie wird den Arbeitsmarkt umkrempeln. Skeptiker fürchten Stellenstreichungen, doch tatsächlich entstehen mit der Digitalisierung völlig neue Beschäftigungsbereiche. Die Jobs der Zukunft.

Digitalisierung: Jobs der Zukunft

46 Prozent aller Befragten gaben an, mehr als 40 Stunden pro Woche zu arbeiten. In Deutschland ist diese Zahl mit 57 Prozent sogar signifikant höher. In Australien sind es nur 31 Prozent, die keine Zeit mehr für Freizeit haben. Denn genau das ist die Konsequenz: 36 Prozent sagten, dass sie für die Arbeit Zeit mit der Familie opfern. Nicht überraschend ist daher, dass weltweit 44 Prozent der Geschäftsinhaber sagen, dass ihre Leidenschaft für die Arbeit ihre privaten Beziehungen beeinträchtigt.

  • Betrachtet man allein das Privatleben der deutschen Unternehmer, zeigt sich ein unschönes Bild:
  • 52 Prozent haben wegen zu hoher Arbeitsbelastung schon mal eine Verabredung mit Freunden oder Familie abgesagt - im weltweiten Durchschnitt waren es gerade mal 27 Prozent
  • 49 Prozent führen auch geschäftliche Telefonate, wenn sie an der Käsetheke oder der Supermarktkasse stehen oder im Urlaub am Strand liegen
  • 47 Prozent machen Abstriche beim Urlaub
  • 43 Prozent verzichten zugunsten des Unternehmens auf Zeit für sich selbst
  • 11 Prozent würden sogar einen Kindergeburtstag oder ein wichtiges Ereignis der eigenen Kinder für ihre Arbeit absagen

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Die Zahl derer, die auch auf Hochzeiten, Beerdigungen und in der Therme schon einmal einen geschäftlichen Anruf oder eine E-Mail beantwortet haben, liegt zwar im einstelligen Prozentbereich, aber auch das kommt vor. Stephen Kelly, CEO von Sage, kommentiert: "Wir wissen, dass es harte Arbeit und Opfer braucht, um einen Geschäftstraum zum Erfolg zu bringen. Die Umfrage macht klar, wie groß der Einsatz dafür ist."

Er ist überzeugt, dass dies der Unternehmergeist, der den Unterschied macht und dass die Unternehmer durch ihre Aufopferung die Wirtschaft beflügeln. Er sagt: "Wir sollten diese Helden daher unterstützten und ihre harte Arbeit anerkennen, die sie gerade dann leisten, wenn viele andere nach Hause gehen." Da kann man geteilter Meinung sein.

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