Serie Tickets zur Macht : Die Netzwerke der Mächtigen

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Serie Tickets zur Macht : Die Netzwerke der Mächtigen

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Im Freizeitlook zur Elitekonferenz Medienzar Rupert Murdoch mit Ehefrau Wendi

von Daniel Rettig

Auch im Zeitalter von Facebook und Twitter beeinflussen Elitenetzwerke maßgeblich Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. In einer sechsteiligen Serie blickt die WirtschaftsWoche hinter die Kulissen der Macht – und beschreibt, wie Sie Zugang finden.

Hier ein Spaziergang mit seiner Frau Wendi, dort ein Drink mit Sohn Lachlan: Wer Rupert Murdoch schon immer mal in Shorts und Turnschuhen erleben wollte, muss nach Sun Valley fahren. Das Bergdörfchen im Nordwesten der USA ist vor allem bei Skifahrern beliebt. Sobald der Schnee geschmolzen ist, bleiben die 1400 Einwohner weitgehend unter sich – bis auf einige Tage im Sommer.

Jedes Jahr reihen sich auf dem kleinen Flughafen im Nachbarort Dutzende weißer Privatjets aneinander, und Fotografen schwirren durchs Dorf, auf der Jagd nach Schnappschüssen von Prominenten aus Politik und Wirtschaft. Der Grund für die Betriebsamkeit: die Sun Valley Conference. Sie verwandelt den Ort für ein paar Tage in einen angesagten Treffpunkt von Millionären und Milliardären.

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Globale Medienelite

Darunter ist auch der australische Medienmogul Murdoch, Gründer und CEO des global tätigen Medienkonzerns News Corporation, zu dem unter anderem die TV-Sender Fox und Sky gehören. Normalerweise sieht man ihn nur in Anzug und Krawatte. Doch hier flaniert er in Freizeitkleidung mit seiner Frau über die Straße oder posiert in kurzen Hosen und T-Shirt mit seinem Sohn.

Seit 1983 trommelt die New Yorker Investmentbank Allen & Company in Sun Valley die globale Medienelite aus New York, London, Tokio und dem Silicon Valley zusammen. Die Bank existiert bereits seit 1922, ihr Vermögen machten die drei Gründer vor allem in der Großindustrie. Der heutige Bankchef Herbert Allen Junior konzentrierte sich seit seinem Amtsantritt in den Siebzigerjahren auf die Unterhaltungsbranche. 1982 verkaufte er den Anteil an der Filmproduktionsfirma Columbia Pictures für 750 Millionen Dollar an den Getränkeriesen Coca-Cola. Allen ist gefragter Berater der globalen Medienelite. Da kann es nicht schaden, wenn er alle üblichen Verdächtigen einmal im Jahr trifft.

Sprechen über Milliardengeschäfte

Egal, ob Microsoft-Gründer Bill Gates, Facebook-CEO Mark Zuckerberg, Google-Mitgründer Sergey Brin, Sony-Boss Kazuo Hirai oder Großinvestor Warren Buffett – sie alle treffen sich jeden Sommer im Nordwesten der USA. Einige bringen ihre Partnerinnen mit, alle sind lässig gekleidet. Einer der wenigen deutschen Teilnehmer im vergangenen Jahr: Telekom-Chef René Obermann, auch er in Jeans und Pulli. Anzug und Krawatte, so die eindeutige Botschaft der Bilder, haben wir schon längst nicht mehr nötig.

Doch der Eindruck täuscht: Die Medienelite trifft sich nicht nur, um in der Sonne zu liegen, gemeinsam Fahrrad zu fahren, zu wandern oder Schach zu spielen. Die Bosse sprechen in dem abgelegenen Bergdorf auch über Milliardengeschäfte. Der ehemalige Disney-Chef Michael Eisner soll hier erstmals die Chancen für eine Übernahme des TV-Konzerns Capital Cities/ABC ausgelotet haben. 1995 wurde der Deal tatsächlich vollzogen. Auch die Fusion des Kabelnetzbetreibers Comcast mit der Senderkette NBC Universal im Jahr 2009 soll hier begonnen haben.

Die Konferenz gilt seit jeher als „Inner Circle“ der oberen Hundert. Wer nicht zufällig Chef eines Milliardenkonzerns ist oder einen solchen gegründet hat, muss draußen bleiben.

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