Serie Tickets zur Macht IV: Wo die junge Elite zusammenkommt

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Serie Tickets zur Macht IV: Wo die junge Elite zusammenkommt

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von Tim Rahmann, Meike Lorenzen, Rebecca Eisert und Lin Freitag

Früh trifft sich, wer selbst in die Kreise der Mächtigen aufsteigen will – die Nachwuchselite hat eigene Organisationen mit strengen Kriterien für die Auswahl der Mitglieder.

McCloy-Programm: Deutsche Denker in Harvard

John McCloy hatte es nicht leicht. Als Vertreter der Siegermächte musste er nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen Deutschland und Amerika vermitteln. Eine wertvolle Fähigkeit, die heute auch die Stipendiaten des McCloy-Programms brauchen. In einem zweijährigen Masterstudiengang werden zwischen sechs und acht Deutsche an die Harvard Kennedy School gesandt, um sich auf künftige Führungspositionen vorzubereiten. Die Fakultät ist die politische Eliteschmiede der Hochschule, UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und der ehemalige Weltbank-Chef Robert Zoellick zählen zu den Absolventen. Das lockt auch die deutsche Prominenz. Für Gesprächsrunden mit den McCloy-Teilnehmern reisten schon der FDP-Politiker Christian Lindner und die frühere Bischöfin Margot Käßmann nach Harvard.

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Tipps für Meetings im Ausland

  • Authentisch agieren

    Bei allem Verständnis für die Gewohnheiten internationaler Geschäftspartner: Biedern Sie sich nicht an. Amerikaner erwarten von Deutschen keine Witze, Asiaten keine krampfige Verbeugung, sondern starke Geschäftspartner.

  • Geduldig bleiben

    Bei Verhandlungen zu sehr aufs Tempo zu drücken schadet besonders in Asien und arabischen Ländern. Besser: Zeit nehmen, zuhören, Essen gehen – dann klappt’s auch mit dem Vertrag.

  • Privatleben öffnen

    Geschäftsleute außerhalb Deutschlands sind irritiert, wenn Deutsche nach einem lockeren Essen bierernst ins Meeting gehen. Sie plaudern auch bei offiziellen Besprechungen gern über Privates – stellen Sie sich darauf ein.

  • Stilvoll kritisieren

    Sätze wie "Das ist falsch!" stoßen nicht nur Asiaten vor den Kopf – besonders wenn sie vor Kollegen fallen. Kontroverses besser in höfliche Fragen verpacken: "Können wir das bitte noch mal detailliert besprechen, ich glaube, wir haben unterschiedliche Ansätze."

In diesem Jahr feiert das Stipendium seinen 30. Geburtstag. Von den etwa 200 Abgängern können fast alle auf eine glänzende Karriere schauen. Allerdings nicht immer im Gemeinwesen, zu verführerisch ist oft der Lockruf der freien Wirtschaft. Viele McCloy-Stipendiaten arbeiten als Unternehmensberater, in Großkanzleien oder gründeten eigene Unternehmen. Um sich für das Stipendium zu qualifizieren, darf der Bewerber nicht älter als 35 Jahre alt sein und muss zur „akademischen Exzellenz“ gehören. Konkret: Das Studium sollte mit gut, bei Juristen mit „Voll befriedigend“ abgeschlossen werden. Für manche Master- Programme sind zusätzlich drei Jahre Berufserfahrung nötig.

Die Stipendiaten werden von einem Ausschuss der Studienstiftung des deutschen Volkes auserwählt. Parallel müssen sich die Interessierten an der Harvard Kennedy School bewerben. Es folgen ein zweitägiges Auswahlseminar und die Bewertung eines selbst verfassten Essays. Aufgrund dieser zeitintensiven Auswahl gibt es pro Jahr nur zwischen 60 und 120 Bewerbungen. Und das trotz des großzügigen Angebots: Das Stipendium ist das höchstdotierte Programm der Stiftung. Neben den 43 000 Dollar Gebühren im Jahr erhalten die Auserwählten eine monatliche Zuwendung von knapp 2000 Dollar. Noch wertvoller erscheint da nur ihr Auftrag: Neben der politischen Karriere steht auch die Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehung auf dem Programm – ganz im Sinne des Namensgebers John McCloy.

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