Serie Tickets zur Macht V: Mächtige Frauen unter sich

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Serie Tickets zur Macht V: Mächtige Frauen unter sich

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von Manfred Engeser und Lin Freitag

Die einen treffen sich einmal im Jahr in einem französischen Seebad, andere kommen regelmäßig an wechselnden Orten zusammen, wieder andere einmal im Monat. Vier Netzwerke weiblicher Führungskräfte.

Women's Forum: Davos für Frauen

Eine Absage hätte sie vielleicht noch zähneknirschend akzeptiert. Aber gar keine Reaktion? Das war dann doch zu viel für Aude de Thuin. Die Französin war in ihrer Heimat bereits eine erfolgreiche Unternehmerin. Da erschien es der Veranstalterin von Messen und Kongressen nur logisch, am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos teilzunehmen. Doch die Organisatoren ignorierten sie. Als de Thuin dann noch feststellte, dass unter den Teilnehmern des WEF nur drei Prozent Frauen waren, reichte es ihr endgültig. Und sie beschloss: Ein Davos für Frauen musste her.

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Zunächst wollte allerdings keine Bank ihr Vorhaben finanzieren. Deshalb verkaufte de Thuin, die sich selbst als "dickköpfige Bretonin" bezeichnet, ihr Unternehmen an ihren Mann. Erst dann lud sie Frauen in Führungspositionen ins schmucke Seebad Deauville, zwei Stunden Autofahrt von Paris entfernt. Das 4.000-Einwohner-Dörfchen war bis dahin vor allem bekannt für seine vielen normannischen Fachwerkvillen sowie als Treffpunkt der Pariser High Society, die sich zum Segeln, Golfen und Pferderennen verabredete. Im September 2005 trafen sich dort zum ersten Mal namhafte Frauen zum Women's Forum for the Economy and Society. Schon die Premiere war ein Erfolg, inzwischen sponsern 40 Unternehmen die Veranstaltung. Zu den Gesellschaftern gehören Anne-Claire Taittinger vom gleichnamigen Champagnerhersteller und Bankier David de Rothschild. Die "Financial Times" zählt die jährlich im Herbst stattfindende Konferenz, die seit 2009 von der internationalen Werbeholding Publicis organisiert und vermarktet wird, zu den fünf wichtigsten weltweit.

Vor allem aus einem Grund: Die Teilnehmerinnen sprechen längst nicht mehr ausschließlich über Frauenquote und Karrierechancen, sondern auch über übergeordnete politische, gesellschaftliche und ökonomische Probleme.

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Auf dem Treffen im vergangenen Oktober kamen 1.200 Teilnehmer aus 80 Ländern zusammen, darunter die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, und diskutierten über die Arabische Revolution, Kapitalismus, Wachstum und Armut, die Energiefrage und den Umgang mit digitalen Medien.

Die Teilnahme kostet zwischen 1.800 Euro (für Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen) und 4.800 Euro (für Angestellte von Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern). Das Treffen im Oktober steht unter dem Motto "Competition, Cooperation, Creativity" und wird durch zusätzliche Konferenzen in Brasilien und Myanmar ergänzt.

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