Sieg in der Provinz: Das sind die CEOs des Jahres

Sieg in der Provinz: Das sind die CEOs des Jahres

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Einer der beiden CEOs des Jahres 2014: Ralph Dommermuth von United Internet

von Manfred Engeser und Mark Fehr

Der eine ist Selfmade-Milliardär, der andere macht Geld aus dem Geld anderer. Deutschlands erfolgreichste CEOs 2014 haben spannende Erfolgsgeschichten hingelegt. Warum sie mal Biedermann und mal Brandstifter sein müssen.

Der eine setzt Milliarden Euro um mit Internet- und Mobilfunkverträgen, Bausätzen für Web-Sites und dem Vermieten von Speicherplatz im Datennetz. Weiß nach eigenem Bekunden aber nicht, auf welchen Banken sein Finanzchef die Unternehmenskonten führt. Der andere macht Geld aus dem Geld anderer, setzt dabei vor allem auf Immobiliengeschäfte: Auf den ersten Blick verbindet Ralph Dommermuth, Selfmade-Milliardär, Gründer, Vorstandschef und Mehrheitseigner des IT-Konzerns United Internet, und den promovierten Juristen Wolf Schumacher, oberster Manager der Aareal Bank, nicht viel. Dennoch haben der 50-jährige Westerwälder und der 56-jährige Freiburger eines gemeinsam: Sie sind derzeit Deutschlands erfolgreichste CEOs.

Kein Chef eines börsennotierten Unternehmens mit mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz war 2013 erfolgreicher als Dommermuth. Der 50-Jährige, der 1988 als Ein-Mann-Bude mit geliehenen Möbeln als Marketingdienstleister für IT-Unternehmen startete und innerhalb von knapp drei Jahrzehnten einen IT-Konzern mit 7000 Mitarbeitern, knapp 2,7 Milliarden Euro Umsatz und einem Börsenwert aufbaute, der inzwischen größer ist als der der Lufthansa, ließ dabei 89 Prozent aller Großunternehmen hinter sich – darunter auch Dax-Granden wie Ex-Linde-CEO Wolfgang Reitzle, BMW-Chef Norbert Reithofer oder Post-Boss Frank Appel.

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Die erfolgreichsten CEOs börsennotierter Großunternehmen

  • DAX-Granden abgeschlagen

    Unternehmen mit mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz.

    * die Zahl zeigt an, wie viel Prozent seiner Wettbewerber das Unternehmen 2013 geschlagen hat.

  • 20

    CEO: Bill McDermott & Jim Hageman Snabe

    Unternehmen: SAP

    Gesamtwertung*: 52%

    Gewinnentwicklung*: 78%

    Aktienkursentwicklung*: 31%

    Umsatzentwicklung*: 49%

    (Hageman Snabe bis 31.12.2013)

  • 19

    CEO: René Obermann

    Unternehmen: Deutsche Telekom

    Gesamtwertung*: 53%

    Gewinnentwicklung*: 17%

    Aktienkursentwicklung*: 79%

    Umsatzentwicklung*: 63%

    (CEO bis Mai 2014)

  • 18

    CEO: Georg Müller

    Unternehmen: MVV Energie

    Gesamtwertung*: 55%

    Gewinnentwicklung*: 43%

    Aktienkursentwicklung*: 58%

    Umsatzentwicklung*: 63%

  • 17

    CEO: Frank Appel

    Unternehmen: Deutsche Post

    Gesamtwertung*: 57%

    Gewinnentwicklung*: 53%

    Aktienkursentwicklung*: 84%

    Umsatzentwicklung*: 33%

  • 16

    CEO: Elmar Degenhart

    Unternehmen: Continental

    Gesamtwertung*: 57%

    Gewinnentwicklung*: 40%

    Aktienkursentwicklung*: 88%

    Umsatzentwicklung*: 42%

  • 15

    CEO: Wolfgang Reitzle

    Unternehmen: Linde

    Gesamtwertung*: 57%

    Gewinnentwicklung*: 65%

    Aktienkursentwicklung*: 43%

    Umsatzentwicklung*: 64%

    (CEO bis 31.12.2013)

  • 14

    CEO: Bernd Scheifele

    Unternehmen: HeidelbergCement

    Gesamtwertung*: 58%

    Gewinnentwicklung*: 67%

    Aktienkursentwicklung*: 67%

    Umsatzentwicklung*: 40%

  • 13

    CEO: Dietmar Meister

    Unternehmen: Generali Deutschland

    Gesamtwertung*: 58%

    Gewinnentwicklung*: 63%

    Aktienkursentwicklung*: 76%

    Umsatzentwicklung*: 36%

  • 12

    CEO: Eckard Heidloff

    Unternehmen: Wincor Nixdorf

    Gesamtwertung*: 62%

    Gewinnentwicklung*: 59%

    Aktienkursentwicklung*: 75%

    Umsatzentwicklung*: 51%

  • 11

    CEO: Volker Kronseder

    Unternehmen: Krones

    Gesamtwertung*: 62%

    Gewinnentwicklung*: 79%

    Aktienkursentwicklung*: 48%

    Umsatzentwicklung*: 60%

  • 10

    CEO: Marcelino Fernández Verdes

    Unternehmen: Hochtief

    Gesamtwertung*: 63%

    Gewinnentwicklung*: 68%

    Aktienkursentwicklung*: 74%

    Umsatzentwicklung*: 47%

  • 9

    CEO: Ralf Dieter

    Unternehmen: Dürr

    Gesamtwertung*: 63%

    Gewinnentwicklung*: 56%

    Aktienkursentwicklung*: 89%

    Umsatzentwicklung*: 45%

  • 8

    CEO: Thomas Olemotz

    Unternehmen: Bechtle

    Gesamtwertung*: 64%

    Gewinnentwicklung*: 83%

    Aktienkursentwicklung*: 65%

    Umsatzentwicklung*: 44%

  • 7

    CEO: Jürg Oleas

    Unternehmen: GEA

    Gesamtwertung*: 64%

    Gewinnentwicklung*: 73%

    Aktienkursentwicklung*: 72%

    Umsatzentwicklung*: 48%

  • 6

    CEO: Claus-Dietrich Lahrs

    Unternehmen: Hugo Boss

    Gesamtwertung*: 67%

    Gewinnentwicklung*: 71%

    Aktienkursentwicklung*: 75%

    Umsatzentwicklung*: 54%

  • 5

    CEO: Gerold Linzbach

    Unternehmen: Heidelberger Druck

    Gesamtwertung*: 72%

    Gewinnentwicklung*: 65%

    Aktienkursentwicklung*: 76%

    Umsatzentwicklung*: 75%

  • 4

    CEO: Rüdiger Kapitza

    Unternehmen: DMG Mori Seiki

    Gesamtwertung*: 74%

    Gewinnentwicklung*: 86%

    Aktienkursentwicklung*: 76%

    Umsatzentwicklung*: 62%

  • 3

    CEO: Thomas Ebeling

    Unternehmen: ProSiebenSat.1

    Gesamtwertung*: 75%

    Gewinnentwicklung*: 57%

    Aktienkursentwicklung*: 90%

    Umsatzentwicklung*: 79%

  • 2

    CEO: Christoph Vilanek

    Unternehmen: Freenet

    Gesamtwertung*: 78%

    Gewinnentwicklung*: 70%

    Aktienkursentwicklung*: 80%

    Umsatzentwicklung*: 83%

  • 1

    CEO: Ralph Dommermuth

    Unternehmen: United Internet

    Gesamtwertung*: 89%

    Gewinnentwicklung*: 86%

    Aktienkursentwicklung*: 91%

    Umsatzentwicklung*: 89%

  • Quelle

    Quelle: Obermatt

Aareal-Chef Schumacher setzte sich im Mittelstand durch, knapp vor Vorjahressieger Brian Sullivan, CEO des TV-Bezahlsenders Sky Deutschland.

„Prominente Namen sind keine Garantie für Top-Performance“, sagt Hermann Stern, Gründer und CEO des Schweizer Finanzdienstleisters Obermatt, dessen gleichnamiger Index die Basis für das CEO-Ranking der WirtschaftsWoche ist. „Die bekanntesten und größten Unternehmen müssen nicht immer die besten sein.“

Stern misst den Erfolg der Unternehmen anhand der Entwicklung von Umsatz, Gewinn und Aktienkurs und setzt sie mit der Performance vergleichbarer Unternehmen in Relation. „So ist ein branchenübergreifender Vergleich möglich.“

Bieder, aber erfolgreich

Fragt man nach den Gründen für den Erfolg, finden sich bei allen Unterschieden durchaus Gemeinsamkeiten zwischen den Siegern: Beide setzen weitestgehend auf solide, fast biedere Geschäftsmodelle, die sie von ihren Zentralen in Montabaur und Wiesbaden abseits der Metropolen München, Frankfurt oder Hamburg steuern. Bauten durch Management mit Augenmaß das bestehende Geschäft und ihre Markenstärke weiter aus. Erschlossen durch die Übernahme von Wettbewerbern neue Geschäftsfelder und verbesserten so ihre Marktposition. Der Lohn für beide Unternehmen 2013: die jeweils besten Ergebnisse ihrer Unternehmensgeschichte.

„Wir blicken auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück“, kommentieren Dommermuth und Schumacher ihre Zahlen für 2013 fast gleichlautend. „Und mit unseren Investitionen haben wir die Basis für künftiges Wachstum weiter verbreitert.“

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