Studie Vorstandsvergütung: Dax-Chefs machen wieder richtig Kasse

Studie Vorstandsvergütung: Dax-Chefs machen wieder richtig Kasse

von Franz Hubik

Deutschlands Top-Manager verdienen so gut wie lange nicht. Während die Autobosse die Einkommensspitze anführen, verdoppelte der Commerzbank-Chef sein Gehalt. Doch unterhalb des Vorstands hört die Lohn-Transparenz auf.

118 Prozent mehr Gehalt – darüber kann sich derzeit Martin Blessing freuen. Der Commerzbank-Chef ist im Jahresvergleich der absolute Gehaltsgewinner unter den Dax-Chefs. Ausschlaggebend für die exorbitante Lohnsteigerung ist, dass Blessing erstmals seit der Finanzkrise wieder einen Bonus ausbezahlt bekommt. Neben seinem Grundgehalt von 1,3 Millionen Euro kassiert Blessing so für 2014 nach langer Zeit wieder eine variable Vergütung in etwa gleicher Höhe.

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Zwar haben noch nicht alle 30 Dax-Konzerne ihre Vergütungsberichte vorgelegt. Doch eine Zwischenauswertung der Unternehmensberatung hkp-group zeigt: Auch die meisten anderen deutschen Top-Manager verdienen wieder prächtig. Im Schnitt kassiert ein Dax-Chef rund 5,4 Millionen Euro pro Jahr. Auf Basis der Vergütungsberichte von 24 Dax-Unternehmen ergibt sich ein durchschnittlicher Anstieg der Vergütung im Vergleich zum Vorjahr von rund zwölf Prozent. Das ist der höchste Steigerungswert seit 2011.

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„Vor dem Hintergrund der erfolgreichen Geschäftsentwicklung ist dieser Anstieg der Vergütungen im Gesamtbild durchaus gerechtfertigt“, sagt Michael Kramarsch. Der Gehaltsexperte der hkp-group verweist darauf, dass die deutschen Konzernlenker im internationalen Vergleich, insbesondere im Vergleich zu US-Managern, noch immer relativ wenig verdienen. Trotzdem müsse man sich auch hierzulande daran gewöhnen, dass Unternehmen ihren Chefs hohe Vergütungen bezahlen.  „Bei großen Konzernen sind zweistellige Millionengehälter international einfach Standard“, sagt Kramarsch.

In diesen Branchen kriegen die Chefs am meisten

  • Chemie

    Auf dem dritten Platz landen die Geschäftsführer aus der Chemieindustrie. Sie können sich im Schnitt über jährliche Bezüge in Höhe von 573.000 Euro freuen.

  • Automobilindustrie

    Insbesondere Chefs von großen Unternehmen können sich über eine hohe Vergütung freuen. Kein Wunder, dass die Geschäftsführer in der Autoindustrie mit Bezügen von durchschnittlich 616.000 Euro weit vorne liegen.

  • Pharma

    Am besten werden in Deutschland die Geschäftsführer von Pharmaunternehmen bezahlt. Sie kassieren im Schnitt Bezüge in Höhe von rund 661.000 Euro im Jahr.

Unangefochten an der Spitze der Top-Verdiener steht Martin Winterkorn. Der VW-Chef kassiert für 2014 eine Jahresgage von fast 16 Millionen Euro. Nach der bisher üblichen Berechnungsmethode basierend auf Vorschriften des Handelsgesetzbuchs würde Winterkorn fast doppelt so viel verdienen wie der Daimler-Boss Dieter Zetsche. Doch bei dieser Rechenart werden beispielsweise die Millionenbeträge aus der Altersversorgung nicht berücksichtigt.

Seit diesem Jahr gibt es deshalb auf Initiative der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex erstmals einen neuen Vergütungsausweis. Die Unterschiede sind teils gravierend. Denn mit der neuen und zugleich ehrlicheren Rechenart zeigt sich, dass auf dem Konto von Daimler Daimler-Chef Zetsche für 2014 nicht 8,4 Millionen Euro, sondern insgesamt 14,4 Millionen Euro landen.

Der große Gehaltsverlierer im Jahresvergleich  ist Johannes Teyssen. Der Vorstandsvorsitzende des strauchelnden Energieriesen Eon erhält um elf Prozent weniger Lohn als noch 2013. Hauptgrund dafür: Die mehrjährige Vergütung ist an den Erfolg des Unternehmens gekoppelt. Und Deutschlands größter Energieversorger spürt die Energiewende immer stärker. Die Kohle-, Gas- und Atomkraft des Konzerns rechnen sich nicht mehr. Allein 2014 steht bei Eon ein Rekordverlust von 3,2 Milliarden Euro in den Büchern.

„Das Pay-for-Performance-Prinzip hat sich nachhaltig etabliert“, sagt Gehaltsexperte Michael Kramarsch. Die Vergütung der Manager entwickelt sich heute – anders als früher – im Gleichklang mit den Unternehmensergebnissen.

Seit 2007 sind die rund 900 börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland per Gesetz dazu verpflichtet die Gehälter ihrer Top-Manager bis ins kleinste Detail offen legen. Geht es nach der Familienministerin, Manuela Schwesig, dann sollen aber bald nicht mehr nur die Gehälter der deutschen Top-Manager transparent einsehbar sein, sondern die Einkommen beinahe aller Arbeitnehmer. Die SPD-Politikerin will noch in diesem Jahr ein Gesetz auf den Weg bringen, dass Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern dazu zwingt, zumindest das Gehaltsniveau von vergleichbaren Berufspositionen offen zu legen.

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