Studie zu Kursmanipulationen: CEOs machen mit Nachrichten Kasse

Studie zu Kursmanipulationen: CEOs machen mit Nachrichten Kasse

Eine neue Studie zeigt: US-Konzernchefs manipulieren häufig den Zeitpunkt von Unternehmensnachrichten - um eigene Aktien teurer zu verkaufen.

Dass Kleinaktionäre benachteiligt sind, weil sie nicht so gut und schnell relevante Nachrichten erfahren wie großen Investoren, ist kein Geheimnis. Professionelle Aktienhändler sitzen in der Regel unablässig an den entsprechenden Nachrichtenkanälen der Börsen.

Insider, zum Beispiel Manager der Unternehmen mit Aktienbesitz, verfügen neben dem Zeitvorsprung noch über weitere Hebel, die ihnen moralisch höchst zweifelhafte Vorteile bei Aktiengeschäften ermöglichen. Und diesen haben Forscher nun aufgedeckt.

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Viele Vorstandschefs machen Kasse, indem sie die Veröffentlichung kursrelevanter Nachrichten so verzögern, dass sie selbst als Aktionäre profitieren können. Das haben Alex Edmans von der London Business School und andere Ökonomen in einer neuen Studie herausgefunden.

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Quelle: dpa/Montage

Die Autoren fanden deutliche Hinweise darauf, dass die meisten CEOs den Nachrichtenfluss ihres Unternehmens beeinflussen, um den Preis der eigenen Aktien hochzutreiben. Das finde vor allem in den „vesting months“ statt, also den Monaten, in denen einem Chefmanager erstmals gestattet ist, Aktien des eigenen Unternehmens zu verkaufen oder Optionen zu ziehen, die in vorangegangenen Jahren Teil der Vergütung waren.

Da diese Aktien und Optionen vor allem in den USA einen Großteil der Vergütung von CEOs ausmachen, ist der Anreiz für diese sehr groß, sie so bald wie möglich zu verkaufen. Und daher ist auch der Reiz groß, den Aktienwert gerade in den betreffenden Monaten möglichst zu erhöhen.

Bisher sei diese weit verbreitete Art der Kursmanipulation aus verschiedenen Gründen unbeachtet geblieben, schreiben die Autoren. Zum einen werden die Möglichkeiten der CEOs zur Nachrichtenmanipulation unterschätzt. Schließlich können sie die wichtigsten Unternehmensnachrichten nur wenig beeinflussen – zumindest nicht mit legalen Methoden.

Die Quartals-, Halbjahres- und Jahreszahlen erscheinen stets zu einem lange im Voraus festgesetzten Termin. Andere Ereignisse wie Übernahmeangebote müssen zum Zeitpunkt des Geschehens bekannt gegeben werden.

Doch bei einer Reihe anderer Nachrichten haben die Unternehmenschefs relativ freie Hand bei der zeitlichen Festlegung der Veröffentlichung: zum Beispiel wenn es um die Festsetzung der Dividenden oder um Aktienrückkaufprogramme geht, die den Aktienpreis stark beeinflussen können.

Um solche Nachrichten ging es Edmans und Kollegen in ihrer Studie. Diese zeitlich manipulierbaren Nachrichten zu kategorisieren, sei extrem aufwendig gewesen: Die Forscher durchkämmten eine riesige Datenbasis von mehr als 166.000 Nachrichten einiger hundert US-Unternehmen zwischen 1994 und 2011. Diese mussten nicht nur nach „positiv“ (für den Aktienwert) und negativ unterteilt werden, sondern auch für jedes einzelne Unternehmen nach dem Kriterium „vesting month“ oder nicht. Dieser ist für jeden CEO anders.

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Doch am Ende konnten die Studienautoren eine statistisch eindeutige Tendenz feststellen: Überproportional häufig wurden Nachrichten in den „vesting months“ veröffentlicht. Und vor allem sind die Nachrichten in diesen für die CEOs wertvollen Zeiten deutlich positiver als in anderen.

Die erste Reaktion auf diese Erkenntnis dürfte bei Kleinaktionären Wut auf die rücksichtslose Selbstbereicherungspraxis der CEOs sein. Doch eine zweite, klügere Reaktion wäre, es bei eigenen Verkaufsentscheidungen den CEOs nachzutun.

Also recherchieren, wann der CEO des betreffenden Unternehmens erstmals eigene Aktien abstoßen darf – und tendenziell zusammen mit ihm zu verkaufen.

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