Studie zum Fachkräftemangel: Die besten Programmierer gibt's in Polen

Studie zum Fachkräftemangel: Die besten Programmierer gibt's in Polen

Bild vergrößern

Der Mittelstand geht auf der Suche nach Fachkräften neue Wege.

Jahrelang suchte der Mittelstand nur vor der eigenen Haustür nach Mitarbeitern. Jetzt rekrutieren immer mehr Betriebe bei den europäischen Nachbarn. Welche Fähigkeiten gefragt sind und wo sich welche Talente verstecken.

Geht es um den Fachkräftemangel im Mittelstand, hat 2016 für das Rückgrat der deutschen Wirtschaft nicht gut angefangen. "Mittelstand büßt Umsatz ein, weil Fachkräfte fehlen" war im Januar die Quintessenz des Mittelstandsbarometers der Wirtschaftsberatung EY. Insgesamt 360.000 Positionen sind demnach vakant, der Schaden liege bei 46 Milliarden Euro – pro Jahr.

Eine Umfrage der Wirtschaftsverbände „Die Familienunternehmer-ASU“ und „Die Jungen Unternehmer-BJU“, die ebenfalls im Januar exklusiv für WirtschaftsWoche erhoben wurde, zeigte, dass rund 40 Prozent der mittelständischen Unternehmen freie Stellen haben, die sie nicht besetzen können. Jeder zehnte Unternehmer musste im vergangenen Quartal sogar einen oder mehrere Aufträge ablehnen, weil ihm Personal fehlte. Im März fand EY heraus, dass jeder dritte Mittelständler bei der Digitalisierung hinterher hinkt - weil er keine Fachkräfte findet.

Anzeige

Mittelstand rekrutiert verstärkt im Ausland

Und auch im April, Mai und der ersten Juniwoche lassen die Jubelmeldungen aus dem Mittelstand auf sich warten. "Beim Mittelstand sagten vor zwei Jahren noch rund 50 Prozent der Betriebe, dass sie einen Fach- und Führungskräftemangel spüren. Heute sind es schon über 60 Prozent", sagt Lutz Finger. Er ist Director Data Science & Data Engineering beim Karrierenetzwerk LinkedIn. Übersetzt heißt das: Er hebt und analysiert für das Netzwerk den Datenschatz, der sich aus den freiwilligen Informationen der LinkedIn-Mitglieder ergibt. Sein Unternehmen hat, gemeinsam mit dem Digitalverband Bitkom, zum dritten Mal Personaler in Deutschland befragt, wie sie mit dem Fachkräftemangel umgehen.

Die Antwort: Wenn nichts Gutes nahe liegt, muss man in die Ferne schweifen. Recruiting im Ausland heißt für viele die Lösung. Und: Auch immer mehr Mittelständler suchen jetzt im europäischen Ausland. Der Studie zufolge haben im Bereich IT und Telekommunikation bereits 34 Prozent der großen Unternehmen ihre vakanten Stellen mit Fachkräften aus dem Ausland besetzt, im Mittelstand sind es nur 14 Prozent. Aber: "41 Prozent der Mittelständler planen, im Ausland zu suchen", wie Finger sagt.

Hauptsächlich suchen die Betriebe nach ausländischen Fachkräften für die Bereiche IT und Telekommunikation, Controlling, Einkauf und Vertrieb, wie Finger sagt. "Das gilt zumindest für Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern, also den klassischen deutschen Mittelstand. Bei größeren Unternehmen ist die Reihenfolge etwas anders: Controlling kommt an erster Stelle, dann der Bereich IT, dann Forschung und Entwicklung, dann das Marketing."

Gesucht werden laut Finger hauptsächlich Menschen mit Analysefähigkeiten, Data scientists und Datenanalysten.

Big Data Scientist

  • Was muss ich tun?

    Zunächst muss der Big Data Scientist herausfinden, in welchen Abteilungen welche Daten anfallen. Diese muss er zusammentragen, um sie anschließend auszuwerten. Dazu bedient er sich verschiedener Analysetools und programmiert Abfragen, damit der Datenwust auch die richtigen Antworten preisgibt. Je nach Größe des Unternehmens ist er aber nicht nur für die Auswertung der Daten zuständig, sondern entwickelt aus den gewonnenen Informationen auch selbst Ideen für neue Geschäftsmodelle und strategische Konzepte.

  • Was muss ich können?

    Der Big Data Scientist sollte in jedem Fall Informatik studiert haben, braucht gleichzeitig aber eine hohe soziale Kompetenz und muss sich durchsetzen können. Schließlich ist es seine Aufgabe, den Egoismus der Fachabteilungen zu überwinden und diese dazu zu bringen, ihre jeweiligen Daten offenzulegen.

  • Wo kann ich arbeiten?

    Vor allem in der Finanzwirtschaft, in der Logistikbranche, im Handel und in der Industrie werden sie eingesetzt.

  • Wie viel kann ich verdienen?

    Ein Big Data Scientist kann bis zu 80.000 Euro verdienen.

"Bei den Soft Skills suchen die Unternehmen Menschen, die crossfunktional und abteilungsübergreifend denken können, die unternehmerisches Denken besitzen und die – Stichwort Change Management – Lust auf Wandel haben."

Und an diesen Hard sowie Soft Skills fehlt es laut der Studie auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Fachkräfte sind zwar vorhanden, aber nicht die gesuchten. "Dieses Problem lässt sich auf zwei Arten lösen: Entweder sucht man die Menschen mit den entsprechenden Fähigkeiten im Ausland oder die Leute müssen die fehlenden Fähigkeiten lernen." Jemand aus dem Ausland zu rekrutieren, geht jedoch im Zweifelsfall schneller.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%