Studie zur Weiterbildung: Warum immer mehr Unternehmer auf Weiterbildung setzen

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Studie zur Weiterbildung: Warum immer mehr Unternehmer auf Weiterbildung setzen

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Betriebliche Weiterbildung macht sich bezahlt.

von Stephan Happel

Deutsche Unternehmen stecken mehr Geld denn je in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Offenbar aus guten Gründen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Das Geschäft mit der Weiterbildung brummt. 2013 haben 86 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern eine betriebliche Weiterbildung gezahlt - durchschnittliche Kosten pro Kopf: 1.132 Euro. “Beides Rekordwerte”, wie das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) nach einer Befragung von 1845 deutschen Unternehmen feststellt.

“Insgesamt investierten Unternehmen 33,5 Milliarden Euro in Weiterbildung – ein Plus von 16 Prozent gegenüber 2010”, heißt es in der Studie. Fast 33 Stunden nahm jeder Mitarbeiter im Schnitt an Lehr- und Informationsveranstaltungen teil. Etwa ein Drittel der Weiterbildung entfällt dabei auf die Freizeit der Beschäftigten.

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Warum Arbeitgeber betriebliche Weiterbildung anbieten

  • Zur Umfrage

    Prozentsatz: Anteil der weiterbildungsaktiven Unternehmen, die das Motiv nennen, Mehrfachantworten

    Die Antworten sind aufgeteilt in "personalpolitisch motiviert" und "auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet".

    Quelle: IW-Weiterbildungserhebung 2014

  • 30,8 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Wir müssen unsere gesetzliche Pflicht zur Weiterbildung erfüllen".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 48,6 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Weiterbildung ist ausdrücklicher Wunsch unserer Mitarbeiter".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 54,3 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Weiterbildungsangebote erhöhen die Attraktivität unseres Unternehmens für neue Mitarbeiter und erleichtern die Rekrutierung".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 71,1 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Weiterbildung trägt zur Mitarbeiterbindung bei".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 79,4 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Betriebliche Weiterbildung erhöht die Motivation und Arbeitszufriedenheit unserer Mitarbeiter".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 88,5 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Mit betrieblicher Weiterbildung können wir die Kompetenzen unserer Mitarbeiter ausbauen".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 65,6 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Durch die Einführung neuer Technologien und/oder die Reorganisation von Arbeitsprozessen entsteht Anpassungsbedarf bei den Qualifikationen unserer Mitarbeiter".

    (auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet)

  • 74,8 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Weiterbildung fördert die Innovationsfähigkeit unseres Unternehmens".

    (auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet)

  • 83,2 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Betriebliche Weiterbildung steigert die Leistungsfähigkeit und Produktivität unserer Mitarbeiter".

    (auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet)

  • 84,4 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Die Resultate betrieblicher Weiterbildung tragen zur betrieblichen Wertschöpfung und zum Geschäftserfolg bei".

    (auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet)

Aus- und Weiterbildung

Dass die Unternehmen ihre Angestellten immer häufiger in Fortbildungen stecken, liegt nach Angaben des IW nicht nur daran, dass das Geld nach der Wirtschaftskrise wieder etwas lockerer sitzt.  “Die Unternehmen haben die große Relevanz der betrieblichen Qualifizierung für Innovationskraft und Zukunftssicherung also erkannt und handeln entsprechend”, glaubt Michael Hüther, Direktor des IW.

Insbesondere die Angst vor dem Fachkräftemangel treibt offenbarviele Chefs dazu, in die Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter zu investieren. “Fachkräfteengpässe führen zu Verzögerungen im Betriebsablauf bis hin zum Verlust von Aufträgen, worunter letztlich die Wettbewerbsfähigkeit leidet”, sagt Hüther. Die Folge: Wer auf dem Markt keine qualifizierten Arbeitskräfte mehr bekommt, die die die Qualität der Produktionsprozesse und Dienstleistungen sichern,  muss sie sich eben selber darum kümmern.

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Arbeitgeber lassen sich Weiterbildung etwas kosten

Von ihrem Weiterbildungsengagement erwarten die Unternehmen aber nicht nur einen größeren Geschäftserfolg. Sie brauchen die Fortbildungen auch als Lockmittel im Kampf um die besten Köpfe. Weitere Motive der Unternehmer sind  demnach der Wettbewerb um Fachkräfte, die Verbesserung von Arbeitszufriedenheit und die Pflege der eigenen Arbeitgebermarke. “Es gibt Hinweise darauf, dass Unternehmen, die über eine etablierte Weiterbildungskultur verfügen, seltener Probleme bei Stellenbesetzungen als andere haben”, sagt IW-Direktor Hüther.

Nicht nur die Arbeitgeber lassen sich die Weiterbildung übrigens etwas kosten. Auch die Angestellten investieren, vor allem ihre Zeit. Etwa ein Drittel der Weiterbildung findet in der Freizeit statt.

Kleiner Wermutstropfen: Auch wenn das Weiterbildungsengagement laut dem Institut der Wirtschaft einen Rekordwert erreicht hat, bieten nicht alle Unternehmen regelmäßig Fortbildungskurse an. Hauptgründe der Weiterbildungsmuffel: Sie sehen keinen Bedarf, haben zeitliche Probleme bei der Freistellung von Mitarbeitern und fehlende Ressourcen.

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