Terror in Algerien: Sicherheitsmanagement von BP hat versagt

Terror in Algerien: Sicherheitsmanagement von BP hat versagt

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Ein bei der Geiselnahme im algerischen In Amenas zerstörtes Fahrzeug. Beim Angriff der algerischen Streitkräfte auf die Terroristen starben unter anderem 37 Ausländer, die für den Ölkonzern BP auf dem Ölfeld tätig waren.

Das Geiseldrama in Algerien offenbart die unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen des Ölkonzerns BP. Die Terroristen hatten offenbar Insider-Informationen, wie eine Analyse zeigt.

Bei der blutigen Geiselnahme auf einem Ölfeld in der algerischen Wüste verfügten die Terroristen offensichtlich über Insider-Wissen. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Corporate Trust, einer Münchner Management-Beratung, die auf Sicherheitsfragen spezialisiert ist.

"Wie intensiv das Unternehmen BP in Algerien ausspioniert worden war, lässt sich anhand der Insider-Kenntnisse erahnen, die die Terroristen hatten", heißt es in einer Mitteilung des Corporate Trust. Dafür sprächen folgende Tatsachen: 

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Den Angreifern war bekannt, dass eine große Anzahl ausländischer Expats in der Anlage tätig war. Zudem verfügten die Angreifer über deren Zimmernummern in den Wohngebäuden sowie Details über interne Abläufe der Anlage.

Ein Mann des Wachpersonals hatte nach dem Angriff die Seiten gewechselt und sich an der Terroraktion beteiligt. Auch ein ehemaliger Fahrer der Betreiberfirma war unter den Geiselnehmern. Gegen weitere vier Überlebende ermitteln bereits die algerischen Behörden. Überlebende berichten außerdem von den ausgesprochen guten Englischkenntnissen der Geiselnehmer. Laut algerischer Regierung stammen die Mitglieder der 30-köpfigen Gruppe aus acht verschiedenen Ländern, darunter Kanada. Diese Tatsachen zeigten, so Corporate Trust, dass die Angreifer "nicht einfache Kriminelle aus der Wüste" gewesen seien.

Der Angriff der Geiselnehmer auf das Ölfeld wäre ohne Insider-Wissen kaum möglich gewesen, folgern die Analysten. Solche Informationen über Sicherheitsvorkehrungen in der Anlage, Lagepläne, Notfall-Kommunikationskanäle sowie die dort anwesenden Mitarbeiter und Sicherheitskräfte sind stets der "weiche Unterbauch" jedes Unternehmens, der von Angreifern ausgenutzt wird, insbesondere in Hochrisiko-Ländern. "Diese Informationen vor dem Zugriff durch Dritte zu schützen, muss eines der übergeordneten Ziele einer professionellen Unternehmenssicherheit sein", heiß es bei Corporate Trust.

Für die Sicherheit von Mitarbeitern in terrorgefährdeten Regionen empfehlen die Berater folgende Maßnahmen.

Empfehlungen von Corporate Trust für die Sicherheit

  • Sicherheitspersonal

    sollte mit oberster Priorität ausgewählt werden von professionellen Sicherheitsberatern mit Kenntnissen über die örtliche Lage. Potentielle „Maulwürfen“ kann nicht das Management eines Unternehmens erkennen.

  • Örtliche Sicherheitskräfte

    einzusetzen ist zwar meist preiswert aber sehr riskant, wenn es in dem Land viele Extremisten gibt. Diese sind bekannt für ihre effektiven Rekrutierungsapparate.

  • Die Sicherheitslage

    an allen Standarten sollte durch ein Lagezentrum bzw. externe Dienstleister dauernd beobachtet werden, die bei kritischen Ereignissen, z.B. politischer Umstürze, Naturkatastrophen oder terroristischer Angriffe, Warnungen herausgegeben.

  • Risikoszenarien

    sollten vorab erstellt werden, mit deren Hilfe man bei Bedarf erhöhte Sicherheitsmaßnahmen ergreifen kann.

  • Kontakte

    zu den örtlichen Behörden sollten frühzeitig eingerichtet werden, um gegebenenfalls ein Eingreifen abzustimmen.

Unternehmen mit Aktivitäten in besonders terrorgefährdeten Staaten sollte klar sein, dass die dortigen Regierungen und Behörden meist nicht der unbedingten Rettung von Menschenleben Priorität einräumen, sondern der Reputation nach innen. Eine "harte Hand" zeigten auch die algerischen Streitkräfte bei ihrem sehr blutigen Angriff auf die Geiselnehmer. Nicht nur fast alle Terroristen und einige Soldaten starben, sondern auch mindestens 37ausländische Geiseln.

Fazit der Ereignisse in Algerien sei, so Corporate Trust, dass europäische Unternehmen und ihre Mitarbeiter für islamistische Terroristen weiterhin ein "attraktives Ziel" seien und dass nicht die genaue Nationalität entscheidend sei, sondern die Zugehörigkeit zur „Gemeinschaft der Ungläubigen“.

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