Umfrage unter Unternehmerinnen: Kind und Karriere? Na klar!

Umfrage unter Unternehmerinnen: Kind und Karriere? Na klar!

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Unternehmerinnen sehen wenig Probleme darin, Familie und Job zu vereinen.

Während sich viele Angestellte fragen, ob und wie sie Kind und Karriere unter einen Hut bekommen, sind Selbstständige da einen großen Schritt weiter. Kinder hindern Frauen nicht am Unternehmertum, wie eine Umfrage zeigt.

Die Leitung eines Unternehmens und die Gründung einer Familie können Frauen oft miteinander vereinbaren. Das ist zumindest das Ergebnis einer Umfrage unter den Mitgliedern des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU). Demnach gaben 38 Prozent der Arbeitgeberinnen an, beides lasse sich „besonders gut vereinbaren“. Bei 14 Prozent war die Familiengründung sogar der Auslöser für die Selbstständigkeit, wie der VdU mitteilte.

Dass sich Berufstätigkeit und Elternschaft als Unternehmerin „weniger gut vereinbaren lassen als im Angestelltenverhältnis“, meinten 13 Prozent der 274 Umfrage-Teilnehmerinnen. 11 Prozent gaben an, ihre Selbstständigkeit habe sie von der Familiengründung abgehalten. 25 Prozent konnten sich für keine der vorgegebenen Antworten entscheiden.

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Zehn Dinge, mit denen Frauen ihre Karriere riskieren

  • Lieber Spaß als Macht

    Fragt man eine Frau: Was ist Ihnen an ihrem Job wichtig? Lautet die Antwort nicht, mein Firmenwagen, das üppige Gehalt oder der leistungsabhängige Bonus. Nein! Frauen wollen hauptsächlich Spaß an der Arbeit. Während 49 Prozent der Frauen sich ein freundliches Arbeitsumfeld wünschen und 44 Prozent Wert auf vielfältige Arbeitsaufgaben legen, sind nur 16 Prozent auf Prestige und 9 Prozent auf eine rasche Beförderung aus.

  • Keine Ellenbogenmentalität

    Gerade in größeren Abteilungen müssen sich Mitarbeiter häufig gegen ihre Kollegen durchsetzen, um sich Gehör und Respekt beim Chef zu verschaffen. Doch gerade dieser interne Konkurrenzkampf gefällt vor allem Frauen nicht. Eine Umfrage von TNS Emnid und der Axa-Versicherung zeigt, dass über ein Drittel aller Frauen Angst vor dem Konkurrenzkampf mit Kollegen haben. Nur 15 Prozent ihrer männlichen Mitstreiter sorgen sich darum.

  • Übersteigerter Teamgeist

    Teamfähigkeit gilt als einer der wichtigsten Soft-Skills und gerade Frauen bevorzugen diese Form des Arbeitens. Ein Experiment an der Universität Lyon hat gezeigt, dass Männer vor allem dann Teamarbeit nutzen, wenn sie in dem geprüften Bereich nicht so leistungsfähig sind. Frauen arbeiten generell lieber im Team, unabhängig davon wie stark sie selbst auf dem jeweiligen Gebiet sind. Eine durchaus positive Fähigkeit, solange die eigene Leistung nicht vom Können des Teams überschattet wird.

  • Falsche Studienwahl

    Die karriererelevanten Studienfächer sind nach wie vor Wirtschaftswissenschaften, Jura und Ingenieurswissenschaften. Während bei den Wirtschaftswissenschaften im Wintersemester 2010 immerhin 45 Prozent der deutschen Studierenden weiblich waren und bei Jura sogar über die Hälfte, sieht es im Bereich der Ingenieurswissenschaften weiterhin düster aus. Die Maschinenbaustudiengänge verzeichneten gerade einmal einen Frauenanteil von neun Prozent. Bei Elektrotechnik waren es sogar nur sechs Prozent.

  • Zu wenig Selbstbewusstsein

    Frauen verkaufen sich häufig unter Wert und trauen sich selbst viel zu wenig zu. Eine Studie des Beratungsunternehmens Accenture zeigt, dass Frauen sich selbst beschuldigen, wenn es um die Gründe für ihre schlechten Aufstiegschancen geht. 28 Prozent der befragten Damen sagen, ihnen fehlten die nötigen Fertigkeiten für den nächsten Schritt auf der Karriereleiter.  

  • Chefinnen unerwünscht

    Nicht nur Männer wollen keine Frauen als Chef, sogar die weiblichen Arbeitnehmer sind von Frauen in Führungspositionen wenig überzeugt. Nur drei Prozent wollen eine Chefin. Neunmal so viele finden es besser einen Mann als Chef zu haben. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Meinungsforscher von Forsa.    

  • Rivalität unter Frauen

    Damit in Zusammenhang könnte das Phänomen der Stutenbissigkeit stehen. Eine Studie der Universität Amsterdam belegt, dass Frauen zwar gut kooperieren können, aber nur so lange sie mit männlichen Kollegen zu tun haben. Sobald sie mit Frauen zusammenarbeiten sollen, ist es um den Teamgeist schlechter bestellt. Ein internationales Forscher Team setzte kürzlich sogar noch einen obendrauf. Sie fanden heraus, dass die Damen besonders schlecht miteinander können, wenn die jeweils andere bei den männlichen Kollegen gut ankommt. 

  • Über Geld spricht man nicht

    Selbst Frauen in Führungspositionen verdienen immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Eine Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung unter 12.000 Akademikern zeigt die Unterschiede. Ein männlicher Abteilungsleiter verdient etwa 5000 Euro monatlich, sein weibliches Pendant gerademal 3800 Euro. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Frauen bei Gehaltsverhandlungen mit weniger zufrieden sind und andere Faktoren wichtiger finden.

  • Familie oder Beruf? Familie!

    Zugegeben, es ist nicht einfach Familie und Karriere miteinander in Einklang zu bringen. 72 Prozent der Mütter von minderjährigen Kindern halten dieses Unterfangen für schwierig. Und die Mütter sind es letztendlich auch, die in Sachen Karriere den Kürzeren ziehen. Dafür verantwortlich sind die traditionellen Vorstellungen von Familie, die sowohl Männer als auch Frauen immer noch mit sich herumtragen. Während 2010 nur etwa 5 Prozent der Väter mit minderjährigen Kindern in Teilzeit arbeiteten, waren es über 68 Prozent der Mütter.  

  • Der fehlende Wille

    Zu all diesen Karrierehemmnissen kommt ein zentraler Punkt hinzu. Viele Frauen wollen überhaupt nicht aufsteigen. Das Beratungsunternehmen Accenture fand heraus, dass nur jede fünfte Frau ihre Karriere überhaupt vorantreiben will. Ganze 70 Prozent sind mit ihrer aktuellen Position im Unternehmen zufrieden.

Etwa zwei Drittel der Unternehmerinnen hatten der Umfrage zufolge während ihrer Selbstständigkeit Kinder unter 18 Jahren.

Mehr als drei Viertel setzten auf flexible Arbeitszeiten, damit ihre Mitarbeiter Familie und Beruf unter einen Hut bringen können. VdU-Präsidentin Stephanie Bschorr sprach sich aber gegen eine gesetzlich geregelt Familienarbeitszeit aus. Das wäre aus ihrer Sicht „eine staatliche Bevormundung“.

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