Unternehmensführung: Was macht gute Aufsichtsratsarbeit aus?

Unternehmensführung: Was macht gute Aufsichtsratsarbeit aus?

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Wie ticken Aufsichtsräte? 181 von ihnen wurden durch das Reinhard-Mohn-Institut an der Universität Witten/Herdecke interviewt

von Hans-Jürgen Klesse

Eine neue Studie der Universität Witten/Herdecke kommt zu dem Ergebnis, dass Regeln für Aufsichtsräte bestenfalls Mindeststandards schaffen.

Die zunehmende Regulierung der Unternehmensführung und -kontrolle in den letzten Jahren hat die alltägliche Arbeit von Aufsichtsräten kaum verändert. Das ist das Ergebnis einer Studie, in deren Rahmen 181 Aufsichtsräten durch das Reinhard-Mohn-Institut an der Universität Witten/Herdecke interviewt wurden.

Die Wirtschaftswissenschaftler untersuchten dabei insbesondere den Umgang mit der Unternehmensmitbestimmung, die Nominierung neuer Aufsichtsratsmitglieder, die erhöhten Anforderungen im Prüfungsausschuss, das Führungsverhalten des Aufsichtsratsvorsitzenden sowie den Zusammenhang zwischen Vergütung und Motivation.

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Vertrauenskultur muss sich entwickeln

Der bestehende rechtliche Rahmen kann, so die Ergebnisse der Studie, zum Beispiel bei der Mitbestimmung für das Unternehmen Mehrwert stiften, wenn sich sowohl Anteilseigner- als auch Arbeitnehmervertreter von ihrer Rolle als reine Interessenvertreter lösen und sich dadurch eine Vertrauenskultur zwischen den beiden Aufsehergruppen entwickelt.

In einigen Fällen gelingt eine solche Form des pragmatischen Arrangements, in anderen ist ein offener Konflikt nahezu unvermeidbar. Einer der Interviewpartner bringt es auf den Punkt: „Sobald Sie eine Spaltung des Gremiums in zwei Bänke haben, ist die Effizienz eigentlich dahin.“

Die Angst vor Konsequenzen wächst

Ähnlich verhält es sich mit dem Nominierungsausschuss: Eigentlich soll das Gremium Kandidaten für den Aufsichtsrat vorschlagen. Im Alltag, so die Studie, verändert die Ausschussarbeit die Nominierungsprozesse kaum. In den Aufsichtsrat kommt in der Regel, wer von dem informellen Tandem aus Aufsichtsrats- und Vorstandsvorsitzendem bestimmt wird.

Beim Prüfungsausschuss führen die gesetzlichen Bestimmungen zunehmend zu einer reinen juristischen Absicherung. Die hohen Anforderungen an die Mitglieder des Prüfungsausschusses lassen die Angst vor haftungsrechtlichen Konsequenzen wachsen.

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