Vertical Villages: Betreutes Wohnen für Top-Manager

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Vertical Villages: Betreutes Wohnen für Top-Manager

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Leben und Arbeiten ohne das man nochmal vor die Tür muss? Alles was Sie brauchen in einem Gebäudekomplex?

von Kerstin Dämon

Nach Asien und den USA entstehen nun in Deutschland Hochhäuser, in denen Manager am gleichen Ort leben und arbeiten sollen. Was als Investment mittelfristig taugt, ist städtebaulich und arbeitspsychologisch fragwürdig.

Stellen Sie sich vor, Ihr Chef schickt Sie für vier Jahre zum Arbeiten nach Shanghai. Oder nach Hongkong. Vielleicht nach Singapur. Und Sie können Chinesisch oder Tamil weder sprechen noch lesen. Was bei der Arbeit dank Weltsprache Englisch kein Problem sein sollte, wird im Alltag schwierig: Wo kauft man ein – und was? Wie sollen sich die Kinder verständigen? Mit was vertreibt sich der Partner die Zeit? In den asiatischen Metropolen gibt es für die sogenannten Expats aus Europa, Kanada, USA und Australien eine Lösung: Service Appartements.

In Hochhäusern und westlichen Enklaven innerhalb der Stadt bekommen die Manager ein Gefühl von Heimat: Westliche Supermärkte im Haus oder vor der Tür sorgen dafür, dass es auch in China nicht an der Leberwurststulle mangelt. Die Kinder gehen in westliche Schulen oder Kitas vor Ort und wer möchte, kann seinen Haushalt oder die Einkäufe vom Personal erledigen lassen. Wer hier lebt, muss auf nichts aus seiner Heimat verzichten – und sich nicht in die fremden Städte integrieren.

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Kita, Fitness, Gastronomie, Handel, Job und Wohnung in einem Haus

Auch in den USA ist der Lebensraum Hochhaus ein alter Hut. 65 Prozent derer, die in den Vereinigten Staaten in einem solchen Rund-um-sorglos-Haus leben, arbeiten auch darin. In der fünften Etage wird das Kind in die Kita gebracht, im dritten Stock geht man zur Arbeit. Anschließend ein kurzer Besuch im Fitness-Studio auf dem Dach und die Lebensmittel kommen aus dem Supermarkt im Erdgeschoss. Das Leben in diesen sogenannten Vertical Villages ist mit dem Aufzug zu erreichen.

Auch in Deutschland sollen die Hochhausdörfer in Zukunft Managern, die für ein paar Jahre Station in einer Stadt machen, ein Dach über dem Kopf bieten. Das erste Vertical Village eröffnet planmäßig im Jahr 2018 in Berlin. Dort wird der Immobilien-Projektentwickler CG-Gruppe ein Hochhaus umbauen, das derzeit noch von der Postbank genutzt wird.

Die Bauprojekte der CG-Gruppe

  • Fishman-Tower, Düsseldorf

    Am "Mörsenbroicher Ei" in Düsseldorf plant die CG ein neues Bauprojekt. Die Preise für Wohnungen, Büros und Geschäfte sollen bei 14 bis 16 Euro/qm liegen.

  • Kaiserlei-Kreisel, Offenbach

    Am Kaiserlei-Kreisel in Offenbach, der abgerissen und durch Ampelanlagen ersetzt werden soll, soll ein neues Wohnhochhaus entstehen. Von hier aus sollen die Anwohner in 15 Minuten mit dem ÖPNV nach Frankfurt fahren können. Mietpreis: 12 bis 14 Euro/qm.

  • Postbank Tower, Berlin

    89 Meter hoch ist der Postbank-Tower in Berlin. Wer eine der Wohnungen in den oberen Stockwerken bekommt, darf sich also vermutlich an Tagen mit gutem Wetter über eine tolle Aussicht freuen. Und das in der Innenstadt, in Kreuzberg. Durchgeführt wird die Umwandlung von Bürohaus in Wohnhaus von der CG-Gruppe. Das Berliner Objekt ist nicht das einzige Projekt.

  • Technisches Rathaus, Leipzig

    Zentrumsnah mit der Lage an der Prager Straße ist auch das Technische Rathaus in Leipzig. Auch hier sollen Wohnungen entstehen. Der Preis soll 11 bis 13 Euro/qm betragen.

320 Wohnungen auf 16.200 Quadratmetern sollen dort am Halleschen Ufer Nummer 40 bis 60 entstehen, alle maximal 45 bis 65 Quadratmeter groß und teilmöbliert. Hinzu kommen Fitness-Angebote, Restaurants, eine Skybar, Büros, ein Hotel sowie Einzelhandel und andere Gewerbeflächen. Selbst an eine Kita ist gedacht.

Zudem sollen die Bewohner der Stadt-Dörfer außerdem große Freiflächen gemeinsam nutzen können. So stehen beispielsweise vollausgerüstete Küchen für alle zur Verfügung, die sich einmal wie ein Chefkoch fühlen möchten. Genauso sind Orte des gemeinsamen Arbeitens und Mietwagendienste vor der Tür geplant. Und wer keine Lust hat, seine Hemden selber zu waschen und zu bügeln, gibt sie beim Wäschedienst ab und bekommt sie – wie im Hotel – zurück an die Tür geliefert.

Das Ziel laut Projektbeschreibung: „ein durchmischtes lebendiges Stadtquartier.


Hippe Namen für alte Bürogebäude

Bis 2020 sollen die hochqualifizierten Jobnomaden in 12 Metropolen in Deutschland in Vertikale Dörfer einziehen können. Neben dem Berliner Postbanktower sind bereits fest geplant: das ehemalige Gebäude der Deutschen Post in Köln, der Fishman Tower in Düsseldorf, das technische Rathaus in Leipzig und der Kaiserlei-Kreisel in Offenbach sowie die Marienstraße in Dresden. Die Bauprojekte bekommen natürlich entsprechende hippe Namen wie CologneApart, NewFrankfurt Towers oder FourLiving.

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„Wir bieten mehr als ein Gebäude. Wir bieten ein Lebenskonzept“, sagte CG-Gründer Christoph Gröner gegenüber dem Handelsblatt. Preislich wird das Ganze laut Plan knapp über der ortsüblichen Durchschnittsmiete liegen, Solaranlagen & Co. sollen die Nebenkosten gering halten.

Zu Gröners Zielgruppe gehören Spezialisten und Manager, die ein paar Monate oder Jahre in einer Stadt bleiben und dann weiter ziehen. Angesprochen werden sollen Akademiker zwischen 20 und 35 Jahren, Unternehmer ab 55 und erfolgreiche Singlefrauen.

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