Vorstandsgehälter: Jetzt reicht es VW-Chef Winterkorn

Vorstandsgehälter: Jetzt reicht es VW-Chef Winterkorn

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Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, am 13.01.2013 in Detroit vor der North American International Auto Show (NAIAS) bei einer Pressekonferenz. Er will seine Bezüge beschränken.

von Ferdinand Knauß

VW-Chef Martin Winterkorns Verdienst für 2012 könnte bei rund 20 Millionen Euro liegen. Um die zu erwartende Empörung zu vermeiden, will er sich nun selbst beschränken lassen.

Die öffentliche Debatte über zu hohe und daher möglicherweise zu begrenzende Managergehälter ist gerade etwas abgeklungen. Josef Ackermann, dessen Gesicht die Projektionsfläche der Aufregung war, genießt seine Ruhestandsbezüge. Als Nachfolger - in dieser Hinsicht - böte sich nun Martin Winterkorn an. Von ohnehin schon üppigen 16,6 Millionen Euro 2011 dürften seine Bezüge für das abgelaufene Jahr auf rund 20 Millionen gestiegen sein, wenn sie so berechnet würden, wie bisher üblich beim Volkswagen-Konzern. Denn 2012 war für Deutschlands größten Autokonzern und seinen ersten Angestellten ein Jubeljahr. Eine Neuauflage der Gehälterdebatte mit Winterkorn als obszönes Aushängeschild will der Konzern, der schließlich das Volk im Namen trägt und zu 20 Prozent dem Land Niedersachen gehört, aber offensichtlich unbedingt vermeiden.

Wie das Handelsblatt heute berichtet, ist Winterkorn willens, zu diesem Zweck auf einen Teil seiner Bezüge zu verzichten. Die Standardlösung in solchen Fällen, eine mildtätige Gabe an wohltätige Organisationen oder die Gründung einer Stiftung, wie es Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking vorgemacht hatte, scheint Winterkorn aber nicht für angemessen zu halten. Nicht Mildtätigkeit, sondern Maßhalten soll die Botschaft sein. Deswegen entwirft Winterkorn nun gemeinsam mit dem Aufsichtsrat eine Regelung, die die Vorstandsgehälter begrenzt. Die bei VW traditionell mächtige Arbeitnehmervertretung drängt: "Die bisherige Höhe der Vorstandsvergütung ist trotz des außerordentlichen Erfolgs von Volkswagen in der Öffentlichkeit anscheinend nicht vermittelbar", zitiert das Handelsblatt den Betriebsratschef und Aufsichtsratsmitglied Bernd Osterloh. 20 Millionen sollten die "magische Obergrenze" sein, hieß es wohl auch bei der Landesregierung in Hannover. Der Aufsichtsrat will bis zur offiziellen Präsentation der Jahresbilanz im März eine Lösung finden. Winterkorns Bezüge sollen jedenfalls nicht höher liegen als die von 2011. Man brauche "überarbeitete Kriterien und Ziele zur Ermittlung der Vorstandsvergütung", zitiert das Handelsblatt Osterloh. Ziel sei "eine Begrenzung" nicht nur für Winterkorn, sondern auch die anderen Vorstandsmitglieder.

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Eine Möglichkeit wären veränderte Zielvereinbarungen, die künftige Geschäftserfolge nicht mehr automatisch zu höheren Bezügen führen lassen. Eine absolute und starre Obergrenze lehnen Winterkorn und Osterloh dem Vernehmen nach ab.

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Volkswagen ist der letzte DAX-Konzern, der noch keine Begrenzung der Vorstandsvergütung eingeführt hat. Die meisten anderen tun das nach dem Muster der Allianz-Versicherung: Der Bonus darf dort maximal 165 Prozent der vereinbarten Summe betragen - auch wenn der Konzerngewinn um mehrere 100 Prozent gestiegen ist. Absolute Obergrenzen, wie von den Gewerkschaften gefordert, existieren in Deutschland bislang nicht.

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