Vorstandsvergütung: Transparenz lässt Managergehälter explodieren

Vorstandsvergütung: Transparenz lässt Managergehälter explodieren

Angeblich bremst es die Exzesse der Managergehälter, wenn die Einkommen veröffentlicht werden. Doch eine neue Studie zeigt: Das Gegenteil ist der Fall.

Die Entwicklung der Managergehälter in den vergangenen Jahren finden viele Menschen obszön. Die Rufe nach absoluten Grenzen durch gesetzliche Regelungen, die aus dem linken Lager des politischen Spektrums immer wieder kommen, stoßen dagegen meist auf heftigen Widerspruch, da sie einen Eingriff in die Vertragsfreiheit bedeuten würden.

Als Mittel der Wahl gilt da die allseits beliebte Transparenz. Wenn Unternehmen, vor allem börsennotierte, die Bezahlung ihrer Führungskräfte vor den Augen der Aktionäre und der übrigen Öffentlichkeit ausbreiten müssten, dann hätten sie ein Interesse daran, als vernünftige Gehaltszahler dazustehen.

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Soweit die Theorie. Doch sie scheint in der Praxis nicht zu funktionieren. Das Gegenteil ist der Fall, wie eine Studie der Universität Cambridge jetzt zeigt.

Entscheidend dafür, dass die Bezahlung der CEOs in 1.000 amerikanischen Großunternehmen trotz detaillierter Offenlegung zwischen 2006 und 2012 nicht sank, sondern deutlich stieg, seien die „compensation consultants“ - also auf Vergütungsfragen spezialisierte Berater.

In diesen Branchen kriegen die Chefs am meisten

  • Chemie

    Auf dem dritten Platz landen die Geschäftsführer aus der Chemieindustrie. Sie können sich im Schnitt über jährliche Bezüge in Höhe von 573.000 Euro freuen.

  • Automobilindustrie

    Insbesondere Chefs von großen Unternehmen können sich über eine hohe Vergütung freuen. Kein Wunder, dass die Geschäftsführer in der Autoindustrie mit Bezügen von durchschnittlich 616.000 Euro weit vorne liegen.

  • Pharma

    Am besten werden in Deutschland die Geschäftsführer von Pharmaunternehmen bezahlt. Sie kassieren im Schnitt Bezüge in Höhe von rund 661.000 Euro im Jahr.

Diese Beraterbranche ist gerade dadurch gewachsen, dass ihr immer ausführlichere Vergütungsdaten zur Verfügung stehen. Und sie sorgen damit bei der Beratung von Aufsichtsräten dafür, dass die Spirale sich umso schneller nach oben dreht. Denn: Man orientiert sich stets am oberen Ende der Skala.

"Wir finden durchweg Belege dafür, dass Vergütungsberater eingestellt werden, um höhere Vorstandsgehälter gegenüber dem Aufsichtsrat, den Aktionären und anderen Stakeholdern zu rechtfertigen", schreiben die Autoren Jenny Chu, Jonathan Faasse and P. Raghavendra Rau. Unternehmen  mit Vergütungsberatern "zeigen einen Anstieg von 7,5 Prozent bei der Bezahlung des CEO verglichen mit andern Unternehmen."“ Besonders krass war der Anstieg (13 Prozent), wenn die CEOs selbst statt des Boards den Berater einstellten.

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Einer der Autoren weist auf das Beispiel von Michael Dell, Gründer und CEO der gleichnamigen Firma: Nachdem Dell 2011 einen Vergütungsberater einstellte, vervierfachte sich sein Gehalt. Die von den Vertretern der Transparenz-These angenommene Beschämung der allzu hoch Bezahlenden und Bezahlten findet offensichtlich nicht statt. Zumindest wirkt sie sich nicht aufs Handeln aus.

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