Weiterbildung: Mit Spielen führen lernen

ThemaManagement

Weiterbildung: Mit Spielen führen lernen

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Fast wie im wahren Leben. Der ManagementCup macht Mitspieler zu Unternehmenslenkern.

von Manfred Engeser

Per Mausklick Mitarbeiter entlassen, Werbeausgaben senken, neue Produkte entwickeln: Mit Planspielen verschaffen Unternehmen Mitarbeitern Einblicke in komplexe Geschäftsstrategien. Das Gleiche bieten wir Ihnen mit dem Managementcup an.

Der alte Vorstand war in den Ruhestand verabschiedet, das Ergebnis im Vorjahr gerade mal zufriedenstellend, das Produktportfolio vorsichtig formuliert ausbaufähig, die Schadensregulierung großzügig: Die Situation, in der sich Katja Kretzschmar befand, war ziemlich knifflig. So knifflig wie die Entscheidungen, die sie und ihre ebenfalls frisch installierten Vorstandskollegen zu treffen hatten, um das Ruder herumzuwerfen in dem 1912 gegründeten Versicherungsunternehmen und sich auch im Jubiläumsjahr und darüber hinaus gegen die derzeit vier hartnäckigsten Wettbewerber zur Wehr zu setzen.

Soll der branchenbekannt hohe Werbeetat gekürzt werden? Kann eine vom bisherigen Vorstand verschmähte Zusammenarbeit mit freien Außendienstlern die Entwicklung des Unternehmens entscheidend voranbringen? Sind das hohe Fixgehalt und die vergleichsweise niedrigen Anreize durch Boni noch zeitgemäß – oder bremsen sie den Einsatzwillen der Mitarbeiter? Und sollte der Vorstand versuchen, durch eine riskantere Anlagestrategie den Wert der Assets und damit das Betriebsergebnis zu steigern?

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Szenarien am Laptop

Flink werden im Vorstandszimmer auf großen Flipcharts Tabellen gekritzelt, die die wichtigsten Kennzahlen aller Versicherungssparten abbilden. Dokumente werden gewälzt, am Laptop Szenarien mit unterschiedlichen Mitarbeiterzahlen simuliert, Strategien angedacht, geprüft, verworfen.

Sie sind der Chef! - Infos zum Management-Cup 2013

  • Die Story

    Wir schreiben das Jahr 2020. Energie ist teuer geworden und noch immer nehmen die weltweiten CO2-Emissionen zu. Ihr Solar-Startup wurde als Profit Center an einen Konzern angegliedert. Sie besitzen die Vermarktungsrechte einer neuartigen Fotovoltaik-Technologie, den sogenannten organischen Solarzellen. Diese können umweltfreundlichen Sonnenstrom preiswert und überall verfügbar machen. Nun steht der Schritt vom Labor ins Massengeschäft an – und von Ihrem Geschick hängt es ab, ob die Solar-Revolution gelingen wird.

  • Der Spielverlauf

    Der Wettbewerb ist in drei Runden aufgeteilt. Nach jeder Runde werden drei Wochen gespielt, in denen die besten Spieler ermittelt werden. Wer als Manager die richtigen Entscheidungen getroffen hat, darf sich über einen der Hauptpreise freuen. In jeder Runde werden die Teilnehmer vor neue Herausforderungen gestellt und müssen als Manager die Entscheidungen für das eigene Unternehmen treffen.

  • Das erste Jahr (Runde 1)

    Die erste Runde beginnt für alle registrierten Teilnehmer am 2. Oktober 2013. Dabei wird die Kontrolle über ein Profit Center eines Herstellers von organischen Solarzellen im ersten (simulierten) Geschäftsjahr übernommen. Die Spieler treffen für jedes der vier Quartale eigene Entscheidungen, um die Geschicke des Unternehmens zu lenken. Am Ende des simulierten Jahres wird ein finaler Highscore errechnet. Die Teilnehmer können pro Woche alle vier Quartale einmal durchspielen und haben so jede Woche die Möglichkeit ihren Highscore zu verbessern.

  • Das zweite Jahr (Runde 2)

    Am 23. Oktober starten alle Teilnehmer “das zweite Jahr“. Der Einstieg ab Runde zwei ist noch möglich, jedoch sind die Anforderungen natürlich spürbar höher. Es wird das zweite Geschäftsjahr simuliert und die Spieler erhalten wieder drei Wochen Zeit, um ihren Highscore für das zweite Jahr zu optimieren. Nach dieser Zeit wird wieder ein Gesamtranking erstellt und da ist Können gefragt, denn nur die Besten kommen weiter. Für die restlichen 30 Prozent ist hier leider Schluss.

  • Die Zukunft (Runde 3)

    Das große Finale des ManagementCup 2013 läuft über einen Zeitraum von drei Wochen und beginnt am 13. November 2013. In der Finalrunde simulieren Teilnehmer insgesamt drei Geschäftsjahre des Unternehmens und haben genau einen Versuch einen guten Highscore zu erspielen. Aufgrund der steigenden Spielkomplexität haben die Spieler jeweils eine Woche Zeit, um ihre Entscheidungen für ein ganzes Geschäftsjahr abzugeben.

  • Preise

    Am Ende jeder Runde erhalten die drei Teilnehmer mit den besten Highscores einen Preis. Jede Woche wird zusätzlich die höchste erreichte Highscore mit einem weiteren Preis belohnt.

    Ausschlaggebend für die Vergabe der Preise ist das offizielle Ranking, das jeweils am Mittwoch um 12:00 Uhr nach dem Ende einer Runde bzw. Woche veröffentlicht wird. Gegen die Teilnahmebedingungen verstoßende Spieler werden von den Rankings ausgeschlossen und haben keinen Anspruch auf Preise.

Die Entscheidung, vorerst nicht mehr jeden Kunden unbesehen aufzunehmen und jeden Schaden vorbehaltlos zu regulieren, trifft das neue Führungsteam unisono, nach kurzer Diskussion. Eine gute Investition in die Zukunft: Nach einem Rückschlag in den ersten zwölf Monaten zieht die Versicherung im zweiten Jahr unter dem neuen Vorstand an der Konkurrenz vorbei – mit nochmals gesenktem Risiko in der Haftpflicht-, verdoppeltem Werbeetat und deutlich aufgestockter Vertriebsmannschaft in der Unfallversicherung sowie dem Turn-around in der Rechtsschutzsparte: Weil hier Vertriebler entlassen und der Werbeaufwand drastisch gesenkt wurde, sparen Kretzschmar und ihr Team hohe Kosten.

Als im Jahr darauf die Konjunktur abkühlt, erobert das Unternehmen die Marktführerschaft in der Unfallsparte, weil es dank frühzeitiger Investition in IT-Systeme Kosten in der Abwicklung spart und gleichzeitig in die Weiterbildung der Mitarbeiter investiert. Im Jahr darauf entscheidet der Vorstand, im Gegensatz zum Gros der übrigen Wettbewerber, in das Geschäft mit der Feuerversicherung einzusteigen. Weil die Tarife aber zu teuer sind und der Marketingetat zu niedrig ist, kommt das Geschäft nicht in Schwung. Kretzschmars Diagnose: „Klassischer First-Mover Disadvantage – die Konkurrenz hat sich ins Fäustchen gelacht.“

Als sich auch noch herausstellt, dass einer der Konkurrenten durch eine mutigere Anlagestrategie seinen Vorsprung ausbauen konnte, platzt einem von Kretzschmars Vorstandskollegen der Kragen: „War doch klar, dass wir mit dieser Angsthasen-Strategie nicht Marktführer werden!“

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