Weltmeister Deutschland: Was sich Manager bei der Nationalelf abschauen können

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GastbeitragWeltmeister Deutschland: Was sich Manager bei der Nationalelf abschauen können

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Was hat der Sieg der deutschen Nationalmannschaft mit Unternehmen zu tun? Unternehmensberater Sven Koch kennt die Antwort.

Fußball spielen können viele Mannschaften, doch am Ende gewinnt nur eine - ganz ähnlich sieht es auch bei Unternehmen aus. Was Manager lernen müssen, damit auch sie weltmeisterliche Leistungen erzielen.

Deutschland hat seit 2006 eine enorme Lernkurve bewältigt. Nach der EM 2004 hat kaum einer gedacht, dass die Nationalmannschaft im eigenen Land den Titel gewinnen kann. Doch Jürgen Klinsmann und Joachim Löw haben 2006 etwas geschafft, was nur Wenigen gelingt. Sie haben den Spielern eine Vision gegeben - und am Ende hat das ganze Land an diese Vision geglaubt. Mit teils unorthodoxen Mitteln und gegen jegliche Kritiker haben sie ihre Vision von dem Gewinn des Titels sehr emotional und glaubhaft den Spielern eingeimpft.


Was das deutsche Team von den anderen unterscheidet

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Kaum eine Mannschaft ist so gut organisiert und strukturiert, wie die deutsche Nationalmannschaft. Besonders eindrucksvoll konnte man dies im Halbfinale gegen Brasilien sehen. 7:1 im Halbfinale! Gegen Brasilien, den fünffachen Titelgewinner! Trotzdem war die deutsche Mannschaft demütig und hat sich dabei den Respekt der brasilianischen Bevölkerung verdient. Das gehört ebenso zu einer exzellenten Kultur, wie die Perfektion und den Spaß den jeder Spieler hat.

Noch deutlicher wurde die Struktur jedoch im Spiel gegen Argentinien. In der Abwehr waren die Argentinier eine Spitzenmannschaft, doch vor dem Tor waren sie wieder nur auf einen, Lionel Messi, fixiert. Die deutsche Nationalmannschaft konnte hingegen auf jeder Position brandgefährlich werden. Und das gilt uneingeschränkt auch für die Ersatzspieler. Genau das macht die Kultur der Mannschaft aus. Sie ist dadurch extrem flexibel und jeder Einzelne glaubt an die gemeinsame Vision. Wertschätzung findet im Team statt, denn jeder steht für den anderen ein.

Sven Koch ist Gründer der Unternehmensberatung "Dr. Koch Consulting", die auf die Bereiche Factory und Produktion sowie Organisation und Leadership spezialisiert ist. Quelle: Presse

Sven Koch ist Gründer der Unternehmensberatung "Dr. Koch Consulting", die auf die Bereiche Factory und Produktion sowie Organisation und Leadership spezialisiert ist.

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Was Löw zu einem guten Chef macht

Joachim Löw ist dabei die zentrale Figur. Als Trainer beziehungsweise oberste Führungskraft fördert er den Zusammenhalt. Er gibt uneingeschränkt die Richtung vor, bleibt aber kritikfähig und ändert den Kurs, wenn das Spiel oder die Spiele es erfordern. Doch er macht noch mehr, er vertraut uneingeschränkt seinen Spielern. Mesut Özil und Mario Götze haben keine überragende WM absolviert und doch hat Mesut Özil jedes Spiel gespielt. Und auch Mario Götze hat Löw während der ganzen Zeit vertraut, er wusste um seine technischen Fähigkeiten. Als dieser beim WM Finale gegen Argentinien in der 88 Minute eingewechselt wurde, hätten von den Fans wohl die wenigsten an ihn geglaubt. Deutschland ist dank Löws Vertrauen Weltmeister geworden.

Was sich Unternehmen beim Fußball abschauen sollten

Um exzellent zu sein, braucht es ein Verständnis für Führung, die bis zur untersten Ebene verwirklicht wird. Da genügt kein dreimonatiges Projekt im Schnelldurchgang. Auch die deutsche Nationalmannschaft hat für ihre Kulturentwicklung zehn Jahre gebraucht. Mit dem Ergebnis, dass diese Kultur kaum kopierbar ist, was wiederum einen Wettbewerbsvorteil bedeutet. Konkret brauchen Unternehmen folgendes:


- Fundierte firmeneigene Ausbildung zur Bindung loyaler Mitarbeiter: beim DFB beginnt die Ausbildung der Spieler im Kleinkindalter, Unternehmen erwarten, dass sie sehr gut ausgebildete Kräfte bekommen
- Flexibilität bei Herausforderungen und Absicherung von Ergebnissen durch viele Mitarbeiter. Dies führt dazu, das hierarchische Organisationsstrukturen mit Patriarchen ausgedient haben
- Neue Führungsstrukturen und Führungsphilosophien: Die oberste Führungsperson gibt uneingeschränkt die Richtung vor, bleibt kritikfähig und revidiert, falls notwendig, Entscheidungen zum Wohle des Unternehmens

Was ein Manager können muss

Um das eigene Unternehmen zum Weltmeister zu machen, muss eine Führungskraft:

Weitere Artikel

- Menschen coachen können, motivieren und weiterentwickeln können, wie Joachim Löw es bei vielen individuellen Gesprächen vormacht
- Menschen faszinieren und sie auf das gemeinsame Ziel einschwören
- die Vernetzung der Individuen fördern
- Mitarbeiter fordern, fördern und ihnen Vertrauen schenken
- eine firmeneigene Kultur entwickeln (Minimum sieben bis zwölf Jahre)

Das sind viele Aufgaben für zukünftig exzellente Unternehmen, aber sie lohnen sich. Gratulation und Verneigung an die deutsche Fußball Nationalmannschaft, die diese Ansätze umgesetzt hat. Hierfür bewundert uns die Welt des Fußballs.

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