Werner knallhart

6 Belohnungen, die Mitarbeiter wirklich glücklich machen

Gerade für junge Leute verliert das Auto als Prestigeobjekt an Bedeutung - und der Dienstwagen an Reiz. Aber keine Sorge: Wer als Chef von seinem Team vergöttert werden will, hat andere Möglichkeiten.

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In welcher Branche braucht man überhaupt einen Dienstwagen? Quelle: Fotolia

Eine Bekannte hat ihrem Sohn mal so eine elektrische Schallzahnbürste geschenkt. Und bekam als Dankeschön zurück: „Oje, jetzt muss ich mir immer diese sauteuren Ersatzbürstenköpfe kaufen!“

Und so geht es mittlerweile vielen mit einem vom Arbeitgeber angebotenen Extra. Die Nachteile überwiegen. Längst als Trojanisches Pferd entlarvt ist das Diensthandy. Anfangs war es noch cool, vor Freunden mit zwei Nummern jonglieren zu können. Heute ist klar: Wer ein Diensthandy hat, soll gefälligst rund um die Uhr rangehen oder die Ergüsse der Führungsriege in den E-Mails checken. Wer den ersten Herzinfarkt hinauszögern will, sollte sich mit Händen und Füßen gegen ein Diensthandy wehren.

Und jetzt geht es auch mit dem Dienstauto los: „Herrgott, Frau Westphal, jetzt gucken Sie doch mal, der hat beheizte Sitze, und wenn Sie da irgendwo drauf drücken, können Sie ganz einfach in zehn Schritten mit der eigenen Stimme die Navi einstellen. Den könnse sogar in Kopenhagenblau haben.“

"Alles schön und gut und nett gemeint und so. Aber ich habe keinen Parkplatz zuhause. Außerdem die Spritkosten. Und ich muss den anteilig versteuern. Das läppert sich.“

„Andererseits, Frau Westphal, überlegen Sie-“

„ICH! Will kein Auto.“

Die beliebstesten Dienstwagen

Ja, da müssen neue Ideen her. Hier sind ein paar. Fangen wir mit Alternativen zum Thema Mobilität an.

1. E-Roller oder E-Tuktuk schenken

E-Roller und E-Bikes sind selbst für Leute was, die ein eigenes Auto haben. Parkplatzprobleme gibt es mit Fahrrad und Roller keine. E-Roller haben sogar richtig schönes Angeber-Potenzial und sorgen auf der Straße heute mit ihrem originellen Design für mehr Oho als ein 5er-BMW mit sonst was für Felgen.

Für viele Pendler optimal, dank der Stau-Durchschlängel-Kompetenz. Neuerster Schrei in Schweden: Das E-Tuktuk des Start-ups Zbee aus Stockholm. Angelehnt an die dröhnenden Motorrad-Dreiräder aus Thailand, passen da drei Leute rein. Gibt es zwar noch nicht in Deutschland zu kaufen, soll aber bald kommen. Kostet rund 9.000 Euro.

2. Mobilitäts-Budget zum Verpulvern

Die Monatskarte für Bus und Bahn ist ja als Firmen-Abo schon üblich und wird mitunter regelrecht erwartet. Aber da geht noch mehr: Carsharing-Anbieter wie DriveNow bieten flexible Minuten-Pakete zum Pauschalpreis an. Mit so einem Paket auf dem Kundenkonto fühlt es sich an, als stünde der eigene Wagen immer genau da, wo man ihn gerade braucht. An tausenden Stellen in der Stadt.

Warum nicht einfach sagen: „Lieber Mitarbeiter, buch dir alle drei Monate so ein Paket und reiche die Rechnung ein. Gern geschehen. Dein Chef“?

Was Vorgesetzte tun können, damit ihre Angestellten zufrieden sind (und bleiben)

Einige Firmen bieten ihren Mitarbeitern auch einen eigenen kleinen Carsharing-Fuhrpark an. Die Autos stehen auf dem Firmenparkplatz. Herrlich in Sachen Elektroauto. Einfach zwei, drei Ladesäulen auf dem Gelände installieren, fertig ist die gute Tat. Wer seine Mitarbeiter in der Freizeit auch über die Stadtgrenzen hinaus maximal mobil machen will: Die BahnCard 100, mit der der Inhaber ein Jahr lang so viel Bahn fahren kann, bis er nicht mehr weiß, ob er gerade in Erfurt, Hannover oder Mannheim seinen Anschluss verpasst.

Aber man kann ja auch immobil glücklich sein. Wenn der Arbeitgeber es erlaubt:

Von Schreibtischen und Trainern

3. Massagen und Personal Trainer

Gegen das Gebuckele im Job: Massagen in der Mittagspause. Ich kenne Kollegen, die gehen vormittags mit einer Flunsch durchs Haus und strahlen nachmittags wie an ihrem eigenen sechsten Geburtstag. Dazwischen lag keine Beförderung, sondern eine Massage. Da kommt dann eine Masseurin mit ihrer eigenen Profi-Liege vorbei, wirft sich mit ihren starken Händen hinterrücks auf einen und das nächste langweilige Meeting über genießt man verträumt den abklingenden Schmerz an den Faszien zwischen den Schulterblättern.

Sonderkonditionen in Fitnessstudios bieten ja schon viele Firmen ihren Mitarbeitern an. Wer sein Team liebt, der kann ihm obendrein auch einen Personal Trainer spendieren. So einen muskelbepackten Antreiber im Poloshirt, der Sportwissenschaften studiert hat und deshalb sagen kann, dass er weiß, was er tut. Der sorgt selbst bei Leuten für Muskelkater, die von sich sagen: „Wieso, ich hab mein festes Sportprogramm.“

So sorgt der Arbeitgeber sogar oder zumindest in der Freizeit für Erfolgserlebnisse.

4. Ein Seminar beim Life-Coach

„Love it, change it or leave it.“ Das liest sich so einfach. Aber wer mit wildfremden Leuten anderer Branchen aus ganz Deutschland irgendwo im Bayrischen Wald in einem Seminar-Hotel durchlebt, was es heißt, seinen inneren Schweinehund zu überwinden und rote Linien „aktiv“ zu übertreten (zum Beispiel, in dem man sich mitten in einem gut besuchten Bayrischen Brauhaus selber absichtlich blamiert: „HALLO! Alle mal herhören, ich singe jetzt die Biene Maja. Bitte mal alle zuhören!“) und lernt, konsequente Entscheidungen fürs Leben endlich anzugehen („Jetzt ruft jeder einen Menschen an, den er seit Jahren nicht mehr gesprochen hat, obwohl das längst überfällig ist“), der kommt vielleicht zurück als neuer Mensch.

Ich persönlich habe unter dem Eindruck eines solchen Trainings mal meinen Job gekündigt. Das war gut.

Solche Trainings sind teuer, das leistet sich kaum einer privat. Nachteil: Vielleicht sind Sie den einen oder anderen Kollegen kurz darauf für immer los, wenn ihm die Augen geöffnet wurden.

5. Sparvariante: höhenverstellbarer Schreibtisch

Man sagt ja: Spare nicht an der Matratze, du verbringst ein Drittel deines Lebens auf ihr.

Nun, mindestens die Hälfte des Berufslebens verbringen viele an ihrem Schreibtisch. Ein Exemplar, das den Rücken schont, wäre mehr als eine nette Spielerei mit Fernbedienung.

Wer bei der Schreibtischarbeit ab und zu steht, leidet seltener unter Rückenverspannungen  und kommt nicht ganz so gerädert heim. Ein rückenfreundlicher Arbeitsplatz macht also auf auch den Feierabend schöner. Insbesondere in Jobs, in denen man von der Arbeit kommend direkt auf die Matratze gleitet.

6. „Kinners, ich zahl euch den Urlaub!“

Eine Pauschalreise mit TUI in den Robinson Club auf den Malediven kostet pro Person und Woche rund 2300 Euro, für Verliebte eben das Doppelte.

Für viele Mitarbeiter ein Traum, für viele Firmen oft ein Klacks. Wer seinen Mitarbeitern solch einen Knaller finanziert, der kann sich zweier Dinge sicher sein:

a. Der Kollege kommt wirklich mal raus und kommt entspannt wieder rein.

b. Er wird davon erzählen: „Also bei uns zahlt die Firma Traumurlaube.“

c. Er wird seinen Arbeitgeber lieben.

Und von Team geliebt zu werden, ist doch unbezahlbar.

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