Zukunft der Führung: Führung braucht die Kraft der Gefühle

Zukunft der Führung: Manager, geht bei Künstlern in die Lehre!

Führung braucht die Kraft der Gefühle

Gute Künstler zeichnet aus, dass sie einen neuen Blick auf die Welt werfen, so wie Kinder, mit großer Offenheit. Sie besitzen besondere Aufmerk­samkeit. Sie sind wie die jüngsten Brüder in den Märchen, die auf die kleinen Dinge achten und mit Hilfe unscheinbarer Wesen Aufgaben bewältigen, die jedem anderen als unlösbar erschienen.

Künstler unterscheiden sich dadurch, dass sie loslassen und Abschied nehmen können. Sie kleben nicht am Bisherigen und klammern nicht am Vertrauten, so wie der achtzigjährige Firmengründer, der nicht ausscheiden kann und den Nachfolger mit Rivalitätsgebaren schikaniert.

Nietzsche beschreibt die beiden Kräfte, die in ungewöhnlichen Menschen am Werk sind, als das Dionysische und das Apollinische, also das Rauschhafte und das Rationale, die Begeisterung und das praktische Können, das Mitreißende und das Vernünftige. Künstler können beide Kräfte in sich zulassen. Sie können sogar aus diesen gegensätzlichen Kräften, die in ihnen am Werk sind, aus der paradoxen Situation, die in ihnen entsteht, und den sich gegenseitig blockierenden Begegnungen, die sie empfinden, etwas ganz Neues hervorbringen.

Ein junger russischer Jurist mit besten Karriere-Aussichten besucht 1896 in Sankt Petersburg eine Impressionisten-Ausstellung. Bei der Betrachtung des Bildes „Der Heuhaufen“ von Claude Monet gerät er in Ekstase. Derselbe Mann sitzt nach der Premiere von Wagners Lohengrin noch stundenlang in der Oper und weint. Den Sonnenuntergang über Moskau zu erleben, bewegt ihn tief und erfüllt ihn mit einem solchen Glücksgefühl, dass er auch in späteren Jahren in Paris noch davon zehrt.

Der Mann heißt Wassily Kandinsky und wird als Erfinder der abstrakten Malerei in die Kunstgeschichte eingehen. Mit ihr verschafft er der bildenden Kunst ganz neue Ausdrucksmöglichkeiten.

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Wassily Kandinsky (1866-1944) gilt als Erfinder der abstrakten Malerei.

Ich glaube, dass Unternehmensführung in der heutigen Welt von Künstlern wie Kandinsky lernen kann. Denn sie verlangt mehr als nur rationale Kompetenz, sie braucht auch die Kraft des Emotionalen. Das Ungewöhnliche, durch das ein Unternehmen sich von anderen unterscheidet, entsteht dadurch, dass Vernunft und Gefühl aufeinander treffen. Widersprüche zwingen das Neue herbei.

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Vorbilder gibt es dafür wenige, vielleicht keine. Führung gilt es heute neu zu erfinden.

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