_

Motivationstipps: Wie Worte der Anerkennung richtig ankommen

von Liane Borghardt und Jochen Mai

Viele Chefs tun sich schwer damit, die Leistungen ihrer Mitarbeiter entsprechend zu würdigen. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, Ihre Mitarbeiter mit der richtigen Dosis an Lob zu Höchstleistungen anzuspornen.

Leistung würdigen

Anzeige

Ehrliches Lob macht sich genauso wie konstruktive Kritik nicht an der Person fest, sondern an der Sache. Und zwar nach fairen, transparenten Maßstäben; Willkür entwertet den Applaus. Eine Aussage wie „Sie sind das beste Pferd im Stall“ wird Ihr Gegenüber also garantiert weniger erfreuen als die Rückmeldung zu einem konkreten Ergebnis: „Klasse, wie Sie XY hinbekommen haben.“

Kein Pseudo-Lob

Wenn Sie loben, loben Sie. Sprich, verzichten Sie darauf, ein Kompliment nur als Verpackung für Kritik zu benutzen. Ein „aber“ hat im Anschluss an warme Worte nichts verloren; ebenso wenig Wünsche oder Erwartungen. Sonst wird das Lob als bevormundend empfunden, belegen psychologische Studien. Motto: Der Chef lobt bloß, um noch mehr aus seinen Mitarbeitern herauszuholen.

Auch mal vor Publikum

Öffentlich geteiltes Wissen ruft stärkere Emotionen hervor – das ist der sogenannte Publikumseffekt. Dasselbe gilt für positive Gefühle, die ein Lob im Beisein Dritter auslöst. Allerdings: Wirkt das Lob nicht authentisch, sondern politisch, geht es nach hinten los. Das „glänzende Beispiel“ ist peinlich berührt, die Kollegen sind verstimmt.

Individuell statt pauschal

Aus der Schulforschung ist bekannt: Wer sich von einer Drei auf eine Zwei verbessert, erwartet genauso Lob, wie einer, der es von einem „Ausreichend“ zu einem „Befriedigend“ geschafft hat. Auch im Berufsleben sei es wichtig „eine individuelle Bezugsform zu wählen“, sagt der Arbeitspsychologe Jürgen Wegge. Was dem einen Mitarbeiter leichtfällt, kostet den anderen viel Mühe und umgekehrt. Fazit: nicht nur Resultate würdigen, sondern auch Engagement.

Nicht mit der Gießkanne

Der Berufsanfänger braucht mehr Rückmeldung zu seiner Leistung als der erfahrene Kollege. Dem Ersten ist Lob wichtiger, dem Zweiten eine Prämie? Um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Und: Loben Sie nicht immer alle oder immer dieselben. Aber jeden, der es verdient hat.

In guten wie in schlechten Zeiten

Lob will genauso schnell angebracht sein wie Kritik – und nicht vier Wochen später! Gerade unter Stress kommt die Anerkennung oft zu kurz. Dabei wäre sie besonders jetzt ein guter Motivator.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.04.2008, 09:54 UhrAnonymer Benutzer: Andre

    Soft Skills oder gar soziale Kompetenz ist in deutschen Führungsetagen quasi zu 99% abwesend. Der einzige der in der Regel Lob kassiert , für Arbeit die er hat von anderen machen lassen, ist einzig und allein der Chef, zusätzlich zu einem völlig ungerechtfertigten Gehalt! Es regiert leider nur die Gier und wenig Verstand im Vorstand. Noch nie war die deutsche Managerriege derart dumm und ungebildet. Unsere Väter, welche die deutschen Unternehmen aufgebaut haben, würden sich im Grabe umdrehen. Unsere "Elite" besteht aus ungebildeten Vollidioten ohne Ausbildung und schon garnicht mit irgendwelchen sozialen Fühlern. Annerkennung findet in Deutschland nur auf den Gehaltszettel statt. Leistung wird an der Größe des Autos vor der Tür gemessen und nicht an der schwarzen Zahl der Jahresbilanz. Ausser jede Mnege Ohrfeigen, gibt es leider wenig gutes "an die da oben" zu verteilen. Evtl. wäre noch ein VHS-Kurs in Sachen "Führung" nützlich. Aber solange der Stern vor der Tür parkt, werden solche Skills anscheinend mitgeliefert.

  • 15.04.2008, 20:37 UhrAnonymer Benutzer: kai

    @uta
    luftreiche Versprechnungen haben nichts mit Lob zu tun.
    Als Arbeitgeber habe ich die Erfahrung gemacht, das mehr Lohn ein schlechtes betriebsklima nicht aufwerten kann. Sind alle schlecht gelaunt, weil der Chef nur kritisiert, ist die Motivation am boden und die Leistung miserabel - unabhängig vom Gehalt oder der Stellung im betrieb.
    Der Motivationsschub durch Lohnerhöhung ist leider meist nur temporär.

  • 13.04.2008, 18:45 UhrAnonymer Benutzer: uta

    Hallo ihr da Oben !
    ich will keine verbale Anerkennung oder luftreiche Versprechungen !
    ich will einfach nur 10% Eurer realen Lohnerhöhung !
    Dies würde mir schon reichen !!!

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Die Geldklammer - Gastbeitrag von Frank Dopheide zur Serie "Aussterbende Insignien der Macht"
Die Geldklammer - Gastbeitrag von Frank Dopheide zur Serie "Aussterbende Insignien der Macht"

Teil 8 – Die silberne Geldklammer. Geld regiert die Welt, das war so und das bleibt so. Nur das Geld verändert seine...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.