Neues Jahr: Warum wir alle Jahre wieder an den Vorsätzen scheitern

Neues Jahr: Warum wir alle Jahre wieder an den Vorsätzen scheitern

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Wenig Alkohol, keine Zigaretten, mehr Sport. Die Zahl der guten Vorsätze ist jedes Jahr groß. Und doch scheitern wir

von Jochen Mai

Es gibt Menschen, die entwerfen von sich in den Nachwehen feiertäglicher Völlerei ein neues Bild. Eines, von einem abnehmenden, nicht rauchenden, nicht saufenden, zielstrebigen, konsequenten, freundlichen, teamfähigen, sparsamen, durch und durch besseren Menschen. Kurz: Sie entwerfen von sich das Bild eines Gewinners und formulieren dazu ein paar gute Vorsätze.

Zwei Tage später knallen sie sich mit Schampus und Böllern das alte Leben aus dem Kopf und wachen am nächsten Morgen mit einem Kater und einer Kippe im Mund auf, haben schlechte Laune und bestellen sich aus lauter Frust im Internet eine fettige Pizza. Die guten Vorsätze – sie existieren allenfalls noch als schlechtes Gewissen und werden mit Aspirin-Tonic hinuntergespült. So geht das mit den Neujahrsvorsätzen jedes Jahr.

Dabei ist das Streben nach Besserem nichts Verwerfliches. Im Gegenteil: Man muss sich ab und zu daran erinnern, das Beste aus sich heraus zu holen, um es nicht zu vergessen und um dem Vorbild wieder jenen Rang einzuräumen, den Terminkalender, Trott und Trägheit zwischenzeitlich besetzt halten. Die amerikanische Forscher-Duo Anirban Mukhopadhyay und Gita Johar beispielsweise fand 2005 heraus, dass es bei den Vorsätzen vor allem auf unseren Erfolgsglauben ankommt. Wer davon überzeugt ist, dass er alte und lästige Gewohnheiten mit genug Willenskraft verändern oder gar ablegen kann, ist der Studie zufolge damit deutlich erfolgreicher, als jemand, der es nur mal so ausprobiert.

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Immer wieder das Scheitern

Vergessen sollten Sie daher alle spontanen Ideen vom Typ Nächstes-Jahr-suche-ich-mir-einen-besseren-Job oder Ich-mache-2010-endlich-Karriere. Bringt nichts! Nach demselben Muster scheitern auch alle Im-kommenden-Jahr-nehme-ich-zehn-Kilo-ab-Diäten. Und zwar aus zwei Gründen:

Wer sich zu viel auf einmal vornimmt, scheitert schneller. Und…Die Vorsätze dürfen nicht aus einer Laune heraus entstehen, sondern realistisch und überschaubar geplant werden. Dabei hilft es, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, die eigenen Stärken zu erkennen und danach erst zu entscheiden, in was es sich lohnt Zeit, Kraft und Mühe zu investieren.

Sich zu viel auf einmal vorzunehmen, ist ohnehin nicht klug. Schließlich geht es darum, mit alten Gewohnheiten zu brechen. Die sind anfangs wie Spinnweben und später wie Drahtseile, sagt ein spanisches Sprichwort. Sie abzulegen geht nicht von heute auf morgen. Die Kunst ist, ein großes Ziel, eine Strategie möglichst konkret zu entwerfen, in Etappen zu zerlegen und diese anschließend konsequent und mit aller Kraft zu verfolgen. So weiß man heute aus der Motivationsforschung, dass Menschen mehr Elan zeigen, ein Ziel zu erreichen, je näher sie ihm kommen. Also planen Sie möglichst greifbar und konkret.

Weniger zu essen ist übrigens kein konkretes Ziel. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag auf den Nachtisch zu verzichten, dagegen schon. Eine gute Hilfe dabei ist, sich die Vorsätze exakt so aufzuschreiben. Sonst verzettelt man sich – oder verwirft sie ein paar Tage danach.

Apropos Zettel: Wenn Sie sich die Vorsätze notieren, dann am besten so, dass Sie immer wieder darauf stoßen: Ein guter Ort für den Merkzettel „5 Kilo abnehmen!“ ist zum Beispiel die Kühlschranktür. Und das Merkblatt „Der Kunde ist König“ gehört nicht vor die Tür, sondern dahinter, wo der Schreibtisch steht.

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