Studie: Amerikaner arbeiten lieber als Europäer

Studie: Amerikaner arbeiten lieber als Europäer

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Demonstration für den Erhalt der 35-Stunden-Woche

Ein Wissenschaftler hat für eine neue Studie den Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Zufriedenheit berechnet. Ergebnis: US-Bürger macht Arbeit glücklich - Europäer lassen es lieber ruhig angehen.

Der typische Europäer arbeitet am liebsten maximal 39 Stunden pro Woche – dann ist er am glücklichsten. Ein Amerikaner hingegen ist erst so richtig zufrieden, wenn er zwischen 50 und 59 Stunden wöchentlich arbeitet.

Zu diesem Ergebnis kommt Adam Okulicz-Kozaryn, Politikwissenschaftler von der Universität von Texas in Dallas, in einer neuen Studie, die in der April-Ausgabe des „Journal of Happiness Studies“ erscheinen wird.

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Darin widmete sich der Forscher dem Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Zufriedenheit – und zwar in Europa und den USA. Okulicz-Kozaryn wertete verschiedene Meinungsumfragen aus. Zum einen die „General Social Survey“ in den USA, zum anderen deren europäisches Pendant, das „Eurobarometer“.

Bei beiden beantworten die Befragten einerseits Fragen zu ihrer Lebenssituation, etwa wie glücklich und zufrieden sie derzeit sind. Zum anderen machen sie Angaben über ihre wöchentliche Arbeitszeit. Der Wissenschaftler Okulicz-Kozaryn interessierte sich nun für die Frage, ob Europäer und Amerikaner sich von der Arbeitszeit unterschiedlich beeinflussen lassen. Und ob.

Sind Europäer fauler?

Die Amerikaner waren dann am glücklichsten, wenn sie zwischen 50 und 59 Stunden pro Woche arbeiteten. Die Europäer scheinen hingegen eine andere Arbeitsmoral zu verfolgen: Sie waren mit 35 bis 39 Wochenarbeitsstunden am zufriedensten.

Warum sind die Amerikaner offenbar glücklicher als Europäer, wenn sie länger arbeiten? Macht ihnen der Job soviel Spaß? Oder sind die Europäer vielleicht fauler?

Okulicz-Kozaryn hat vor allem zwei Erklärungen: Erstens seien die Steuern in den USA niedriger, wodurch sich Arbeiten schlicht mehr lohnt. Zweitens spiele die protestantische Arbeitsethik jenseits des Atlantiks auch heute noch eine starke Rolle. Mit anderen Worten: Der Begriff harter Arbeit sei positiv besetzt, weil Fleiß und Anstrengung letztendlich zu Erfolg führe – soweit zumindest die Denke. In Europa hingegen widme man sich hingegen lieber dem Müßiggang, vermutet Okulicz-Kozaryn.

Zweifelsohne hat seine Studien einige Schwächen, so zum Beispiel der Datensatz: Zwar existiert das Eurobarometer bereits seit 1974, doch nur für die Jahre 1996 und 2001 gibt es auch Angaben über die wöchentliche Arbeitszeit der Befragten. Zudem existiert wie bei vielen Untersuchungen das so genannte Henne-Ei-Problem: Es bleibt letztlich unklar, ob Europäer glücklicher sind, weil sie weniger arbeiten – oder ob sie weniger arbeiten, weil sie glücklicher sind.

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