ThemaBildung

alles zum Thema
_

Studie: Intelligenz hat auch Nachteile

von Daniel Rettig

Klugheit schützt vor Torheit nicht, resümiert eine neue Studie. Demnach erliegen kluge Menschen umso häufiger Irrtümern.

Eine neue Studie belegt, dass Intelligenz kein Garant für logische Schlussfolgerungen ist - Sie fördert den Sprung ins geistige Fettnäpfchen sogar Quelle: Fotolia
Eine neue Studie belegt, dass Intelligenz kein Garant für logische Schlussfolgerungen ist - Sie fördert den Sprung ins geistige Fettnäpfchen sogar Quelle: Fotolia

Folgende Situation: Ein Baseballschläger und ein Ball kosten insgesamt 1,10 Euro. Der Schläger kostet 1 Euro mehr als der Ball. Wie teuer ist der Ball?

Anzeige

Dachten Sie spontan: "10 Cent"? Falsch gedacht! Die richtige Antwort lautet 5 Cent – denn der Unterschied zwischen 1 Euro und 10 Cent beträgt nur 90 Cent.

Die Frage stammt aus dem "Cognitive Reflection Test" des US-Ökonoms Shane Frederick. Zu Ihrer Beruhigung: Der Wissenschaftler hat die Aufgaben in den vergangenen Jahren Hunderten von Probanden vorgelegt, darunter auch zahlreiche Elitestudenten. Kaum jemand beantwortete die Frage nach dem Preis des Baseballs richtig.

Entscheidungen machen glücklich
Zu diesem Ergebnis kam der Psychologe Mauricio Delgado von der Rutgers Universität im Jahr 2011. Seine Probanden konnten in einer Übung Spielgeld gewinnen und später gegen echtes Geld tauschen. Auf einem Monitor sahen sie nun zwei kleine Rechtecke. Mal konnten sie selbst entscheiden, welches sie berührten, mal traf der Computer die Wahl. Unmittelbar danach teilte der Rechner ihnen mit, ob sie 0, 50 oder 100 Dollar erspielt hatten. Als Delgado die Probanden fragte, wie sie das Experiment fanden, stellte er fest: Die Teilnehmer hatten mehr Spaß, wenn sie den Knopf selbst gedrückt hatten - unabhängig davon, wie anschließend ihr Gewinn ausgefallen war. Mehr noch: Wenn sie selbst wählen konnten, waren jene Hirnregionen aktiv, die für Belohnungen zuständig sind. Entschied der Computer für sie, hielten diese Regionen still.

Bild: picture-alliance/ obs

Geistige blinde Flecken

Kein Wunder: Gedanken sind selten objektiv, Schlussfolgerungen oft unlogisch. Anders gesagt: Allzu häufig unterliegen Menschen einer gedanklichen Verzerrung, dem "cognitive bias". Liegt das schlicht an mangelnder Intelligenz?

Ganz im Gegenteil, resümiert jetzt Psychologe Richard West von der James Madison Universität. Er kommt in einer neuen Studie zu einem überraschenden Ergebnis: Intelligenz macht oft erst empfänglich für das geistige Fettnäpfchen.

West widmete sich in seiner Untersuchung den so genannten geistigen blinden Flecken ("bias blind spots"). Vereinfacht ausgedrückt nehmen Menschen Denkfehler bei sich selbst selten wahr. Motto: "Das könnte mir nie passieren!"

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.04.2013, 22:41 UhrTessa

    doch. Denk doch mal andersrum: wenn der Ball 5 cent kostet und der Schläger 1 Euro MEHR dann kostet der Schläger 1,05 Euro. 1,05 Euro + 0,5 = 1,10 Euro

  • 17.07.2012, 16:26 UhrPaul

    Da stimmt etwas nicht an dem Beispiel in dem Artikel. Vielleicht sollte mit diesem speziellen Beispiel etwas ausgesagt werden, was aber mit einem falschen Beispiel dargelegt wurde. Ich verstehe es also nicht. Ein Produkt kostet 10 Cent, das andere ist 1 Euro teurer. Also ergibt sich doch ein Betrag von 1 Euro und 10 Cent. Der Ball kann also nicht 5 Cent kosten.

  • 26.06.2012, 10:00 UhrAlexander3000

    Die Fehler intelligenter Menschen werden eher nicht darin liegen, die Gesetze der Logik zu mißachten, sondern, ganz im Gegenteil, Alltagsheuristiken zu Gunsten der Logik zu ignorieren. Alltagsheuristiken sind im strengen Sinne nicht logisch -- sie lassen sich mit logischen Argumenten leicht als "Irrtum" entlarven. Aber sie besitzen auf einer höheren, für uns unsichtbaren Ebene, ihre eigene Logik, die sehr viel mit Weisheit zu tun hat. Zwar ist das nicht immer der Fall, aber häufig genug, um ihnen Beachtung schenken zu sollen.

Alle Kommentare lesen

Thema Studium

Alles zum Semesterstart: Thema Studium

Wir geben Rat: Die besten Unis, alles zum Semesterstart, was taugen Bachelor, Master und MBA?

weitere Fotostrecken

Blogs

Worauf springen Sie an? Boni oder mehr Urlaubstage?
Worauf springen Sie an? Boni oder mehr Urlaubstage?

Eigentlich schade, aber die Möhre funktioniert anscheinend immer noch recht gut: 25 Prozent aller Arbeitnehmer lassen...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

WirtschaftsWoche Shop

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.