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Studie: Stress macht Arbeitnehmer krank

von Larissa Haida

Deutsche Arbeitnehmer kommen mit dem Stress im Job nicht mehr klar. Immer häufiger fallen sie wegen Depressionen und anderen seelischen Erkrankungen aus. Schon jetzt sind psychische Probleme der Hauptgrund für die Frührente.

Stress am Arbeitsplatz Quelle: dpa
Stress am Arbeitsplatz Quelle: dpa

Deutschlands Arbeitnehmer fallen immer häufiger wegen seelischer Erkrankungen aus. Die Zahl der Krankheitsfälle ist auf einen Höchststand angestiegen. Das geht aus einer Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. Forscher werteten die Krankheitsdaten von 9,7 Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern aus.

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Laut der Untersuchung verursachen psychische Belastungen die längsten Fehlzeiten der Arbeitnehmer. Während eine Atemwegserkrankung einen Beschäftigten im Durchschnitt 6,5 Tage außer Gefecht setzt, sind es bei einer seelischen Erkrankung fast 23 Tage.

Damit rücken die Krankheitsbilder an vierte Stelle bei den Ursachen für Fehlzeiten der arbeitenden Bevölkerung. Im vergangenen Jahr waren sie der Grund für 8,6 Prozent der ausgefallenen Arbeitstage aller AOK Mitglieder. Ein Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 8,3 Prozent. Der Studienleiter Helmut Schröder schätzt, dass die Zahl der Fehltage durch psychische Erkrankungen in den vergangenen zwölf Jahren um fast 80 Prozent gestiegen sind.

Hauptgrund für Frührente

An erster Stelle der Krankheitsgründe stehen nach wie vor mit großem Abstand Muskel- und Skelettbeschwerden. Diese Symptome waren für rund ein Viertel aller Fehltage verantwortlich. In den meisten Fällen leiden die erkrankten Mitarbeiter an Rückenschmerzen.

Laut der Studie seien die psychischen Erkrankungen aber schon jetzt die Hauptursache für Frühverrentungen. 2007 nannte jeder Dritte, der frühzeitig aus der Berufswelt ausschied, Depressionen oder andere seelische Störungen als Grund für die Frührente. Das Statistische Bundesamt hat berechnet, dass schon 2006 durch Depressionen ein Schaden von 26,7 Milliarden Euro entstand.

Gewerkschaften und Betriebsärzte vermuten zwei Ursachen für diesen rasanten Anstieg. Zum einen löst der durch eine radikal beschleunigte Arbeitswelt ausgelöste Stress zunehmend psychologische Probleme aus. Zum anderen sind Arbeitnehmer inzwischen früher bereit, Ärzten ihre Probleme anzuvertrauen. Das Thema ist heute kein Tabu in der Gesellschaft mehr.

Müllmänner am häufigsten krank

Die Zahl der Fehlzeiten stieg trotz der schweren Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr von 4,6 Prozent auf 4,9 Prozent leicht an. Die Arbeitnehmer waren im Durchschnitt 17,3 Tage krank. Das sei laut den AOK-Experten ungewöhnlich, da der Krankenstand in großen wirtschaftlichen Krisen in der Vergangenheit immer gesunken sei. Aus Angst, den Job zu verlieren, seien die Arbeitnehmer in solchen Zeiten auch krank am Arbeitsplatz erschienen.

Die meisten Fehlzeiten unter den AOK-Mitgliedern hatten Straßenreiniger und Müllmänner. Mit 28,8 Tagen waren sie im Durchschnitt fast einen Monat im Jahr krank. Hochschullehrer meldeten sich am seltensten krank: sie fehlten im Schnitt 4,3 Arbeitstage im vergangenen Jahr.

Die Untersuchung der Krankenkasse ergab außerdem, dass Frauen in der Regel häufiger, aber kürzer krank sind. Männer leiden eher unter Muskel-Skelett-Erkrankungen, Frauen unter  Atemwegserkrankungen und Depressionen.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 21.07.2010, 12:05 UhrAnonymer Benutzer: Sandra

    Hallo Lara, darf ich fragen, was Du beruflich machst? ich habe auch diverse Erfahrungen in verschiedenen Unternehmen gemacht und überlege inzwischen, mich ebenfalls selbständig zu machen. Unabhängiger zu sein und freier in den Entscheidungen...
    Viele Führungskräfte sind doch hoffnungslos überfordert, neben den zahllosen Meetings und Projekten die wirklich wichtige "Personalführung" zu leben!

  • 20.07.2010, 00:26 UhrAnonymer Benutzer: Bernd

    Wo wird denn Führung gelehrt? Auf einer Uni hat man davon keinen plassen Dunst. beim Millitär wurde Führung unterrichtet. in der Meisterausbildung kam so etwas auch vor. Früher zumindest. Heute reden alle von fachlicher Aktuallität. Das Zertiviezierungsunwesen blüht. Softskills fehlanzeige. Vom rechten Verhältnis von Lob und Tadel für Mitarbeiter wissen die meisten Chefs nicht einmal, dass es so etwas gibt. Zudem kann man Führungsqualität nicht beliebig schulen. begabte müssen ausgewählt werden und das sind oft fachlich nicht die besten - leider. Sie rekrutieren sich eher aus dem Mittelfeld. Lernen durch beobachten von gutem Führungsverhalten fällt auch aus. Wenn der neue Chef kommt, ist der alte meist längst weg. Die Personalkosten!

  • 17.07.2010, 12:14 UhrAnonymer Benutzer: Tina

    Hallo Lara, ich sehe es ganz genauso. Die meisten haben gar keine Ahnung über die Führung der Mitarbeiter und es kann nicht sein, dass eine Person zwei oder drei Arbeitsplätze gleichzeitig betreut. ich habe die Nase voll und mache auch selber was.

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