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Talent: Das Geheimnis der Überflieger

von Daniel Rettig

Neue Studien zeigen: Schon in früher Kindheit zeigt sich, wer im Leben Erfolg haben wird. Wodurch sich große Talente verraten.

Utz Claassen Quelle: dpa
Utz Claassen Quelle: dpa

Erwachsene bewundern Kinder immer dafür, dass sie so ehrlich sind. Dass sie sich weder um die Zukunft sorgen noch über die Vergangenheit grübeln. All das stimmt natürlich. Richtig ist aber auch: Kinder können grausam sein. Niemand weiß das besser als Utz Claassen.

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Als der Ex-Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns EnBW mit sechs Jahren eingeschult wurde, konnte er bereits lesen und rechnen. Wenige Wochen später übersprang er eine Klasse. Die Begrüßung der neuen Mitschüler fiel eher rustikal aus – Claassen wurde verprügelt. Wenn das noch mal vorkomme, müsse er sich wehren, rieten ihm seine Eltern. Gesagt, getan: „Danach hat es nie mehr Probleme gegeben“, erzählt Claassen heute.

Die Schulzeit brachte er in Rekordzeit hinter sich. Sein Abitur machte er mit 17 – mit einem Durchschnitt von 0,7. Im Alter von 22 war er Diplom-Ökonom, mit 25 promoviert, danach folgten Stationen bei der Unternehmensberatung McKinsey sowie den Autokonzernen Ford und Volkswagen. Mit 33 wurde er CEO des Biotechnologie-Konzerns Sartorius, fünf Jahre später EnBW-Chef. Keine Frage: Claassen ist der Prototyp eines Überfliegers, dessen Talent sich bereits früh zeigte.

Genau solche Nachwuchskräfte sucht jedes Unternehmen. 71 Prozent von ihnen sehen sich in Deutschland aktuell mit einem Engpass an Talenten konfrontiert, fand die Personalberatung Hewitt Associates in einer Studie heraus. Echte Talente sind rar – auch in Krisenzeiten.

Doch was bedeutet das überhaupt: „Talent“? Ursprünglich stammt der Begriff vom griechischen „talanton“ ab, was so viel heißt wie „Waage“ oder „Gewicht“. Im Neuen Testament ist die Rede von einem „anvertrauten Gut“, woraus sich das heutige Verständnis ableitet: Talent ist eine Gabe, die man entweder hat oder eben nicht. Und genau deshalb treibt sie auch so viele Menschen um.

Viele fragen sich: Bin ich talentiert? Wenn ja, wie früh zeigt sich eine solch sagenumwobene Begabung im Leben? Und wodurch? Zu all diesen Fragen haben Psychologen in den vergangenen Jahren intensiv geforscht und zahlreiche neue Antworten gefunden.

Einige davon werden sie schon bald in Paris diskutieren. Anfang Juli tagt dort die „European Association of High Ability“, ein Zusammenschluss der renommiertesten Talentforscher weltweit. Die jüngsten Untersuchungen legen vor allem einen Schluss nahe: Schon in früher Kindheit zeigt sich, wer im Leben Erfolg haben wird.

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55 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.07.2010, 23:12 UhrAnonymer Benutzer: Ada

    intelligenzia, ich kann dir nur zustimmen. Habe mich auch sehr über den Artikel und das dort vertretene "Frauenbild" geärgert. Das hat mit Quotenfrauen gar nichts zu tun, aber so erweckt es wirklich den Anschein, als wären Frauen von Geburt an talentfrei. Da merkt man eben, wie sehr das bild der inkompetenten Frau noch in den Köpfen steckt. ich war lange gegen die Quotenregelung, weil ich auch nicht als Quotenfrau bezeichnet werden möchte. Trotzdem glaube ich langsam, dass man nur so das Verständnis in der Gesellschaft ändern kann.

  • 29.06.2010, 14:36 UhrAnonymer Benutzer: AN: "Intelligenzia" :

    Es wird keinesfalls " ü b e r a l l " die sogenannte QUOTE diskutiert.
    Das Thema wurde lediglich von einigen unausgefüllten Flintenweibern auf den Tisch gebracht, die sich damit listig Vorteile verschaffen wollen.

    Merkel - Nahles - Roth - etc. sind Negativbeispiele für unser
    (im Aussterben befindliches) Volk :
    seht her ihr Mädchen - macht es wie wir : keine Kinder und dann kommt ihr eines Tages ganz gross raus.

    interessanterweise arbeiten gerade Frauen ungern für weibliche Vorgesetzte. Und die wissen warum !

    PS
    Wenn ich in der Schule richtig aufgepasst habe, haben sich im ersten Weltkrieg (der zweite wurde nicht behandelt) Soldaten geweigert, sich von "beförderten" aus ihren eigenen Reihen kommandieren zu lassen - sie wollten von "richtigen (=ausgebildeten) Offizieren" herumgebosst werden.

  • 29.06.2010, 11:21 UhrAnonymer Benutzer: Intelligenzia

    Unglaublich, 2010 in einem Artikel über herausragende Talente NUR Männer und KEiNE EiNZiGE Frau zu erwähnen (außer den Forscherinnen). ich muss schon sagen, anlässlich der Tatsache, dass gerade überall die Quote diskutiert wird in den Unternehmen hinsichtlich der besetzung von Top-Managementpositionen ist diese betrachtungsweise geradezu ungeheuerlich. Aber es bestätigt sich einmal wieder, dass die Wirtschaftswoche in der Auswahl und Kommentierung von Themen und Highlights höchst fragwürdig und selektiv vorgeht. Gleiches gilt für den Artikel "Gekommen, um zu bleiben" in der gedruckten Ausgabe - schlecht recherchiert, denn es gibt viele Unternehmen, die eine exzellente Talenteförderung machen (Allianz, bMW, SAP u.a.), die mit keiner Silbe erwähnt werden. Schade!

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