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Top-Jobs: 100 Berufe mit Zukunft

von Daniel Rettig und Larissa Haida

Die Konjunktur brummt, die Jobchancen für gut Qualifizierte sind besser dennje. Worauf sollten sich Absolventen spezialisieren, welche Studienabschlüsse sind nötig, in welchen Branchen sind die Aussichten auf einen lukrativen Job besonders groß?

Ärzte Quelle: dpa
Ärzte Quelle: dpa

Der Astronaut ist out. In den Siebzigerjahren war er für fast jedes Kind noch das große Vorbild – heute zählt der Mann auf dem Mond beim Nachwuchs nicht mal mehr zu den zehn begehrtesten Berufen.

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Zu diesem Ergebnis kam das Münchner Marktforschungsinstitut Iconkids & Youth vor gut einem Jahr. Knapp 700 Sechs- bis Zwölfjährige gaben damals Auskunft darüber, womit sie später ihr Geld verdienen wollten.

Zwar träumt jeder Sechste von einer Karriere als Profifußballer. Doch unter die Top Ten kamen auch Berufe, die man dort nicht unbedingt erwarten würde: Ingenieure landeten auf Platz fünf, Forscher auf Platz sechs, Lehrer auf dem achten und Ärzte auf dem neunten Platz.

Die Umfrage zeigt: Kindheitsträume werden immer früher von realistischen Planungen für die spätere Karriere abgelöst – die Arbeitnehmer von morgen machen sich bereits heute ernste Gedanken über ihre Zukunft.

Wo aber gibt es die Jobs von morgen? Welche Fachrichtungen und Qualifikationen werden in den nächsten Jahren vor allem gefragt sein? Und welche Branchen haben besonders großen Bedarf an neuen Mitarbeitern?

Um diese Fragen zu beantworten, hat das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos exklusiv für die WirtschaftsWoche in den vergangenen Wochen Tausende von Datensätzen analysiert. Das Ergebnis: die 100 begehrtesten akademischen Berufe der Zukunft.

Angeführt wird die Liste von Lehrern, Ärzten und Ingenieuren. Wer es in diesen Fächern durchs Studium schafft, dürfte bei der Jobsuche in den kommenden Jahren keine großen Probleme haben.

Erst Ende November warnte etwa die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft erneut vor dem drohenden Lehrermangel: Mehr als 33 000 Pädagogen gingen bald jährlich in Rente – und noch stünden nicht genügend junge, voll ausgebildete Nachfolger bereit, diese Lücke zu schließen.

Ganz ähnlich sieht es bei den Ärzten aus: Deren Berufsverbände erinnern regelmäßig an den Engpass bei Medizinern. Bis zum Jahr 2020 müssten allein im ambulanten Bereich mehr als 50 000 Ärzte ersetzt werden, darunter knapp 24 000 Hausärzte.

Nachfrage steigt

Diese Malaise ist vor allem altersbedingt: Im Jahr 2009 lag das Durchschnittsalter der Ärzte bei 51,9 Jahren. Jeder zweite der 150 000 niedergelassenen Ärzte ist über 55. Der Mangel sei „kein irgendwann zu erwartendes Phänomen, sondern droht akut“, sagte Andreas Köhler, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Und auch für IT-Spezialisten, Juristen, Physiker, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer gilt: Die Nachfrage wächst stärker als das Angebot.

Übertriebene Euphorie? Keineswegs. Während Deutschland langsam, aber sicher aus dem Winterschlaf erwacht, häufen sich die guten Nachrichten auf dem Arbeitsmarkt.

Zwar stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember 2010 im Vergleich zum Vormonat noch mal leicht an, weil viele Unternehmen wegen des strengen Winters die Arbeit ruhen ließen. Doch mit etwas mehr als drei Millionen Erwerbslosen zählte die Bundesagentur für Arbeit (BA) im letzten Monat des Jahres 2010 rund 260 000 Arbeitslose weniger als ein Jahr zuvor. Und in der vergangenen Woche vermeldete das Statistische Bundesamt, dass im Jahr 2010 etwa 40,4 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland einen Job hatten – damit erreichte die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2010 einen neuen Rekordstand.

Es seien, so das Fazit von BA-Chef Frank-Jürgen Weise, „nur noch wenige Spuren der Krise spürbar“.

Optimismus allenthalben: 45 Prozent der Bundesbürger blicken mit Zuversicht ins neue Jahr, fand die Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen in einer aktuellen Umfrage heraus – Angst hat hingegen nur jeder Zehnte. Vor allem die junge Generation ist derzeit positiv gestimmt. 71 Prozent glauben laut Shell-Studie 2010 fest daran, dass sie sich ihren Berufswunsch erfüllen werden. 59 Prozent der Jugendlichen sehen die Zukunft positiv.

Bundeskanzlerin Angela Merkel geht es genau so. „Geht nicht, gibt’s nicht“, resümierte sie am Silvesterabend in ihrer Neujahrsansprache. Zumindest auf den Arbeitsmarkt lässt sich diese Prognose derzeit übertragen.

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15 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.09.2011, 15:27 UhrAnonymer Benutzer: bernd

    Mich wundert immer wieder wie es unsere bundesregierung schafft die Zahl der Arbeitslosen zu schönen und das dumme Deutsche Volk auch noch damit zu begeistern.Allmählich müsste doch selbst der letzte Hinterweltler mitbekommen haben das die Arbeitslosen einfach nur anders verteilt werden.ich dachte immer bilanzen fälschen ist verboten!

  • 03.08.2011, 22:44 UhrAnonymer Benutzer: Schnappy

    Der brüller auf Platz 1: Lehrer!

    Nach wie vor sind Tausende von Grundschullehrern seit Abschluss ihres Referendariats ohne Anstellung, die werden monatsweise mit Vertretungsjobs abgespeist, immer beendet vor den Ferien, wer Glück hat bekommt nach den Ferien die nächsten Job woanders. Das Spielchen kann sich hinziehen bis zur Rente! befristigung im Öffentlichen Dienst wegen "sachlichen Gründen" sind der Anfang des Sklaventums. Und dieser Tipp steht auf Platz !

  • 14.07.2011, 14:08 UhrAnonymer Benutzer: Michelle

    ist ja sehr interessant, dass die Zahl der Arbeitslosen gesunken ist. Vielleicht sollten man lieber berichten, wie viele Menschen aufstocken müssen, da sie mit ihrem niedrigen Einkommen nicht überleben können... Meiner Meinung nach, ist das einfach nur ein schönreden der Statistiken.

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