Allianz Global Wealth Report: Asien holt beim Privatvermögen weiter auf

Allianz Global Wealth Report: Asien holt beim Privatvermögen weiter auf

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Chinas Reichtum hat den der Japaner überholt.

Reiches China: Das weltweite Vermögen ist im 2014 auf insgesamt 136 Billionen Euro gestiegen - auch dank des Vermögensanstiegs in Asien. Zum ersten Mal setzt sich China an die Spitze und stößt Japan vom Thron.

Die Welt ist im vergangenen Jahr wieder ein bisschen reicher geworden, das globale Netto-Geldvermögen ist um 7,1 Prozent gestiegen und hat erstmals die 100 Billionen-Euro-Marke geknackt. Auf einem Scheck wäre das eine Ein mit zwölf Nullen. Brutto - also vor Abzug der privaten Schulden - belief sich das weltweite Geldvermögen sogar auf 136 Billionen Euro.. "Damit könnten die privaten Haushalte sämtliche Staatsschulden der Welt ungefähr dreimal tilgen", heißt es im Allianz Global Wealth Report. Ein Grund für das gestiegene Vermögen sei demnach, dass die Menschheit mehr Geld auf die Seite legt, selbst die Amerikaner sparen demnach mehr.

Allerdings haben die privaten Haushalte nicht nur ihr Vermögen gemehrt, sondern auch ihre Schulden. Die Verbindlichkeiten seien im vergangenen Jahr weltweit um 4,3 Prozent auf insgesamt 35 Billionen Euro gestiegen. Damit übertrifft der Vermögensanstieg das Wachstum des Schuldenbergs aber immer noch deutlich. Die Verteilung des Vermögens unterscheidet sich - wie auch in den Vorjahren - je nach Region: Während in Asien und den USA die Aktienmärkte das Vermögenswachstum beflügelten, sorgte in Europa die eher risikoaverse Sparneigung nur für einen mittleren Vermögensaufbau. Deutschland beispielsweise liegt beim Nettovermögen pro Kopf im internationalen Vergleich mit 44.770 Euro auf Platz 18. Das Bruttovermögen der Deutschen stieg 2014 um 4,2 Prozentpunkte auf 64.510 Euro - im internationalen Vergleich ergibt das Platz 19.

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So legen die wirklich Vermögenden an

  • Depotzusammensetzung: Liquidität

    13,7 Prozent

    Quelle: Bayerisches Finanz Zentrum, Complementa Investment-Controlling AG, „Family Office Studie 2015“

  • Zinspapiere

    19,9 Prozent

  • Aktien

    27,2 Prozent

  • Private Equity

    13 Prozent

  • Immobilien

    15,3 Prozent

  • Hedgefonds

    5,8 Prozent

  • Rohstoffe und Infrastruktur

    3,3 Prozent

  • Tangible Assets (zum Beispiel Farmland)

    1,7 Prozent

Ganz anders sieht es in Asien aus, Japan einmal ausgenommen. Auf dem asiatischen Kontinent ist das Netto-Geldvermögen um 18,2 Prozent gestiegen. Angetrieben wurde dieses Wachstum auch vom rasanten (und zugegebenermaßen teilweise nicht nachhaltigen) Anstieg des Wertpapiervermögens, insbesondere in China. Auf Asien entfielen im vergangenen Jahr entsprechend gut 16 Prozent des globalen Geldvermögens - und zwar sowohl in der Brutto- als auch der Nettobetrachtung. Dies bedeutet gegenüber 2013 ein Plus von 1,4 Prozentpunkten, seit dem Jahr 2000 hat sich der Anteil dieser Region mehr als verdreifacht. "Die Vermögensentwicklung in Asien, insbesondere in China, verlief in den vergangenen Jahren wirklich äußerst positiv", kommentierte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz. Heißt: Immer mehr Millionäre und Milliardäre sind Asiaten.

Wo die meisten Millionäre leben

  • Platz 10

    Spanien: 1 Prozent

    In Spanien sind Hunderttausende ohne Arbeit – das Land kämpft immer noch mit den Nachwehen der Euro-Krise. Einige scheinen trotzdem Gewinne zu machen. Insgesamt 89.000 neue Millionäre verzeichnet Spanien. Insgesamt leben dort 465.000 Millionäre - das entspricht einem Prozent aller Millionäre weltweit.

  • Platz 9

    Schweiz: 2 Prozent

    Die Reichen bunkern nicht nur ihr Schwarzgeld in der Schweiz – viele leben auch dort.  Insgesamt beherbergt die Schweiz 700.000 Millionäre.

  • Platz 8

    Kanada: 3 Prozent

    In Kanada leben 1.100.000 Millionäre, das sind 105.000 als im Vorjahr und drei Prozent aller Millionäre weltweit. Damit verzeichnet Kanada den siebtgrößten Millionärszuwachs weltweit.

  • Platz 7

    China: 3 Prozent

    China ist die größte Volkswirtschaft der Welt und verzeichnet rasante Wachstumsraten. Bei den Superreichen zeichnet sich das nur bedingt ab. Ganze acht Länder haben im vergangenen Jahr mehr Millionäre hervorgebracht. Trotzdem: 90.000 neue Millionäre können sich sehen lassen. Insgesamt gibt es in China 1.100.000 Millionäre.

  • Platz 6

    Australien: 4 Prozent

    In Australien lassen es sich mittlerweile 1.200.000 Millionäre gutgehen. Das sind 106.000 mehr als im Vorjahr.

  • Platz 5

    Italien: 5 Prozent

    Italien steckt immer noch in der Wirtschaftskrise. Das merken längst nicht alle Einwohner. 216.000 können sich dort als Neu-Millionäre bezeichnen. Italien beherbergt damit 1.500.000 Millionäre.

  • Platz 4

    Deutschland: 6 Prozent

    Deutschland legte kräftig zu: 243.000 Millionäre sind im vergangenen Jahr hinzugekommen, sodass heute 1.900.000 Millionäre hierzulande leben.

  • Platz 3

    Frankreich 7 Prozent

    Frankreich verzeichnet den drittgrößten Millionär-Zuwachs. 310.000 neue Millionäre kamen im Jahr 2014 hinzu, sodass nun 2.400.000 Millionäre das Leben in Frankreich genießen.

  • Platz 2

    Japan: 8 Prozent

    In Japan hat sich die Zahl der Millionäre binnen eines Jahres um 91.000 erhöht. Mittlerweile leben dort 2.700.000 Millionäre.

  • Platz 1

    USA: 41 Prozent

    2013 lebten in den USA noch 12.500.000 Millionäre – 2014 kamen eineinhalb Millionen hinzu, sodass die USA nun über 14.000.000 Einwohner mit über eine Millionen US-Dollar beherbergt.

    Damit verzeichnen die USA auch den größten Millionärszuwachs weltweit - insgesamt lebt dort nahezu die Hälfte aller Millionäre.

2014 ist außerdem die Zahl der Menschen, die zur sogenannten Vermögensmittelklasse gehört, auf über eine Milliarde angestiegen. In den vergangenen 15 Jahren sind damit rund 600 Millionen arme Schlucker aus dem Bereich "Low Wealth" zur globalen Mittelklasse avanciert. Und ein Großteil dieser Menschen sind Chinesen. 85 Prozent der Mitglieder dieser Vermögensmittelklasse stammen aus China. Seit Jahrtausendbeginn hat sich damit die Bevölkerung mit mittlerem Vermögen in Asien nahezu verzehnfacht.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

  • Immobilienblase

    Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

  • Schattenbanken

    Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

  • Faule Kredite

    Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

  • Überkapazitäten

    Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

  • Internationale Krisen

    Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

In der Statistik macht sich das bemerkbar. Daran ändert auch nichts, dass die chinesische Wirtschaft in diesem August kräftig ins Stolpern gekommen ist.Das gesamte Brutto-Geldvermögen Chinas übertraf Ende 2014 erstmals das Japans. Nur beim Pro-Kopf-Vermögen bleibt der bevölkerungsreichste Staat der Welt noch abgeschlagen. "Eine Wachstumsverlangsamung, wie wir sie derzeit erleben, ist nicht beunruhigend", sagt auch Heise. "Der Aufholprozess Chinas ist damit keineswegs zu Ende, China ist heute ein anderes, viel wohlhabenderes Land als noch vor fünf oder zehn Jahren. Die positiven Wachstumsimpulse, die von dort auf unsere Wirtschaft und Finanzmärkte ausgehen, sind daher immer noch gewaltig."

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