Angelina Jolie: "Ich werde immer politischer"

InterviewAngelina Jolie: "Ich werde immer politischer"

Bild vergrößern

Angeline Jolie bei Regiearbeiten zu ihren zweiten Film "Unbroken". Der Streifen startet am 15. Januar in den deutschen Kinos.

Angelina Jolie spricht im Interview über ihren Einsatz für Flüchtlinge, das Leben zwischen Krisengebieten und Hollywood und die Auswirkungen auf ihre Arbeit als Regisseurin.

WirtschaftsWoche: Frau Jolie, Sie haben einen Oscar gewonnen, helfen als Sondergesandte des UNO-Flüchtlingskommissars Bedürftigen und machen sich zudem als Regisseurin einen Namen, aber viele Menschen verbinden mit Ihnen nur den Namen „Brangelina“...

Angelina Jolie: Was eine Obsession ist, die ich nicht nachvollziehen kann. Ich halte mich nicht für so interessant. Abgesehen davon mag ich diesen Namen auch nicht. Ich gebe zu, dass ich kein gewöhnliches Leben führe, aber ich bin dennoch eine ganz normale Person.

Anzeige

Sie sprachen davon, dass Sie die Schauspielerei an den Nagel hängen würden. Versuchen Sie dieser Welt von Show und Schein zu entkommen?

Ich werde nicht ganz damit aufhören, aber es zurückschrauben. Seit sechs Jahren entwickle ich ein Projekt, das sich mit Cleopatra auseinandersetzt. Das zum Beispiel würde ich sehr gerne noch als Schauspielerin durchziehen. Aber meine Liebe gehört der Regie – sie bereitet mir viel größere Befriedigung als die Schauspielerei. Und diese Karriere möchte ich fortsetzen.

Zur Person

  • Angelina Jolie

    Jolie, 39, Tochter zweier Schauspieler, stand mit 17 Jahren erstmals vor der Kamera und bekam 2000 für ihre Nebenrolle als psychisch Kranke Lisa Rowe im Drama „Durchgeknallt“ einen Oscar. Einem breiteren Publikum wurde sie als Lara Croft in "Tomb Raider" bekannt.

Gerüchte besagen, Sie liebäugelten mit einer politischen Laufbahn.

Die treffen nicht zu. Genauer gesagt, ich suche nicht aktiv nach einem politischen Amt. Andererseits – vor fünf Jahren wusste ich nicht, dass ich je Regie führen würde. Als ich zur UN kam, hatte ich keine weitreichenden Pläne. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich 2014 mit dem früheren britischen Außenminister ein Protokoll zur strafrechtlichen Verfolgung von sexueller Gewalt in Krisengebieten aufsetzen würde. Langer Rede, kurzer Sinn: Ich kann nicht beurteilen, wie sich mein Leben weiterentwickeln wird. Ich bleibe jedenfalls offen. Und wie jeder Mensch werde ich mit zunehmendem Alter politischer, weil ich mehr von der Welt weiß. Und wenn ich eine Chance sehe, bestimmte Ziele auf politischem Weg zu erreichen, dann würde ich sie nicht ungenutzt lassen. Aber ich bewerbe mich bis auf Weiteres nicht für politische Ämter.

Stattdessen dürfen Sie sich mit der Politik Hollywoods auseinandersetzen, das weiterhin von Männern dominiert wird – vor allem in der Regie. Wie können Sie sich hier behaupten?

Ich war selbst ein wenig erstaunt, als ich herausfand, wie wenige Regisseurinnen es gibt. Aber die Zahl wird wachsen, denn es ist jetzt an der Zeit, dass mehr und mehr Frauen die Chance bekommen, ihre Arbeit zu zeigen. Als ich mit der Regie anfing, war ich mir auch nicht bewusst, dass eine „Regisseurin“ immer noch etwas Besonderes ist. Ich gehe an meinen Job nicht mit einer weiblichen Perspektive heran.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%