Arbeitsmarkt: Deutschland hat geringste Jugendarbeitslosigkeit Europas

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Arbeitsmarkt: Deutschland hat geringste Jugendarbeitslosigkeit Europas

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Berufseinsteiger informieren sich auf einer Aus- und Weiterbildungsmesse in Halle.

Die Beschäftigungslage in Europäische Union driftet auseinander. Während im Südens mehr als die Hälfte der jungen Menschen erwerbslos sind, werden es in Deutschland immer weniger.

Für junge Menschen ist Deutschland derzeit der sicherste Arbeitsmarkt in der EU. In keinem anderen Staat der Union gibt es nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat und des Statistischen Bundesamtes (destatis) so wenig erwerbslose Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Deutschland lässt seit November 2011 auch die Nachbarländer Österreich und die Niederlande hinter sich.

Während die Krisenstaaten Südeuropas neue Negativrekorde mit über 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit melden, waren im Juni in Deutschland nur 7,9 Prozent der erwerbsfähigen Unter-24-Jährigen, also rund 350 000 junge Menschen, arbeitslos gemeldet. Der Wert ist gegen den europäischen Trend im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken.

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In allen EU-Staaten außer Deutschland hat die Jugenderwerbslosigkeit seit dem Beginn der Wirtschaftskrise zugenommen. Der EU-Durchschnitt beträgt aktuell 22,6 Prozent - das entspricht rund 5,5 Millionen jungen Menschen - und liegt damit 1,4 Punkte höher als vor einem Jahr. Im April 2008 – vor der Wirtschaftskrise – betrug der Durchschnittswert nur 15,2 Prozent.

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© Europäische Union, 1995-2012. Quelle: Eurostat. Stand August 2012
1) bezogen auf Personen in Privathaushalten im Alter von 15 bis 24 Jahren, ohne Wehrpflichtige und
Zivildienstleistende
2) für Deutschland, Finnland, Österreich: Trendschätzung
3) für 2012 Berichtsmonat März
4) für 2012 Berichtsmonat April
© Statistisches Bundesamt, Pressestelle

Die Jugenderwerbslosigkeit in Europa folgt mit verschärfter Dramatik der Entwicklung auf dem gesamten Arbeitsmarkt. Auch hier verzeichnet Deutschland gegen den europäischen Trend eine Abnahme der Erwerbslosigkeit von 6,0 auf 5,4 Prozent zwischen Juni 2011 und 2012, während sie in der gesamten EU von 9,5 auf 10,4 Prozent stieg.

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© Europäische Union, 1995-2012. Quelle: Eurostat. Stand August 2012
1) bezogen auf Personen in Privathaushalten im Alter von 15 bis 24 Jahren, ohne Wehrpflichtige und
Zivildienstleistende
2) für Deutschland, Finnland, Österreich: Trendschätzung
3) für 2012 Berichtsmonat März
4) für 2012 Berichtsmonat April
© Statistisches Bundesamt, Pressestelle


Minusrekorde in Griechenland und Spanien

Besonders dramatisch gestiegen ist die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland, nämlich um fast 9 Prozentpunkte auf den EU-Spitzenwert von 52,8 Prozent. Kaum besser steht Spanien da mit einer Zunahme um 6,8 Punkte auf 52,7 Prozent.
Das Auseinanderdriften zwischen den Ländern mit sehr hoher Jugendarbeitslosigkeit auf der einen Seite und den Ländern um Deutschland, Österreich und die Niederlanden auf der anderen kann nicht mit Unterschieden in der Ausbildungsdauer erklärt werden. Zumindest die aktuellsten verfügbaren Zahlen zur Bildungsbeteiligung für 2010 belegen nicht, dass in Deutschland ein deutlich größerer Teil der Jugendlichen länger im Bildungssystem verbleibt als in Südeuropa. Der Anteil der 15- bis 24-Jährigen in einer schulischen oder beruflichen Ausbildung unterscheidet sich in Ländern mit einer hohen Jugenderwerbslosigkeit nicht wesentlich vom EU-Durchschnitt. Die Bildungsbeteiligung betrug 2010 in Griechenland 63,2 und in Spanien 59,9 Prozent, der EU-Durchschnitt lag bei 61,0 Prozent.

Die Jugendarbeitslosigkeitsdaten von Eurostat und destatis werden nach Parametern der Internationalen Arbeitsorganisation ILO erhoben und unterscheiden sich von denen der deutschen Arbeitsagentur. Nach den ILO-Standards gilt als erwerbslos, wer weniger als eine Stunde in der Woche arbeitet, in den letzten vier Wochen eine Beschäftigung gesucht hat und sie innerhalb von zwei Wochen antreten könnte. Die Angaben stammen aus stichprobenartigen Befragungen und spiegeln daher die
Einschätzung der Betroffenen selbst. Die Monatsergebnisse sind um saisonale und irreguläre Einflüsse bereinigt.

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