Arbeitswelt: Enterprise 2.0 – eine Kulturrevolution in Unternehmen?

Arbeitswelt: Enterprise 2.0 – eine Kulturrevolution in Unternehmen?

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Investitionen in Enterprise 2.0

Viele Unternehmen stehen vor grundlegenden Veränderungen, was Arbeitsprozesse und Arbeitskultur angeht. Spätestens wenn eine Arbeitnehmergeneration von jungen „digital natives“ nachrückt, müssen Konzerne und Mittelständler sich dem Thema stellen. Was die Leser von Enterprise 2.0 halten, haben wir auf den folgenden Seiten zusammen gestellt.

In unserem Text haben wir verschiedene Beispiele vorgestellt. Durch die zahlreichen Kommentare unserer Leser konnten wir den Wissensschatz zum Thema erweitern. Wichtig ist dabei, dass es sich bei Enterprise 2.0 nicht um ein verändertes Geschäftsmodell handelt, sondern eine Veränderung der Unternehmenskultur beschreibt. In den Kommentaren bestätigt sich, dass Enterprise 2.0 kein Allheilmittel ist und nicht von allen Unternehmen gleichermaßen angewendet werden kann. Trotzdem erkennen viele Unternehmer große Potenziale hinter der anstehenden Verwandlung.

Die Anwendung von Blogs und Wikis in mittelständischen Unternehmen ist einer der zentralen Aspekte, die Leser in den Kommentaren diskutieren. Es werden unterschiedliche Erfahrungen ausgetauscht:

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Enterprise-Experte: „Also wir sind ein mittelständisches Unternehmen und setzen seit einiger Zeit schon Blogs und Wikis zum Projektmanagement ein. Ich kann darüber nur Gutes sagen. Die Kommunikation hat sich tatsächlich im Team verbessert. Und es wird auch mehr Wissen geteilt.“

Dirk Wippern: „Wir haben Enterprise 2.0 Ansätze bei uns (InfoOnline) eingeführt und damit sehr positive Erfahrungen gesammelt. Die Instrumente helfen uns, Prozesse smarter zu gestalten und den Informationsaustausch stark zu vereinfachen und vor allen Dingen die wichtigen Themen im Unternehmen allen Mitarbeitern transparent zu machen.“

Enterprise 2.0 in mittelständischen Betrieben nicht möglich?

Marcel Klotz hingegen ist überzeugt, dass bestimmte kleinere Unternehmen von einer Umstellung auf Enterprise 2.0 nicht profitieren werden:

Marcel Klotz: „Die meisten, denne nic hdas vorstelle, finden einfach den Nutzen nicht darin. Wenn ein Unternehmen z.B. 100 Mitarbeiter hat und davon haben mal gerade 25 einen E-Mail-Account, könne wir erkennen, wie weit wir noch von E2.0 entfernt sind.

Hägar Schmidt pflichtet dem bei und nennt konkrete Beispiele:

Hägar Schmidt: „Ein Handelsbetrieb, eine Spedition, ein Supermarkt, etc. – 95 Prozent aller Organisationen haben nichts von dem sogenannten „Web 2.0“ (und werden es nie haben).“

Dabei muss man anmerken, dass Enterprise 2.0 sich hauptsächlich auf sogenannte Wissensarbeiter bezieht. Auch McAffee beschränkt sich bei seiner Definition auf die „knowledge workers“: „I use the term „Enterprise 2.0“ to focus only on those platforms that companies can buy or build in order to make visible the practices and outputs of their knowledge workers.“ Mitarbeiter, die nicht mit einem Computer arbeiten, können natürlich nicht direkt von dieser veränderten Arbeitskultur profitieren. Es geht vorwiegend darum, Wissen zu teilen.

Rechtlicher Rahmen muss stimmen

Die Auflösung der Hierarchien beschäftigt viele der Kommentatoren. Wie Schäferblick richtig anmerkt, werden hierarchische Strukturen niemals ganz verschwinden:

Schäferblick: „Sätze wie „hierarchische Strukturen werden durch die Weisheit der Masse ersetzt“ dürften bei so mancher Führungskraft eher ein abwinkendes Lächeln als Begeisterung auslösen. Das ist weder überzeugend bzw. werbewirksam noch dürften in großen Unternehmen auf absehbare Zeit die Hierarchien vollständig verschwinden – auch mit noch so tollen kollaborativen Tools und noch so toller Kultur.“

Michael Koch von der Bundeswehr Universität in München differenzierte in einem Gespräch zwischen Informationshierarchien und Entscheidungshierarchien: „Entscheidungshierarchie kann nicht abgebaut werden, nur die Informationshierarchie wird abgebaut. Es geht darum, Informationen bereit zu stellen.“ Die Entscheidungsgewalt liegt auch in einem Enterprise 2.0 weiterhin bei der Führungskraft.

Ein wichtiger Aspekt, der in unserem Text leider zu kurz gekommen ist, sind rechtliche Rahmenbedingungen.

Carsten Ulbricht: „Neben urheberrechtlichen Gesichtspunkten haben die Unternehmen insbesondere auch arbeits- und datenschutzrechtliche Regelungen im Auge behalten. Neben elementaren Gesichtspunkten wie dem „loslassen können“ von Seiten der Unternehmensführung und dem Aufbau einer möglichst dezentralen Struktur ist ein rechtlich abgesichertes Konzept ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Integration von Enterprise 2.0 Lösungen im Unternehmen.“

Viele Unternehmen berichteten im Laufe der Recherche, dass vor allem der Betriebsrat besorgt war, dass die Mitarbeiterdaten ungenügend geschützt sind oder zur Leistungsbewertung heran gezogen werden könnten. Unternehmen müssen sich vor einer Umstellung genauestens erkundigen.

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