“Wehe, ich sehe sie miteinander reden, statt dass sie sich um die Gäste kümmern“, witzelt Ute Jasper,...
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Eine vernünftige Arbeitszeit von etwa 40 Stunden, wie sonst üblich, kann immer noch genügend Kraft für die Ausfüllung eines Arbeitsplattes bieten. Bei Managern ist dies persönlich als belastbares Zeitlimit meistens kein Thema. Sie sitzen nicht nur herum und palavern, sondern tragen die Last ihres Unternehmens auf ihren Schultern.
Mit den 40 Stunden ist es sicher nicht getan. Das Ergebnis: burn-out. Mit Sicherheit nicht die Basis, um existentielle Entscheidungen treffen zu können für das Unternehmen, die Anleger und die Berufstätigen.
Vermutlich liegt es häufig an der Unfähigkeit, Aufgaben, die nicht unbedingt Chefsache sind, an weitere zu delegieren oder gar am Geiz, Experten einzustellen, die auf dem Arbeitsmarkt immer noch zur Genüge bereit stehen, aber nicht mehr akzeptiert werden, nur weil sie über 50 Jahre sind und das Studierte vermutlich schon vergessen haben.

Das Überdenken der Präsenskultur, die Möglichkeit Führungspositionen zu teilen und flexible Arbeitszeiten – das ist in den Führungsetagen der deutschen Unternehmen wirklich längst überfällig und würde sich mit Sicherheit positiv auf die Führungsqualität auswirken.
Ich stimme der Einschätzung von WiwoWast zu: Es ist dazu von Nöten, dass Führungskräfte delegieren können, nicht denken, alles wissen zu müssen oder zu können (also weder unter Selbstüberschätzung noch Selbstunterschätzung leiden) und bei Fachfragen Experten hinzuziehen.

Aus meiner Sicht ist die Arbeitszeit als solche in den meisten Fällen nicht das Entscheidende. Seit 25 Jahren arbeite ich im Durchschnitt mehr als 50 Stunden/Woche. In dieser Zeit war ich zwei Mal nahe an einem Burnout, aber da spielten ganz andere Dinge - vor allem Konflikte und fehlende Wertschätzung - die entscheidende Rolle. Stress resultiert - etwas vereinfacht ausgedrückt - aus einem Missverhältnis von wahrgenommenen Anforderungen und wahrgenommenen Ressourcen, fehlendem Ausgleich, fehlenden Ritualen, fehlender Abgrenzung (Überidentifizierung) und oft auch dem verbissenen Zwang, sich und anderen etwas beweisen zu müssen. Gestern hatte ich die Nachbereitung eines Stressmanagement-Seminars. Die Teilnehmer/innen haben konkrete Situationen benannt, die sie stressen - dies waren vor allem Situationen, in denen sie in Konflikt treten mussten (einer der größten Stressoren ist fehlende Kompetenz im Umgang mit Konfliktsituationen!) und der Versuch, durch übermäßige Kontrolle schmerzhafte Erfahrungen vermeiden zu wollen. Den Versuch, durch Teilzeit eine Verrringerung des Stresses zu erzielen, hatten einige schon hinter sich. Die Wirkung war aber weniger deutlich, als sie es sich erhofft hatten.

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