Arbeitszeit: Viele Niedriglöhner arbeiten mehr als 50 Stunden

Arbeitszeit: Viele Niedriglöhner arbeiten mehr als 50 Stunden

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Lastwagen-Fahrer: Viele sitzen mehr als 50 Stunden pro Woche hinterm Steuer

von Sabrina Keßler

Mehr arbeiten für weniger Geld: Einer aktuellen Studie zufolge arbeitet jeder vierte Beschäftigte mit Niedriglohn mehr als 50 Stunden die Woche. Viele riskieren dafür ihre Gesundheit.

Lagerarbeiter, Kraftfahrer und Beschäftige im Gastgewerbe: Um ihre Existenz zu sichern, gehen viele Niedriglöhner bis an ihre Grenzen. Das berichtet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). 900.000 Deutsche arbeiten demzufolge mehr als 50 Stunden pro Woche. Eine enorme Belastung, die in Deutschland eigentlich durch das Arbeitszeitgesetz verhindert werden soll. Demnach dürfen Arbeitnehmer durchschnittlich nicht mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten. Doch diese Schutz-Vorschrift werde offenbar oft ignoriert, monierte Studienautor Karl Brenke.

Wer länger arbeitet, wird öfter krank

"So lange Arbeitszeiten wie bei den Niedriglöhnern gibt es ansonsten nur am oberen Ende der Einkommensskala, also bei Gutverdienern in Vollzeit", sagte Brenke. Es sei vor allem ein "sozialpolitisches Problem", wenn Geringverdiener nur mit sehr langen Arbeitszeiten über die Runden kämen. Schließlich riskierten sie dafür ihre Gesundheit. So hätten Menschen mit längeren Arbeitszeiten öfter Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder gar Herzbeschwerden. „Wahrscheinlich begünstigen lange Arbeitszeiten weiterhin gesundheitsschädliche Verhaltensweisen wie den Konsum von Genussmitteln sowie eine ungesunde Gewichtszunahme durch falsche Ernährung und mangelnde Bewegung“, erklärten die Forscher. Und das koste die Gesellschaft am Ende Geld.

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Als verdeckte Unterbeschäftigung bezeichnete Brenke die Situation der Geringverdiener mit Teilzeitstelle. Deren Arbeitszeiten wurden in der DIW-Studie ebenfalls untersucht. Die Forscher fanden heraus, dass auch sie länger arbeiten als andere Beschäftigte in Teilzeit. Gleichzeitig würden viele gern ihre Arbeitszeit aufstocken, auch wenn die Löhne nicht allzu sehr steigen.


22 Prozent aller Deutschen arbeiten für einen Niedriglohn

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Als Geringverdiener gelten Arbeitnehmer, die weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns erhalten. Hierzu zählen vor allem Pflegekräfte, Friseure, Verkäufer, Arzthelfer und Bäcker. Insgesamt 7,3 Millionen Deutsche verdienten 2010 so ihren Unterhalt, im Durchschnitt 7,18 Euro pro Stunde. Bei Minijobbern waren es sogar nur 5,95 Euro, so das DIW. Trotz Niedriglohn sind die meisten Beschäftigten nicht auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Denn oftmals leben sie mit weiteren Erwerbstätigen zusammen. Lediglich jeder Achte bezieht zu seinem Verdienst Arbeitslosengeld II.

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