Ausschlafen am Wochenende : Wenn falscher Schlaf ungesund wird

Ausschlafen am Wochenende : Wenn falscher Schlaf ungesund wird

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Studien belegen: Schlafstörungen und weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht können das Risiko für Diabetes erhöhen.

Kann zu viel Schlaf am Wochenende ungesund sein? Forscher warnen vor den Folgen ungleichmäßiger Schlafmuster.

Wurst erzeugt Krebs - diese Nachricht sorgte erst vor wenigen Wochen für Aufregung. Dass es jetzt auch noch ungesund sein soll, am Wochenende auszuschlafen, könnte selbst ausgeruhte Menschen irritieren.

Der Hintergrund der Schreckensmeldung: Wissenschaftler der Universität Pittsburgh haben laut des "Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism" die Risiken von verschobenen Schlafmustern untersucht.

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Untersucht wurden 447 gesunde Erwachsene zwischen 30 und 54 Jahren, etwas mehr als die Hälfte Frauen. Verglichen wurden Arbeitstage und jene, an denen die Probanden ausschlafen konnten. Die Leiterin der Studie, Patricia Wong, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass sogenannter "social jet lag", bei dem die Betroffenen zu Zeiten einschlafen und aufwachen, die nicht mit ihrem biologischen Rhythmus übereinstimmten, schädlich sei. Herausgekommen sei bei der Untersuchung, dass die Menschen mit den größten Verschiebungen der Schlafzeiten zwischen Werktagen und Wochenenden das höhere Risiko hätten, an Diabetes zu erkranken oder Herzproblem zu bekommen.

Fakten rund um das Thema Schlaf

  • Gewicht

    Zu den vielen Dingen, die dick machen wie Schokolade oder Chips gehört laut kanadischen Forschern auch zu viel Schlaf. Wer neun bis zehn Stunden pro Nacht schläft nimmt häufiger fünf Kilo zu als jene, die bei gleicher Aufmerksamkeit für die eigene Ernährung nur sieben bis acht Stunden schliefen.

  • Depression

    Zu viel Schlaf erhöhe das Risiko eine Depression zu bekommen. Das zumindest ist das Ergebnis einer Studie mit erwachsenen Zwillingen. Die Teilnehmer mit bis zu acht Stunden Schlaf zeigten zu 27 Prozent eine Veranlagung zu einer Depression, die mit neun und mehr Stunden zeigten zu 49 Prozent eine solche.

  • Tod

    Zu wenig Schlaf oder zu viel Schlaf - beides schlecht. Das zumindest legt eine Meta-Analyse 16 verschiedener Studien aus dem Jahr 2010 nahe. Demnach haben alle die ein höheres Risiko früher zu sterben, die regelmäßig zu kurz oder zu lang schlafen.

  • Schwangerschaft

    Die Schlafgewohnheiten von 650 Frauen untersuchten Forscher in Korea, die sich in einer Hormonbehandlung befanden in Vorbereitung auf eine künstliche Schwangerschaft. Die Erfolgsquote war bei denen am höchsten, die sieben bis acht Stunden schliefen und am geringsten bei denen mit Schlafdauer zwischen neun bis elf Stunden.

  • Herz

    Kardiologen empfehlen ebenso eher sechs bis acht Stunden Schlaf statt mehr. Aber während Schlafmangel das Risiko von Schlaganfall und Herzinfarkt steigere, sei der Schlafüberfluss verantwortlich für ein höheres Risiko an Angina zu erkranken.

Zu den häufigsten Verschiebungen im Alltag der Menschen gehört es aber, dass sie am Wochenende den Schlaf nachholen möchten, den sie unter der Woche zu wenig haben. In der Regel seien sechs bis acht Stunden Schlaf inklusive der erholsamen Tiefschlafphasen ausreichend, raten heute Schlafforscher.

Um aber ein über die Werktage angehäuftes Defizit von fünf Stunden Schlaf am Wochenende aufzuholen, reichen laut Studien aber auch rund 90 Minuten extra am Samstag und Sonntag morgen. Auch sei es kein Problem, mitten in der Nacht wach zu werden, erst wenn die Wachphase mehr als einige Minuten andauert, sei die Erholung durch den Schlaf beeinträchtig. Bei den Untersuchten fanden die Forscher aus Pittsburgh bei den Schläfern mit sehr verschobenen Rhythmen mehr Fett und Zucker im Blut.

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Ausgenommen von der Untersuchung waren Menschen, die im Schichtdienst arbeiteten. Die Teilnehmer trugen Activity-Tracker für sieben Tage in Folge. Neben der Dauer wurde so auch der Zeitpunkt des Einschlafens und Aufwachens ermittelt. Dabei stellte sich heraus, dass der Typ Mensch, der länger am Abend wachbleibt, eher zu Problemen mit der Synchronisation der Schlafstunden mit der inneren Uhr neigt. Einen Beleg dafür, dass veränderte Schlafrhythmen Diabetes auslösen, sieht jedoch auch Leiterin Wong nicht, aber Indizien, dass es nötig sei, den Zusammenhang weiter zu erforschen.

Bis konkretere Erkenntnisse vorliegen, können wir auch einfach Sonntags wie gewohnt ausschlafen.

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