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Berufe mit Zukunft: Ausgezeichnete Jobchancen für gut Qualifizierte

von Noch Fragen? sebastian.matthes@wiwo.de, andreas große halbuer und jochen mai

Der Arbeitsmarkt zieht an, die Berufschancen für gut Qualifizierte sind besser denn je. In einer vierteiligen Serie beschreibt die WirtschaftsWoche, wo die attraktivsten Jobs mit Zukunft entstehen.

In der fünften Klasse fing es an. Im Informatikraum stand ein alter Apple-Computer, der Eva Spies faszinierte. Während die Freundinnen ihre Gesichter zu experimentellen Make-up-Zonen erklärten, hockte Spies lieber Woche um Woche, Tag um Tag am Rechner, programmierte kleine Spiele und zeichnete mit der Maus Skizzen auf den Bildschirm. Zwölf Jahre später sitzt Spies immer noch am Computer. Nicht mehr am alten Apple, sondern an einem modernen Laptop. Aus der Schülerin ist eine gefragte Diplom-Informatikerin geworden, ihre Programmierkünste sind gut dotiert. Im Auftrag des Berliner Autozulieferers Carmeq konzeptioniert die 25-Jährige Programme, mit denen sich das Bordinfotainment neuer VW-Modelle bedienen lässt. Eine verantwortungsvolle Aufgabe – nichts ist für Autofahrer nerviger (und gefährlicher), als sich bei Tempo 160 durch ein krudes Bedienmenü zu wursteln. Nach ihrem Examen hatte Spies keine Mühe, einen Job zu finden. Gleich die zweite Bewerbung war ein Treffer. Kein Wunder: Für Informatiker wie Spies zeigt das Arbeitsmarktbarometer derzeit auf Hoch. Nicht nur für sie. Auch für die Kommilitonen der Betriebswirtschaft und viele Naturwissenschaftler sind die Zeiten vorbei, in denen sie um Vorstellungsgespräche betteln mussten. Und Ingenieure werden ohnehin überall gesucht. Um die richtigen Leute zu finden, schalten die Unternehmen aufwendige Anzeigen, zimmern auffällige Stände auf Jobmessen oder rekrutieren die Leute direkt aus dem Hörsaal. Manche ködern die Jungwissenschaftler mit Segeltrips und Reisen zu exotischen Zielen, andere zahlen Mitarbeitern Kopfprämien, wenn diese neue Talente ins Unternehmen holen.

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Bildergalerie: Computervisualistin & Co: Jobs, die derzeit besonders hoch im Kurs stehen

„Die Nachfrage nach guten Absolventen übersteigt bei Weitem das Angebot“, sagt Jens Reufsteck von der Personalberatung Hobsons. Um den Nachwuchs balgen sich Berater, Industrieunternehmen, Handelskonzerne und eine rapide wachsende Zahl von Dienstleistungsunternehmen. Hinzu kommen schnell wachsende Unternehmen aus den Sektoren erneuerbare Energien, Medizintechnik und Informationstechnik. Rund 60 Prozent aller Mittelständler würden sogar mehr Leute einstellen, wenn sie die richtigen Bewerber fänden, ergab jüngst eine Umfrage des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Trotz der ermutigenden Signale: Auf dem Arbeitsmarkt herrscht ein widersprüchliches Szenario. Während der Aufschwung an den Langzeitarbeitslosen weitgehend vorbeigeht, können die Unternehmen nicht genug bekommen von hervorragend ausgebildeten und international erfahrenen Mitarbeitern. Denen bieten sie viel: einen spannenden Job, hohe Einstiegsgehälter, Projekte rund um die Welt. Doch nur wer sich für die richtige Ausbildung entscheidet, kann künftig zwischen den besten Jobs wählen. In einer vierteiligen Serie stellt die WirtschaftsWoche daher die 40 interessantesten Berufe mit Zukunft vor; erklärt, wie man sie bekommt, und analysiert die neuesten Trends in der Arbeitswelt. Was auf dem Arbeitsmarkt stattfindet, ist der prognostizierte Wandel zur Wissensgesellschaft. Allen Klagen über die angeb- » liche „Generation Praktikum“ zum Trotz lag die Zahl der Akademiker, die regelmäßig Nummern in der Arbeitsagentur ziehen müssen, im vergangenen Jahr unter vier Prozent. Viele von ihnen sind Studenten der Fachrichtungen Sozial- und Geisteswissenschaften sowie einiger naturwissenschaftlicher Fächer. Ohne wirtschaftliches Basiswissen und Praxiserfahrungen haben sie es nach der Uni schwer. Die meisten anderen Absolventen aber erwartet anstelle eines prekären Daseins eine vielversprechende Zukunft. Denn die Zahl der Arbeitsplätze für höher Qualifizierte steigt stetig – von 1975 bis 2000 legte sie um fast 180 Prozent zu. Zum Vergleich: Die Hälfte der gering qualifizierten Jobs blieb in dieser Zeit auf der Strecke. Einfache Fach- und Hilfsarbeiter werden immer seltener eingestellt. Viele dieser Jobs wandern ab in Billiglohnländer oder fallen dem technischen Fortschritt zum Opfer.

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