Bücher aus Blogs: Aus dem Internet aufs Papier

Bücher aus Blogs: Aus dem Internet aufs Papier

von Thorsten Firlus-Emmrich

Buchverlage haben das Internet entdeckt und machen sich auf die Jagd nach vielversprechenden Autoren: Viele erfolgreiche Neuerscheinungen sind aus Blogs oder Twitter-Accounts entstanden. Lohnt sich das für die Autoren?

Otto Redenkämper schaut auf die Welt. Meist vom Balkonfenster in Gelsenkirchen-Buer aus. Da sieht er, was um ihn herum passiert, motzt Kinder an und hat zu allem und jedem eine Meinung. Manchmal trippelt die Inkarnation des Fenster-Rentners rüber zu Jupps Kiosk zu seinen Kumpels, die wie Otto selbstverständlich Fans von Schalke 04 sind. Und weil Otto weiß, wie es läuft, erklärt er der Welt auch ungefragt, wie sie tickt.

Alle paar Wochen, spätestens jeden Spieltag, hilft ihm sein Enkel, Ottos Gedanken „in dieses Internetz“ zu stellen: Ottos Revier. Meist geht es um Fußball. Wenn Otto andere Dinge durch den Kopf schießen, tippt er seine Ansichten in seinen Twitter-Account, etwa zur ARD-Inszenierung „Terror“ dieser Tage.

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Einsichten eines Fußballfans mit gesundem Menschenverstand – daran fanden die Fischer Verlage aus Frankfurt Gefallen. So fanden Ottos Gedanken 2014 unter dem Titel „Dat Leben is kein Trallafitti - Der Fenster-Rentner erklärt die Welt“ ihren Weg in ein gedrucktes Buch.

Bücher, TV, Streaming? Diese Medien finden die Deutschen unverzichtbar

  • Ein Leben ohne...

    Nur wenige Erwachsene in Deutschland können sich ein Leben ohne Bücher oder Fernsehen vorstellen. Das ergab eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur aus dem Januar 2016. Andere Unterhaltungsmedien hielten die Befragten dagegen eher für entbehrlich.

  • Bücher

    Nur eine Minderheit von 13 Prozent der Befragten findet gedruckte Bücher verzichtbar. Elektronische Bücher (zum Beispiel Kindle oder Tolino) halten 41 Prozent für verzichtbar.

  • Klassisches Fernsehen

    14 Prozent der Befragten können sich ein Leben ohne das klassische Fernsehen vorstellen.

  • CDs

    Schon wesentlich mehr können sich vorstellen, auf Musik-CDs zu verzichten: Rund ein Fünftel (21 Prozent) der Befragten fand CDs verzichtbar. Hörbücher auf physischen Tonträgern wie CDs spielen für 46 Prozent keine allzu wichtige Rolle.

  • Kino

    Ein Leben ohne Kinobesuche ist für 23 Prozent vorstellbar.

  • DVDs

    Auf Spielfilme oder Serien von DVD würden 24 Prozent der Befragten verzichten.

  • Streaming

    Weniger wichtig finden die Erwachsene laut der YouGov-Umfrage Online-Videotheken. 38 Prozent könnten ohne das Streaming von Serien und Filmen (etwa via Netflix, Amazon, Maxdome, Watchever) leben, 40 Prozent ohne Musik-Streaming (zum Beispiel via Spotify oder Apple).

  • Unterscheidung nach Altersgruppen

    Eindeutig ist die Tendenz, wenn man nach den Altersgruppen schaut: So finden bei den 18- bis 24-Jährigen immerhin 21 Prozent das Fernsehen verzichtbar, bei den Menschen über 55 sind es dagegen nur 10 Prozent.

    Film-Streaming finden dagegen die Leute ab 55 kaum relevant: 50 Prozent können darauf verzichten, wie sie angaben. Bei den Jüngeren (zwischen 18 und 24 Jahren) sind es dagegen nur 27 Prozent, die es missen könnten. In der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre sind es sogar nur 24 Prozent

Wenn sich von Mittwoch an in Frankfurt die Verlagsmitarbeiter, Buchhändler, Autoren und Leser durch die Gänge der Buchmesse drängeln, passieren sie immer öfter gedruckte Werke, die ihre Heimat ursprünglich ausschließlich im Internet hatten. Blogs, Twitter-Accounts oder Webseiten mausern sich zu einer beliebten Quelle der Inspiration für Buchverlage, die daraus Taschenbücher, aufwändig fotografierte Rezeptbände oder Magazine herstellen.

Sie werden ihr Scherflein beitragen zu den steigenden Umsätzen, mit denen die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers rechnet. Bis 2019 schätzt das Unternehmen einen Anstieg von 9,3 Milliarden Euro in 2015 auf rund 9,6 Milliarden Euro in Deutschland – in Zeiten, in denen kostenfreie Angebote im Internet mit kostenpflichtigen Büchern um die Aufmerksamkeit der Leser buhlen.

Für Torsten Rohde begann es 2012 bei der Weihnachtsfeier, als er sich mittenmang der Familie mit einem Freund per WhatsApp über die Schrullen von Oma, Tante und Mutter austauschte. Am 16. Januar 2013 veröffentlichte der Kaufmann den ersten Tweet unter dem Namen Renate Bergmann

Heute, fast vier Jahre später, blickt Rohde alias Bergmann schon auf das fünfte Buch zurück. Am 21. Oktober erscheint „Wir brauchen viel mehr Schafe.“

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