Büro-Alltag: Die heikelsten Kollegenfallen

Büro-Alltag: Die heikelsten Kollegenfallen

Affären, Neid und Intrigen gibt es im Privaten wie im Berufsleben. Für befreundete Kollegen können sie doppelten Schaden anrichten. Erste Hilfe für den Ernstfall.

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Vom Freund zum Feind - Erste Hilfe für den Ernstfall bei Büro-Freundschaften

1. Sie sind seit drei Monaten ein Paar. Die Kollegen wissen nichts davon.

Wenn aus einer Liebelei eine Beziehung wird, lässt sich das langfristig kaum verheimlichen. Damit die Romanze nicht in einer beruflichen Bruchlandung mündet, gilt es jedoch, Beziehungs- und Arbeitsleben klar zu trennen. Zärtlichkeiten oder andere Intimitäten gehören nicht ins Büro. Selbst wenn frisch Verliebte am liebsten jede Pause zu zweit verbringen würden, sollten sie sich nicht abkapseln: Also auch weiter mit den Kollegen essen gehen – unabhängig vom Partner! Falls es doch zur Trennung kommt, gilt: Diskretion statt Schlammschlacht.

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2. Er hat seinem Kollegen Ideen geklaut und dreist als eigene verkauft.

Hier stellt sich die Frage, ob so jemand noch ein Freund werden kann. Vielleicht liegt aber auch ein Missverständnis oder Übereifer vor. So oder so sollte sich der Ideendieb sofort entschuldigen und den Ausrutscher klarstellen, und zwar am besten öffentlich. Alles andere belastet das Arbeitsklima erheblich.

3. Der Chef möchte mit dem befreundeten Kollegen über seine Ehekrise sprechen.

Psychologen sprechen in solchen Fällen von der "Überlastung einer Beziehung". Eheprobleme oder Dreieckskonstellationen, also Themen, die den Mitwisser später zu Täuschungen zwingen könnten, gehören nicht in den beruflichen Kontext. Einzig richtig: das Gespräch höflich, aber bestimmt ablehnen, wenn es zu persönlich wird. Der Chef wäre ohnehin besser beraten, sich in dem Fall einen professionellen Gesprächspartner zu suchen. Nicht nur aus Fairness dem Kollegen gegenüber – sondern vor allem im eigenen Interesse!

4. Er hat ihn angeschwärzt, um seine Aussicht auf Beförderung zu verbessern.

Ein solches Verhalten ist das genaue ‧Gegenteil von Freundschaft. Der Angeschwärzte sollte auf jeden Fall klären, was genau über ihn erzählt wurde und was den Kollegen dazu bewogen hat. Vielleicht hat der sich mit seinen abfälligen Bemerkungen sogar selbst ins Karriere-Aus bugsiert. Ein ehrlicher Austausch über die eigenen Pläne und Bewerbungen wäre der bessere Weg gewesen. "Kollegen können ehrlich kooperieren, auch wenn sie im Wettbewerb miteinander stehen", betont Jörg Fengler, Psychologe und Experte für Kooperation und Konkurrenz in Beziehungen. Aber nur, indem sie auf das "Win-win-Prinzip" setzen, getreu dem Motto: Wer die Position Nummer eins bekommt, hat in der Regel bald auch einen Platz zwei zu vergeben.

5. Sie schläft mit dem Mann ihrer Kollegin. Die ahnt noch nichts.

Erotische Beziehungen zu den Partnern von Kollegen sind absolut tabu, so lautet zumindest der breite Konsens – trotzdem kommen sie immer wieder vor. Wird eine solche Affäre bekannt, dürfte das Verhältnis zwischen den beiden Freunden für immer zerstört, mindestens aber schwer beschädigt sein – und die weitere Zusammenarbeit so gut wie unmöglich. "Es gibt Menschen, die Geheimnisse auch in engsten Beziehungen leben", sagt der Karriere-Coach und Psychologe Hermann Refisch. Die mögen das normal finden oder sogar spannend, obwohl immer die Gefahr besteht, aufzufliegen und Dritte zu kränken. Für Menschen, die ihren Job behalten wollen, sind solche Affären verboten. Ansonsten gilt: Karten offen auf den Tisch legen und die Konsequenzen klären und tragen.

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