Büro und Freizeit: Diese Stil-Regeln gelten seit den Fünfzigern

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Büro und Freizeit: Diese Stil-Regeln gelten seit den Fünfzigern

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Eine junge Frau sieht sich Kleider des Labels Christian Dior an.

von Lin Freitag

Schulterpolster? Überflüssig. Zu hohe Absätze? Vulgär. Lila? Macht alt. Ein Blick auf Mode-Regeln, die schon Christian Dior im Jahr 1954 in seinem Stillexikon veröffentlichte - und die bis heute gelten.

Mode gilt als schnelllebige Branche – doch das stimmt nicht ganz. Manche Stilregeln gelten seit vielen Jahrzehnten. Das beweist „Das kleine Buch der Mode“ von Christian Dior. Der Modeschöpfer schrieb sein Stillexikon bereits im Jahr 1954 - jetzt gibt es eine neue Übersetzung.

A wie Alter: „Die Mode kennt nur zwei Altersklassen: junge Mädchen und erwachsene Frauen. Wenn Sie Kleider tragen, die zu Ihnen passen, dann passen Sie natürlich auch zu Ihrem Alter. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Sie Kleider tragen müssen, die Sie alt aussehen lassen. Ab einem gewissen Alter – beziehungsweise ab einer gewissen Kleidergröße – sollten Sie es jedoch nicht mehr drauf anlegen, jugendlich auszusehen.
Zu lange Haare und zu mädchenhafte Kleidung sind unangebracht, was aber nicht heißt, dass Sie nur noch Schwarz, Grau oder Braun tragen dürfen. Ich kenne zum Beispiel eine Menge sehr eleganter älterer Damen, die sich im Sommer oder abends in hübschen Pastellfarben wie Rosa, Hellblau oder Weiß kleiden. Neben allzu jugendlicher Kleidung sollten ab einem gewissen Alter außerdem „alte“ Farben wie Lila, „alt machende“ Stoffe wie Brokat sowie Kleidungsstücke aus schwarzer und grauer Spitze gemieden werden.“

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So kleiden Sie sich richtig

  • Wie Sie stilsicher werden

    Wie kleidet man sich ordentlich? Dabei geht es um mehr als die Frage, ob mit oder ohne Krawatte. Welche Aussagen lassen sich durch welche Kleidung transportieren? Das ist keineswegs Jacke wie Hose. Ein Crashkurs.

  • It fits

    Im Englischen heißt es „it fits“, wenn etwas passt. Daher das Wort „Outfit“. Ihre Kleidung sollte in drei Kategorien passen: Dem Anlass entsprechend, dem Typ entsprechend und der individuellen Aussage entsprechend. Genau in der Schnittmenge liegt das für sie optimale Outfit.

  • Für Banken, Versicherungen, Rechtsabteilungen und Buchhaltung

    Anzug oder Kostüm sollten Werte wie Vertrauen und Sicherheit widerspiegeln. Das gilt auch für Mitarbeiter im Back-Office. Ein Ziel ist Understatement. Die Kleidung sollte modern und nicht bieder wirken; dunkle Business-Farben wirken am besten.

  • In Management, Controlling, Marketing und PR

    Es gilt, einen Tick schicker zu sein als im klassischen Business. Hosen mit Pullover gehen maximal in der Werbebranche. Ansonsten eher kompletter Hosenanzug oder Blazer-Hose-Kombi für Damen, Anzüge und Kombinationen für Herren. Anspruchsvoll, gehobene Qualität und dunklere Farben.

  • Im B2B

    Professioneller Look ist hier unabdingbar. Klassische Kostüme, Anzüge und Kombinationen in mittleren bis dunkleren Farbtönen. Farben dürfen nicht ins Auge springen, sollten aber modern sein.

  • In Kreativ-Jobs

    In der Werbung oder bei den Medien darf es bunter und ausdrucksstark zugehen. Hier ist Nähe angesagt und schwarze Kleidung ist da sehr hinderlich.

  • Große Männer brauchen Unterteilungen

    Für besonders große Männer empfehlen sich farbliche Unterteilungen. Also zum Beispiel blaue Hose oder roter Pullover. Das unterbricht die Größe und lässt Sie weniger lang wirken. Männer mit langen Beinen tragen am besten längere Jacken und Ärmel.

  • Kleine Männer eher eintönig

    Ist Ihr Körper insgesamt kurz, empfiehlt sich farblich Ton in Ton. Farbliche Unterteilungen würden die Kürze betonen. Haben Sie kurze Beine, sollten Sie von Hosenaufschlägen absehen – und auch davon, Ärmel aufzukrempeln.

  • Passend zum Typ

    Tiefsinnige und Kreative wollen sich ausdrücken. Die Erscheinung darf Außergewöhnliches bieten, also kreativer Kragen, Schmuck, extravagante Brille oder bunte Farben. Bodenständige Typen verwenden besser natürliche Materialien und Erdtöne. Dramatiker und Extrovertierte mögen vielleicht asymmetrisch geschnittene Kleidung – sie sollten dann aber darauf achten, dass sie niemals billig wirkt. Zu sportlichen Typen passen Blau und Grün.

  • Nicht nur beim Mann entscheidet die Figur

    Sollten Sie eine schlanke Frau sein und Kleidergröße 32 bis 34 tragen, sehen Röhrenjeans super aus. Ab Kleidergröße 40 sehen Sie mit ihnen dicker aus. Es liegt also stets an der Form ihres Körpers.

  • Rechteckige Figurform

    Sind Schulter, Taille und Hüfte gleich breit, empfiehlt sich eine gerade Hose oder ein gerader Rock.

  • Dreieckige Figurform

    Die Schulter ist schmaler als die Hüfte. Hier sollten Sie Hosen und Rücke in der sogenannten A-Linie mit kurzen Oberteilen kombinieren.

  • Umgekehrtes Dreieck

    Die Schulter ist breiter als die Hüfte: Hier empfehlen sich Caprihosen, Röhrenhosen und enge Röcke. Die schmalen Hosen lassen sich gut in Stiefel stecken.

  • Die Achter-Figur

    Die Figur ist wie eine 8 geformt. Sie ist eine sehr weibliche Figurform. Die Röcke sind konisch geschnitten, sie werden zum Knie hin schmaler. Passende Hosen sind Hosen in Bootcut-Schnitten.

D wie Dekolleté: „Kleider mit Dekolleté sind schon immer beliebt und unglaublich attraktiv. Egal ob groß oder klein: Das Dekolleté ist der Inbegriff der Weiblichkeit. Wenn Sie groß sind, steht Ihnen ein weiter Ausschnitt besonders gut. Für etwas fülligere Figuren ist ein tiefer Ausschnitt vorteilhafter. Aber welche Form ihr Ausschnitt auch hat, achten Sie immer darauf, dass ihr Schlüsselbein sichtbar ist. Pullover sind natürlich eine Ausnahme, sie können auch hochgeschlossen sein, wenn es Ihnen gefällt. Ich selbst widme mich intensiv dem Design immer neuer, weiblicher Dekolletés. Es gibt nichts Schmeichelhafteres, Weiblicheres und Attraktiveres als ein gelungenes Dekolleté.“

I wie Individualität: „Bis zu dem Tag, an dem wir uns alle in Roboter verwandeln – den wir hoffentlich nie erleben werden - kommt wahre Eleganz durch Individualität. Auch wenn Sie sich keine maßgeschneiderte Kleidung leisten können, wählen Sie nur Sachen, die zu Ihrer Persönlichkeit passen. In Zeiten der Massenproduktion finden Sie in dem riesigen Angebot immer etwas, das genau nach Ihnen aussieht. Entdecken Sie Ihre Persönlichkeit, aber denken Sie daran, dass „individuell“ nicht „exzentrisch“ bedeutet. Eine elegante Frau lässt sich nichts von der Mode diktieren. Wenn Sie mit einer neuen Moderichtung nichts anfangen könne, ignorieren Sie sie. Es gibt schließlich nicht nur eine Richtung, sondern viele, und es liegt an Ihnen, Ihren guten Geschmack zu festigen, indem Sie nur Kleider wählen, die zu Ihnen passen.“

K wie Kosmetik: „Kosmetik ist für das Geheimnis der Schönheit wesentlich, aber sie darf nicht auffallen, sondern muss dezent verwendet werden. Sie werden nicht wie eine Schauspielerin im Scheinwerferlicht auf der Bühne stehen, also müssen Sie sich auch nicht wie eine schminken. Natürliches, subtiles Make-up ist am besten – abgesehen vom Lippenstift, der auffallen darf. Bunter Nagellack ist in Ordnung, wenn Sie ihn mögen, aber ich persönlich bevorzuge natürliche Farben.“

P wie Pflege: „Das Geheimnis wahrer Eleganz ist Pflege. Sie können die schönsten Kleider tragen, sich mit den kostbarsten Juwelen schmücken und noch so wunderschön sein – wenn Sie sich selbst und Ihre Garderobe nicht pflegen, ist all dies nichts wert.“

P wie Polster: „Polster dienen dazu, einzelne Partien eines Kleidungsstücks zu betonen. Schulterpolster beispielsweise lagen über viele Jahre im Trend, aber inzwischen bevorzugt die Mode überwiegend eine natürliche Linie. Schulterpolster sind überflüssig, sofern nicht Ihre Schultern ein wenig abfallen. Polster sind ein gutes Mittel, kleine Makel der Figur auszugleichen, sollten aber geschickt eingesetzt werden. Und das überlässt man besser den Experten.“

R wie Röcke: „Es gibt nur wenige Frauen, die jeden Rock tragen können: jene, die eine schmale Taille und keine Hüften haben. Alle anderen müssen herausfinden, welcher Rock – eng anliegend oder weit geschnitten – ihnen am besten steht. Wenn Sie den passenden Schnitt für sich entdeckt haben, dann bleiben Sie ihm treu. Je schlichter der Rock ist, umso besser muss er sitzen. Ein enger Rock darf nie so eng sein, dass Sie sich nicht darin bewegen können. Das ist unbequem und sieht außerdem schnell lächerlich aus. Wie für alles in der Mode gilt auch für Röcke, dass sie angenehm zu tragen sein müssen. Rocklängen sind ein großes Thema, aber ich persönlich finde es albern, die Zentimeter vom Boden bis zum Saum zu messen. Diese Frage sollte jede Frau für sich selbst entscheiden. Es kommt auf ihren Geschmack und ihre Beine an. Wie lang ihr Rock sein sollte, hängt davon ab, wie groß Sie sind und welchen Stil Sie lieben. Die einzige Regel ist die des guten Geschmacks.“

 

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