
Der Bundesverband Junger Unternehmer (BJU) begrüßte den Appell des Bundespräsidenten, dass Manager mehr Verantwortungsbewusstsein zeigen sollten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erklärte, es sei „außerordentlich hilfreich“, dass Köhler die Einkommensschere in Deutschland als gesellschaftliche Fehlentwicklung kritisiert habe. Köhler hatte von deutschen Managern mehr Verantwortungsbewusstsein eingefordert. Er sei besorgt über die auseinanderklaffende Einkommensentwicklung und eine wachsende Entfremdung zwischen Unternehmen und Gesellschaft, sagte das Staatsoberhaupt dem „Handelsblatt“. Die Führungspersönlichkeiten in der Wirtschaft müssten begreifen, „dass ihr Verhalten Auswirkungen auf den Zusammenhalt der Gesellschaft hat“. Die Wirtschaft habe die Pflicht, der Entfremdung entgegenzuwirken. Köhler: Manager sollen nicht an Bodenhaftung verlieren Aufsichtsräte und Aktionäre forderte der Bundespräsident auf, dafür zu sorgen, dass Manager in ihren Einkommensvorstellungen nicht die Bodenhaftung verlören. Es gebe in der Bevölkerung das nachvollziehbare Gefühl, dass etwas nicht stimme, wenn die Einkommen der einen stark stiegen, die der anderen dagegen eher stagnierten. Nötig sei eine Kultur der Mäßigung und des Vorbilds in den Führungsebenen der Unternehmen. DGB-Chef Michael Sommer erklärte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, die Beschäftigten hätten zu Recht kein Verständnis dafür, dass die ohnehin häufig horrenden Managerbezüge oft genug zweistellig steigen, während ihre eigenen Reallöhne in den vergangenen Jahren stagnierten. Diese ungleiche Einkommensverteilung habe Ausmaße angenommen, die auch durch eine von der großen Koalition geplante Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer „kaum noch korrigiert werden“ könne. Siemens-Chef: Hohe Gehälter von Managern "wichtige Thematik" Selbst hochrangige Manager meldeten sich zu Wort. „Das ist eine wichtige Thematik“, sagte Siemens-Chef Löscher heute in München. Er selbst sehe sich aber nicht von der Kritik betroffen. Schließlich liege Siemens weder im Vergleich mit anderen Dax-Unternehmen noch mit internationalen Konkurrenten bei den Einkommen in der Spitzengruppe. „Ich habe Bodenhaftung.“ Mit seiner Sonderzahlung zu Amtsantritt seien Ansprüche abgegolten worden, die ihm zugestanden hätten, so Löscher. Um den Wunschkandidaten Löscher vom US-Konzern Merck loszueisen, übernahm Siemens freiwillig finanzielle Ansprüche in Höhe von 8,5 Millionen Euro, die Löscher an Merck hatte. Vom Einkommen eines Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking, das im vergangenen Geschäftsjahr auf 60 bis 70 Millionen geschätzt wird, ist Löscher jedenfalls auch weit entfernt. Spitzenmanager in den USA verdienen oft deutlich mehr. Doch im Zeitalter der Globalisierung haben die deutschen Führungskräfte Boden gut gemacht. Da gleichzeitig die Realeinkommen in manchen Branchen gesunken sind, macht sich Unmut breit. Unternehmer kritisieren Fehlen der Haftung für Fehler Der Chef des Bundesverbands Juner Unternehmer, Dirk Martin, sagte am Donnerstag der AP, nicht die Gehaltshöhe von Managern sei das Problem, sondern deren unzureichende persönliche Haftung. „Im Unterschied zu uns Unternehmern haften Manager bei wirtschaftlichen Fehlentwicklungen nämlich nicht mit ihrem Privatvermögen“, sagte Martin. Eigentümerunternehmer trügen da wegen ihrer privaten Haftung eine ganz andere Verantwortung. Im Übrigen gelte aber, dass es in einer Marktwirtschaft keine künstlichen Grenzen bei Gehältern geben dürfe.













