
„Früher standen Patrone an den Konzernspitzen, die in Deutschland ausgebildet wurden, deutsche Managementprinzipien verinnerlicht hatten und fast ausschließlich ein nationales Kontaktnetzwerk pflegten“, sagt Ulrich Hocker, seit 15 Jahren Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und Aufsichtsrat bei Telekom und E.On. „Aber die CEOs neuer Prägung sind viel internationaler orientiert, ihre Netzwerke globaler. Die Deutschland AG reicht ihnen nicht mehr aus und ist unwichtiger geworden.“
Reputationsverlust durch Wirtschaftskrise und Managerkritik
Mit den neuen CEOs wächst die Kluft zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. Doch manche Manager erkennen die Gefahr dieser Abnabelung, denn der Reputationsverlust durch Wirtschaftskrise und Managerkritik wiegt schwer.
So schwer, dass es Versuche gibt, das zu ändern. In Berlin etwa bringt das Forum Ebenhausen Spitzenmanager und Spitzenpolitiker an einen Tisch. Beim Dinner diskutierten schon Finanzminister Peer Steinbrück oder Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier mit einer hochkarätig besetzten Runde. BDI-Präsident Hans-Peter Keitel etwa sieht man häufiger in dem illustren Kreis, ebenso wie Ex-Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter oder Bankier Friedrich von Metzler.
Die Unternehmen lassen sich diesen Austausch etwas kosten: Getragen wird der Verein auch von vielen Großunternehmen, etwa der Allianz und Siemens.
Darüber hinaus fordern manche Experten, dass sich auch die Strukturen ändern. „Wenn ein Vorstand nach seinem Jahresergebnis oder der Dividendenhöhe bezahlt wird, dann richtet er sich auch nur danach“, ist DSW-Chef Hocker sicher. „Man muss die Anreize ändern, wenn man die Typen ändern will.“
Gesellschaftliches Engagement belohnen
In neuen Vorstandsverträgen sollten Nachhaltigkeit und „good citizenship“ daher finanziell „incentiviert“ werden, fordert Hocker. Sprich: Vorstände, die in der Gesellschaft präsent sind und Engagement zeigen, werden belohnt.
Folge: Nicht mehr die Shareholder, also die Anteilseigner, sind in Zukunft die entscheidende Zielgruppe. Sondern alle Stakeholder: Kunden, Mitarbeiter, Eigentümer, aber auch Staat und Gesellschaft.
Chancen gibt es genug, das Personalkarussell dreht sich schnell. Seit 2006, so eine Erhebung von Heidrick & Struggles, hat über die Hälfte der 192 Dax-Vorstände ihren Posten geräumt. Von den 30 Chefs traten in dieser Zeit 14 ab.
Und der nächste CEO ist schon im Anflug: Bei der Lufthansa wird Wolfgang Mayrhuber wohl bis Ende 2010 von Vorstand Christoph Franz abgelöst. Auch der passt ins Bild: Franz ist Wirtschaftsingenieur, hat seine Karriere bei der Lufthansa begonnen, wechselte dann zur Deutschen Bahn, bevor er die Lufthansa-Tochter Swiss profitabel machte.
Ein weiterer „Techi“ also, mit Leitungs- und Auslandserfahrung. Nebenbei erfüllt er einen weiteren CEO-Standard: Franz wird im nächsten Jahr 50 Jahre alt














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Alle Kommentare lesen13.10.2009, 12:13 UhrAnonymer Benutzer: Profesor keine Ahnung
Nicht Schlecht unsere MANAGER-ELiTE!!!Herr Hambrecht(bASF), ich denke wenn Sie in den naechsten 3 Jahre in Rente gehen, ihr Posten bei GASPROM schon bereit steht!!!Deutschland wird Extrem hart und unfair verkauft, von diesen Top Manager.Wussten Sie schon das bASF, bAYER sowie Wacker im Ausland hochgefitige Chemikalien herstellen da die Gesetze nicht so ausfallen wie in Deutschland.Alle Top Manager in Deutschland haben tausende von Jobs auf den gewissen und nur weil Sie es in der frueheren Zeit versaut haben. Nun muss das Volk dafuer ZAHLEN.Danke an die Top Manager!!!!
13.10.2009, 07:14 UhrAnonymer Benutzer: Insider
interessant, dass die klassische Deutsche branche, die Autoindustrie, ganz oben in der Liste fehlt. beim Hinsehen aber auch klar. Audi und bMW sind stilistisch zu modern, Opel pleite, bleiben Daimler und VW als die Saeulen der deutschen Autoindustrie, aber Zetsche ist strategisch extrem schwach, Piech ein Machtpolitiker. Schade eigentlich, Konzerne wie bASF und bayer, Siemens und andere industrieikonen suchen den Wandel, haben den Mut, die Richtung zu wechseln und haben Erfolg damit. Daimler und VW sind dagegen extrem behaebig und starr, gerade diesen Konzernen wuerde mal ein Aussenseiter gut tun. Pischetsrieder war bei VW ein Versuch, aber vermutlich ist er mehr an Piech als an seinen Erfolgen gescheitert. Die aktuell miserablen Ergebnisse von Daimler koennte ein externer Manager innerhalb von einem Jahr in Erfolge verwandeln, wenn er den Mut hat, sich mit den internen Seilschaften und den Gewerkschaften anzulegen.
Und gerade letztere sind bei den behaebigen Konzernen staerker als sonstwo. Gewerkschaften sind gut und richtig, aber ihr Einfluss ist viel zu hoch.
12.10.2009, 20:22 UhrAnonymer Benutzer: genau...
...wenn Prof. Dr.-ing. Hans-Joachim Selenz mal einen blick hinter die von ihnen hier gezeichneten "manager" kulissen gibt, hat das nix mit der "neuen" managergeneration zu tun. sie sprechen hier von der deutschland ag und wie die funktioniert zeigt meiner meinung nach genau dieses interview. leider sucht man solche zusammenhänge in der wiwo vergebens!! schönen feierabend