Charakterfrage: Optimisten haben Karriere-Vorteile

Charakterfrage: Optimisten haben Karriere-Vorteile

von Daniel Rettig

Wer optimistisch denkt, bekommt mehr Jobangebote, findet schneller eine Stelle und wird eher befördert. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-Studie.

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Lachende Frauen

Eine kurze Frage: Ist das viel zitierte Glas für Sie meist halb voll oder halb leer? Mit anderen Worten: Sind Sie eher Optimist oder Pessimist? Die Antwort auf diese Frage verrät mehr als nur Ihre Lebenseinstellung – sie ist auch ein Indikator für Ihre Jobchancen.

Das behaupten zumindest amerikanische Wissenschaftler um Ron Kaniel von der Fuqua Business School der Duke Universität. Gemeinsam mit seinen Kollegen Cade Massey und David Robinson untersuchte Kaniel, wie sich eine optimistische Einstellung auf die Karriere auswirkt. Genauer gesagt: auf die Chancen, einen Job zu finden.

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In ihrer Studie (.pdf), über die vor kurzem erstmals die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete, konzentrierten sich Kaniel und Co. auf den so genannten „dispositionalen Optimismus“. Dahinter verbirgt sich ein Konzept der US-Pychologen Charles Carver und Michael Scheier, die damit eine besondere Lebenseinstellung verbinden. Vereinfacht gesagt gehen dispositionale Optimisten stets davon aus, dass „schon alles gut gehen wird“. Anhand eines sechsstufigen Tests können Wissenschaftler inzwischen einigermaßen zuverlässig herausfinden, wie stark diese Attitüde in unserer Persönlichkeit verankert ist.

Optimisten werden eher befördert

Genau das erforschten nun Kaniel & Co. an 232 amerikanischen MBA-Studenten. Die Ergebnisse lesen sich wie ein Plädoyer für eine zuversichtliche Sicht aufs Leben – denn die Forscher fanden zahlreiche positive Zusammenhänge zwischen der Persönlichkeit und den Jobchancen. Die optimistischen Studenten hatten nicht nur mehr Stellenangebote und fanden leichter und schneller einen Job. Als Kaniel die Teilnehmer zwei Jahre später noch einmal befragte, stellte er fest: Die Optimisten waren auch eher befördert worden. Aber warum?

Ron Kaniel erklärt sich die Ergebnisse wie folgt: Optimisten neigten einerseits dazu, ihrer beruflichen Zukunft nicht allzu viel Bedeutung zuzumessen. Mit anderen Worten: Da sie fest davon ausgehen, dass sich schon alles fügen werde, verkrampfen sie bei der Jobsuche nicht – und haben dadurch letztendlich mehr Erfolg. Andererseits habe die Sonnenschein-Attitüde auch Vorteile im Arbeitsalltag. Optimisten könnten besser mit Misserfolgen umgehen und nähmen sich Kritik nicht zu Herzen – sondern gingen konstruktiv damit um. Und das wirkt sich auch positiv auf die Karriere aus.

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