Wenn eine 61-jährige Frau aus Pirmasens sich so sehr über lästige, ungewollte Anrufe aus Call-Centern ärgert, dass sie...
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7 Kommentarewenn ein coach nicht mindestens einen tagessatz von 2000 euro, eher 3000 euro verlangt, zweifle ich an seiner kompetenz, seinem selbstbewusstsein und seinem erfolfgsportfolio. die dauer einer sitzung kann zwischen 10 minuten und 3 tagen liegen, der gesamtraum eines coachingprozesses zwischen 3 tagen und 18 monaten.
bei den im Artikel genannten Honorarsätzen handelt es sich wohl eher um Anfänger-Sätze. bei einem Executive Coach wird neben längjähriger Coaching-Erfahrung meist eigene Führungserfahrung und eine gewisse persönliche "Augenhöhe" vorausgesetzt. Diese Seniorität spiegelt sich natürlich im Honorarsatz wieder. € 2000 pro Tag ist eher die Untergrenze für einen qualifizierten, erfahrenen Coach.
Die zeitliche Gestaltung ist sehr individuell und variiert mit Thema, Persönlichkeit und zeitlichen Rahmenbedingungen des Klienten. Von der einmaligen Sitzung (eher selten), über einen Prozess mit Sitzungen von 1-3 Stunden alle 2-4 Wochen über mehrere Monate hinweg (meist der Fall), bis zu blöcken von mehreren Tagen reicht die bandbreite. Das genaue Vorgehen wird jeweis zwischen Klient und Coach vereinbart.
Mein Tipp lautet:
Fragen Sie den Coach, ob er damit einverstanden ist, dass Sie das Coaching mit ihm aufzeichnen, d.h. dass Sie eine Audioaufnahme machen dürfen, und lassen Sie sich schriftlich bescheinigen, dass Sie diese Audioaufnahme anderen zur beurteilung geben dürfen.
begründung:
- Die meisten schlechten und mittelmäßigen Coaches werden diese Anfrage ablehnen.
- Wenn Sie eine solche Audioaufnahme haben, können Sie sie anschließend in Ruhe ggfs. auch mehrfach abhören, um sich ein bild von der Qualität des Coachings zu machen.
- Das anschließende Abhören der Audioaufnahme verstärkt außerdem die Lerneffekte des Coachings. Auf diese Weise kommen Sie schneller zum Ziel, d.h. sparen Zeit und Geld.
- Sie können die Audioaufnahme Experten zeigen und sie um ihr Urteil bitten. Die Forschungsstelle Coaching-Gutachten (www.coaching-gutachten.de) bietet diesen Service kostenfrei an.
beim der beurteilung von Coachingprozessen (also z.b. beim Abhören einer Audioaufnahme) sollte man vor allem auf Folgendes achten:
- Wie klar und deutlich hat der Coach das Ziel des Coachings herausgearbeitet und wie gut hat er/sie sich im Coachingprozess immer wieder auf dieses Ziel bezogen?
- Wie gut hat der Coach durch systematische Fragen sich ein differenziertes bild von der vorliegenden Herausforderung/ Problematik der Coachee gemacht? Wie gut ist es ihm/ihr gelungen, diese klar und deutlich auf den Punkt zu bringen?
- Wie gut ist es dem Coach gelungen, zusammen mit dem Coachee einen Lösungsweg zu finden, bei dem der/die Coachee seine/ihre besonderen Fähigkeiten möglichst gut nutzen kann?
- Wie wertschätzend ist der Coach mit dem/der Coachee umgegangen?
ich arbeite als Coach und habe noch nie erlebt, dass "fremde" Klienten aus dem Nichts auf mich zukommen. Wenn ich als Kunde mich auf einen Coach einstelle und ihn bezahle, muss ich Vertrauen und Sympathie haben, d.h. in der Regel kennen wir uns bereits. ich selbst begleite meine Klienten langfristig und das einzige Kriterium für ihre Treue zu mir als Coach ist ihr Erfolg in der Praxis. Keiner kommt auf die idee, mich mit band aufzunehmen, um es extern auswerten zu lassen - was wissenschaftlich durchaus angebrachte Methode ist oder zur Selbstreflexion dient. Wenn auch nur ein (!) einziger Funke Mißtrauen von Anfang an da ist, sollte man beidseitig erst gar nicht mit dem Coaching anfangen. Klar gehört ein gegenseitiges beschnuppern dazu, vielleicht auch eine Coachingstunde auf Probe. Coaching ist m.E. eine Entwicklungsbeziehung, die - Fachkompetenz vorausgesetzt - nur über Vertrauen, Sympathie und absolute Diskretion funktioniert. Wie sonst?
Noch ein zweiter Gedanke:
Es wäre viel besser nachzufragen, ob der Coach Mitglied in einem Verband ist, bspw. dem iCF (international Coach Federation). Die Aufnahme in den Verband setzt ein Screening von erfahrenen Coaches voraus, um nur "Qualität" hineinzulassen. Furtheron könnten Sie auch nach einer Zertifizierung fragen, z.b. den verschiedenen Zertifizierungsgraden des iCF. Ein interview mit Auswertung halte ich für bestimmte Arten von Coaching nicht sinnvoll. Welcher Coachee macht das schon? Wenn das Vertrauen durch ein aufgenommenes interview evaluiert werden muss, stelle ich das Vertrauen in den Coach ohnehin in Frage und Aufwand und Nutzen steht für mich in keinem Verhältnis. Für Unternehmen mag dieses Verfahren Sinn machen, um Coaches in den Pool aufzunehmen. Alles andere geht m.E. an der Realität vorbei. Man lernt sich irgendwo kennen, fasst Vertrauen gegenseitig, spricht über Coaching, macht meinetwegen noch eine Coachingstunde auf Probe und wenn dann alles stimmt, geht man weiter. Machen wir es doch für die Praxis nicht zu kompliziert. Die Verwissenschaftlichung von Coachingprozessen kommt wohl eher auch aus dem Rechtfertigungszwang der HR-Abteilungen, die Erfolge mit Zahlen belegen zu können. Kontroverse Diskussion. Keep it short and simple.
Gruß, Tobias illig
(illig@ilcogroup.de)
Der Artikel ist zwar bereits zwei Jahre alt. An Aktualität hat er jedoch nicht eingebüßt.
ich kann die Anregungen von Prof. Dr. Harald Geißler nur unterstützen. Allein die bereitschaft eines Coaches, sich einer „Qualitätskontrolle“ zu unterwerfen, sagt meiner Meinung sehr viel über ihn/sie aus.
Zu den Voraussetzungen für erfolgreiches businessCoaching: Hier gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Professionelle Fragetechnik, Prozesskompetenz und Empathie sind unabdingbare Voraussetzungen. Gute Coaching-Ausbildungen vermitteln darüber hinaus weitere individuelle Fähigkeiten, die sich teilweise an den Coaching-Ansätzen orientieren.
Aus meiner Sicht kann es in keinem Fall schaden, wenn ein businessCoach einen „proven track record“, also einen wie auch immer erfolgreichen beruflichen Werdegang in einem unternehmerisch (PO / NPO) geprägten Umfeld vorzeigen kann. Erfahrungen mit Niederlagen sind dabei aus meiner Sicht mindestens genauso wertvoll, wie „Topleistungen“ und „Rekorde“.
Die Diskussion um Honorare hat in der Zeit der Wirtschaftskrise eine neue bedeutung bekommen. Nicht, weil „Geld“ knapper wird. Die Gründe liegen eher in einem zunehmenden Angebot von „Coaching-Dienstleistungen“. Coaching kann ich heute zu allem und jedem bekommen. Ein bunter Strauß an Angeboten bereichert den Markt.
Newcomer und freigesetzte Manager jeglicher Color betreten mit neuen ideen und Preisen die „Arena“.
Entscheidend scheint mir zu sein, wer die budget-Hoheit für Coaching hat.
C-Level-Manager haben häufig einen anderen Anspruch an die „Qualität“ eines Coaches und bilden schnell eine Korrelation zwischen Geldforderung und Leistung. in wie weit diese beziehung tatsächlich valide ist, bleibt meines Wissens nach noch eine Forschungsaufgabe.
“Was nichts kostet, ist nichts wert“. Diese alte Weisheit gilt im Zeitalter von Free- und Shareware nicht mehr. Mir persönlich gefällt ein Preismodell aus dem interimsmanagement. Mit 1 Prozent des Jahres-Zieleinkommens des gecoachten Stelleninhabers als Tagessatz kann ich gut leben. Auch das ist eine Form von Augenhöhe.
Und ein „einfacher“ Vertriebsmann, ein Linienmanager oder ein Projektmanager bekommt dann mit Sicherheit ein Coaching, welches sich qualitativ nicht vom Coaching eines CEO’s unterscheidet.
Wenn eine 61-jährige Frau aus Pirmasens sich so sehr über lästige, ungewollte Anrufe aus Call-Centern ärgert, dass sie...
Kommentare zu: Tipps zur Wahl des richtigen Coaches
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