Der neue Luxus: Statussymbole sind nicht mehr, was sie mal waren

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Der neue Luxus: Statussymbole sind nicht mehr, was sie mal waren

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Luxus am Handgelenk: Das klassische Statussymbol verschwindet zugunsten einer banalen Erkenntnis.

Viele Statussymbole haben sich in den vergangenen Jahren verändert, andere sind ausgestorben. Angesagt ist Understatement.

Der Schriftsteller Max Frisch stellte sich bereits 1966 folgende Frage: „Wenn Sie einen Menschen in der Badehose treffen und nichts von seinen Lebensverhältnissen wissen: Woran erkennen Sie den Reichen?“ So lautete eine Frage in seinem berühmten Buch „Fragebogen“. Darin forderte der legendäre Autor die Menschen dazu auf, sich spielerisch mit den großen Themen des Lebens zu beschäftigen. Die Antworten überließ er den Lesern.

Tatsächlich haben uns materielle, sichtbare Güter lange Zeit dabei geholfen, das Bild unseres Gegenübers zu vervollständigen. Würden wir all unseren Mitmenschen ausschließlich in Badehose oder Bikini begegnen, wir täten uns schwer damit, den Topmanager vom Postboten, von der Hausfrau oder dem Staatsoberhaupt zu unterscheiden.

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Deshalb waren die klassischen Insignien der Macht in der westlichen Welt früher vor allem teuer und auffällig. Bis weit in die Neunzigerjahre hinein betrieben Topmanager und Superreiche traditionell die Zurschaustellung ihres Wohlstandes durch die immer gleichen Statussymbole. Den Schnösel erkannte man an der Hermès-Gürtelschnalle, den Yuppie an der Rolex. Marken stifteten Identität, ordneten den Träger einer bestimmten Gruppe zu und zeigten beinahe bis auf den Cent genau, wie viel derjenige für sein Erscheinungsbild zahlen konnte.

Die erfolgreichsten deutschen Luxus-Marken

  • Platz 30: Talbot Runhof

    Unternehmen: Talbot Runhof

    Branche: Damenmode

    Rang 2014: nicht vorhanden, da Neueinsteiger

    Zum Ranking: Das Ranking der Markenbewerter von „Brand Networks“ und „Biesalski und Company“ zeigt die erfolgreichsten deutschen Unternehmen im Luxussegment. In ihrer Studie interviewten die Autoren über 180 Branchenexperten aus Einkauf, Handel und Fachpresse. Untersucht wurden Kriterien wie Bekanntheit, Perfektion, Design oder der Preisabstand der jeweiligen Marke zum Mittelfeld.

  • Platz 29 / 28: Schloss Elmau und Dornbracht

    Doppelplatzierung, da gleiche Punktzahl:

    Unternehmen: Schloss Elmau

    Branche: Hotel

    Rang 2014: 26

    -----------------

    Unternehmen: Dornbracht

    Branche: Armaturen

    Rang 2014: 21

  • Platz 27: Interlübke

    Unternehmen: Interlübke

    Branche: Wohnmöbel

    Rang 2014: 20

  • Platz 26: Occhio

    Unternehmen: Occhio

    Branche: Beleuchtung

    Rang 2014: 22

  • Platz 25: Nomos

    Unternehmen: Nomos

    Branche: Uhren

    Rang 2014: 35

  • Platz 24: Cor

    Unternehmen: Cor

    Branche: Wohnmöbel

    Rang 2014: 15

  • Platz 23: Wempe

    Unternehmen: Wempe

    Branche: Schmuck und Uhren

    Rang 2014: 25

  • Platz 22: Walter Knoll

    Unternehmen: Walter Knoll

    Branche: Wohnmöbel

    Rang 2014: nicht vorhanden, da Neueinsteiger

  • Platz 21: Robbe & Berking

    Unternehmen: Robbe & Berking

    Branche: Besteck

    Rang 2014: 18

  • Platz 20: Montblanc

    Unternehmen: Montblanc

    Branche: Schreibgeräte

    Rang 2014: 19

  • Platz 19 / 18: Thonet und Dedon

    Doppelplatzierung, da gleiche Punktzahl

    Unternehmen: Thonet

    Branche: Wohnmöbel

    Rang 2014: 13

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    Unternehmen: Dedon

    Branche: Gartenmöbel

    Rang 2014: 14

  • Platz 17: Iris von Arnim

    Unternehmen: Iris von Arnim

    Branche: Damen- und Herrenmode

    Rang 2014: nicht vorhanden, da Neueinsteiger

  • Platz 16: Wellendorff

    Unternehmen: Wellendorff

    Branche: Schmuck

    Rang 2014: 16

  • Platz 15: Meissen

    Unternehmen: Meissen

    Branche: Glas und Porzellan

    Rang 2014: 10

  • Platz 14: Jil Sander

    Unternehmen: Jil Sander

    Branche: Damen- und Herrenmode

    Rang 2014: 17

  • Platz 13: SieMatic

    Unternehmen: SieMatic

    Branche: Küchenmöbel

    Rang 2014: 12

  • Platz 11 / 10: Leica und Poggenpohl

    Doppelplatzierung, da gleiche Punktzahl

    Unternehmen: Leica

    Branche: Foto/Optik

    Rang 2014: 9

    ---------------

    Unternehmen: Poggenpohl

    Branche: Küchenmöbel

    Rang 2014: 11

  • Platz 10: Schramm

    Unternehmen: Schramm

    Branche: Schlafmöbel

    Rang 2014: nicht vorhanden, da Neueinsteiger

  • Platz 9: Chronoswiss

    Unternehmen: Chronoswiss

    Branche: Uhren

    Rang 2014: 8

  • Platz 8: T+A

    Unternehmen: T+A

    Branche: Unterhaltungselektronik

    Rang 2014: 7

  • Platz 7: Gaggenau

    Unternehmen: Gaggenau

    Branche: Küchengeräte

    Rang 2014: 6

  • Platz 6: Jan Kath

    Unternehmen: Jan Kath

    Branche: Interieur

    Rang 2014: nicht vorhanden, da Neueinsteiger

  • Platz 5: Bulthaup

    Unternehmen: Bulthaup

    Branche: Küchenmöbel

    Rang 2014: 5

  • Platz 4: Porsche

    Unternehmen: Porsche

    Branche: Automobil

    Rang 2014: 3

  • Platz 3: Burmester

    Unternehmen: Burmester

    Branche: Unterhaltungselektronik

    Rang 2014: 4

  • Platz 2: Glashütte Original

    Unternehmen: Glashütte Original

    Branche: Uhren

    Rang 2014: 2

  • Platz 1: A. Lange und Söhne

    Unternehmen: A. Lange und Söhne

    Branche: Uhren

    Rang 2014: 1

2016 ist das nicht mehr ganz so einfach. Was noch vor zehn Jahren die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe bedeuten konnte, hat heute keine Aussage mehr – oder führt bestenfalls in die Irre, schlimmstenfalls in die soziale Isolation. Die Hierarchien sind flacher geworden. Die Anzeichen, ob und wie viel Macht ein Individuum besitzt, sind wesentlich schwieriger zu erkennen.

Daher würde ein Concierge im Luxushotel keinen Gast mehr aus der Lobby schmeißen, nur weil er in Jeans und Turnschuhen herumfläzt. Wer weiß, ob sich hinter dem legeren Outfit nicht ein milliardenschwerer Start-up-Unternehmer aus dem Silicon Valley versteckt. Überspitzt gesagt ist heute der CEO vom Praktikanten optisch nicht mehr zu unterscheiden, spätestens seit der Finanzkrise sind die typischen Insignien der Macht verpönt. Auch in vermeintlich alten Industrien. Daimler-Chef Dieter Zetsche verzichtete jüngst bei der Jahreskonferenz auf Krawatte und zelebrierte beim wichtigsten offiziellen Termin des Jahres die neue Lässigkeit auf der Chefetage. Und Allianz-Chef Oliver Bäte trat bei der „Handelsblatt“-Konferenz Pathfinder neulich in roten Turnschuhen auf die Bühne. Aber warum sind wir der Insignien plötzlich so überdrüssig geworden? Und wieso haben die klassischen Statussymbole ihre Aussagekraft verloren?

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Teppich war out – bis Jan Kath kam und mit allen Konventionen brach. Luxus aus Deutschland wächst – auch weil er so schlicht ist. Wie schafft man es auf diesen lukrativen Markt?

Jan Kath Quelle: dpa

Inzwischen geht es vor allem darum, innerhalb der eigenen Statusgruppe zu beeindrucken. Seinen Reichtum nach außen zu tragen ist schlichtweg vulgär. Der Vermögensforscher Thomas Druyen sagt dazu: „Selbstdarsteller erlebe ich vorwiegend unter Reichen mit einem Vermögen im einstelligen Millionenbereich.“ Man könnte auch sagen: Je erfolgreicher und finanziell unabhängiger jemand ist, desto unwichtiger werden die klassischen Geltungssymbole. Im Zweifel setzen Menschen, die es sich leisten können, heute eher auf einen dezenten Maßanzug und rahmengenähte Schuhe als auf großflächige Logos und protzige Accessoires.

Hinzu kommt: Die Furcht, durch überzogene (Selbst-)Darstellung sein Image zu ruinieren, ist besonders in Deutschland systematisch größer geworden. Während heute nur noch Fußballbundesliga-Spieler und die Kölner Folkloremillionäre Geiss mit grellen Ferraris und Poloshirts mit handtellergroßen Emblemen posieren, setzen smarte Großverdiener lieber auf Understatement. Das Nicht-zur-Schau-Stellen von dem, was man sich natürlich locker leisten könnte, ist inzwischen vielleicht sogar das größte Statussymbol: die Diskretion als ein eigener Wert, den man sich leisten können muss. Wer überlegen ist, spielt sich nicht mehr in den Vordergrund.

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